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44 www.umweltwirtschaft.com Umwelt Aufgrund von starken Niederschlägen kam es an der Issel im Juni 2016 zu Hochwas- serereignissen einhergehend mit großflä- chigen Überschwemmungen und einem deutlichen Anstieg des oberflächennahen Grundwassers. Um die Einflüsse und Wech- selwirkungen der verschiedenen Ursachen dieser Ereignisse analysieren zu können, wurde ein 3D-instationäres Grundwas- sermodell erstellt und mit einem Nieder- schlag-Abfluss-Modell sowie einem 2D-Hy- draulik-Modell gekoppelt. Numerische Grundwassersimulationen sind aus vielen Bereichen der Wasserwirtschaft nicht mehr wegzudenken, und auch hy- draulische Modelle zur Simulation von Hoch- wasserereignissen sowie Niederschlag-Ab- fluss-Modelle zur Abbildung hydrologischer Systeme gehören zum Stand der Technik. Die gemeinsame Nutzung der genannten Modelle und die Kopplung und enge Ver- zahnung von Modellberechnungen und Netzgeometrien zur Beurteilung der Wech- selwirkungen zwischen Niederschlag, Hoch- wasserereignissen und deren Einfluss auf die Grundwasserverhältnisse bilden die Aus- nahme: In den meisten Fällen werden Hoch- wasserereignisse ohne Berücksichtigung der Einflüsse auf die Grundwasserverhältnisse analysiert und beurteilt, jedoch gewinnen Georg Soltau; Joachim Steinrücke; Matthias Kleinke Nach der Flut kommt das Hochwasser Gekoppelte Modellierung von Grund- und Oberflächengewässern zur Beurteilung der Auswirkungen von Überschwemmungen und Hochwasserpoldern auf das Grundwasser. die gemeinsame Betrachtung und gekoppel- te Modellierung zunehmend an Bedeutung. Untersuchungsgebiet Das Untersuchungsgebiet liegt am Nieder- rhein, erstreckt sich über eine Größe von ca. 220 km² und zeichnet sich durch flache topographische Verhältnisse aus. Der Untergrund ist geprägt durch rheini- sche Mittel- und Niederterrassen, die sich in ihrer Beschaffenheit durch hohe kf-Werte auszeichnen, die Mächtigkeiten des Grund- wasserleiters variieren zwischen ca. 15 – 25 m. Die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse Bild 1 Lage der Oberflächengewässer und Abgrenzung des Untersuchungsgebietes. Quelle: ProAqua, Hintergrund DGM1-NRW, GeoBasis-DE, BKG 2020

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