wwt 5/2021

14 Special: Trinkwasser www.umweltwirtschaft.com Die Auswirkungen des Klimawandels, wie extreme Trockenheit und lang andauern- de Hitzeperioden, bringen die Wasser- und Abwasserversorgung mehr und mehr an die Grenzen ihrer Funktionsfähigkeit. Konkrete Herausforderungen sind unter anderem der Anstieg von Spitzenlasten auf ein Mehrfa- ches des durchschnittlichen Tagesverbrauchs in den Sommermonaten oder zunehmende Anforderungen an die Regenwasserbewirt- schaftung bei einer steigenden Anzahl und Intensität von Starkregenereignissen. Als eine mögliche Antwort hierauf bietet sich für Infrastrukturbetreiber die flexiblere Be- wirtschaftung der Anlagen und Netze an, d. h. der Minderung von Lastspitzen durch die Nutzung von vorhandenen Puffern und zeitliche Verlagerungen des Wasserver- brauchs bei bestimmten Nutzergruppen. Ansätze einer flexibleren Bewirtschaftung werden seit einigen Jahren intensiver er- forscht und vereinzelt auch bereits in der wasserwirtschaftlichen Praxis umgesetzt. Dabei stehen insbesondere die Verbrau- chergruppen der Privathaushalte und des Gewerbes im Fokus, da sie einen bundes- weiten Anteil von mehr als 80 % an der Gesamtwasserabgabe der öffentlichen Wasserversorgung haben und somit auf sie bezogene Ansätze zur flexiblen Bewirt- schaftung ein besonders hohes Problem- lösungspotenzial besitzen /1/. Die für die aktive Einbindung von Ver- braucher:innen notwendigen Wasserver- brauchsanalysen basieren meist auf Unter- suchungen der Makroebene, zum Beispiel Pro-Kopf-Fortschreibungen und Trend-Ext- rapolationen. Das Verhalten und der Wasser- verbrauch einzelner Haushalte steht dagegen sehr selten im Mittelpunkt. Dieses Vorgehen wird in der Regel damit gerechtfertigt, dass sich die Heterogenität der Einzelhaushalte Dr. Özgür Yildiz; Sven Wurbs; Laurenz Herrmann; Axel Dierich; Nadine Walikewitz Flexibilisierung als Antwort auf den Klimawandel Infrastrukturbelastungen infolge des Klimawandels gemeinsam mit Verbrauchern bewältigen. Die Bereitschaft zu flexiblem Verbrauch nutzen, um die Resilienz von Infrastrukturen zu stärken. Bild 1 Ein veränderter Umgang mit demWasser ist angesichts anhaltender Trockenheit eine natürliche Konsequenz. Quelle: Lang

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