wwt 6/2021

16 Special: Wasser + Energie www.umweltwirtschaft.com Die Energiewende ist eine der größten He- rausforderungen unserer Zeit. Damit diese möglichst umfassend gelingt, muss auch im Wärmemarkt ein Umdenken erfolgen. Neue Optionen müssen gedacht werden, neue Quellen erschlossen werden. Wärme macht mehr als 50 % aller ver- brauchten Energie aus – gelingt ein konse- quenter Umstieg auf erneuerbare Energie- quellen, ist dies ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit und letztlich aktiver Klima- schutz. Eine bisher weitgehend unbekannte Wär- mequelle steckt in unseren Abwasserkanä- len: Abwasser hat das ganze Jahr über eine Temperatur von mindestens 10 bis 12 °C – im Sommer deutlich höher mit bis zu 20 °C – und ist als Energiequelle schier uner- schöpflich. Haushalte, Gewerbe und Indus- trie leiten täglich große Mengen Abwasser in die Kanalisation ein, also thermische Energie, die mit einer einfachen Technik nutzbar gemacht und dem Wärmemarkt zugeführt werden kann. Bis zu 14 % des Wärmebedarfs von Gebäuden (Heizung, Warmwasser, aber auch Kühlung im Som- mer) lassen sich mit Abwasserenergie de- cken. Energie, die bisher weitgehend un- genutzt einfach vorbeifließt. Energie lässt sich aus dem Abwasser grund- sätzlich an drei Stellen gewinnen. Erstens „Inhouse“, zweitens aus dem öffentlichen Kanalnetz und drittens auf den Kläranla- gen. Am vielversprechendsten ist die Rück- gewinnung aus dem öffentlichen Kanal- netz, da dort die Energiemengen groß sind und sich viele mögliche Abnehmer in der Nähe befinden. Die Energiemengen, die sich in oder an einem einzelnen Haus aus Stephan von Bothmer; Mairet Siemssen Abwasser – das unterschätzte Klimaschutz-Potenzial im Kanal Ein physikalisches Prinzip versorgt Gebäude klimafreundlich mit Wärme und Kälte. Denn in den Abwasserkanälen steckt eine regenerative Wärmequelle – das Potenzial gilt es noch viel intensiver zu nutzen. Bild 1 Edelstahl-Wärmetauscher entziehen demAbwasser in der Kanalisation die thermische Energie Quelle: Knecht Ing. GmbH

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