Entsorga 2/2022

1 2/2022 2 Mai 2022 Großprofilsanierung in Bremen: Der Inliner liegt erst mal auf Eis Das Fachmagaz i n für Kre i s l aufwi r tschaf t Mischmetalle im Müll: Schatz heben mit Urban Mining Struhalla-Kautz / Waßmann, © IMAGO / agefotostock Antriebe: Neue Kraft in der Stadt

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3 2/2022 Editorial Die Ifat wird auch nach vierjähriger Pause ihre Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Das ist ein entscheidender Moment. Denn wenn auch aufgrund der russischen Ukraine-Aggression das Thema öffentlich in den Hintergrund getreten ist: Die Klima-Katastrophe bedroht uns weiterhin global und heftig. Genau besehen beträgt die Erderwärmung bereits jetzt 1,2 Grad. Schlimm genug. Aber in Europa erreicht der Temperaturanstieg schon 2,2 Grad; das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht. Gerade die hoch industrialisierten Regionen des Globus treiben den Temperaturanstieg. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der Isolierung Russlands bemüht sich die Bundesregierung um Ersatzbrennstoffe aus aller Welt, um die Industrie am Klappern zu halten und die Haushalte im nächsten Winter zu wärmen. Aus den anderen Quellen kommt genau das, was wir bereits kennen: fossile Brennstoffe - also Kohle und Gas. Das Öl-Embargo zwingt ebenfalls zu Ersatzlösungen. Jetzt werden Mühen verschwendet, die der klimafreundlichen Erzeugung zugutekommen könnten. So steht der letzte deutsche Rotorblatthersteller – Nordex – unter Druck und wird wohl seine Fertigung in Rostock schließen. Woher kennen wir einen derartigen Niedergang? Von der Solarindustrie…richtig. Gleichzeitig sind die Pläne der Bundesregierung bei weitem nicht in der Umsetzungsplanung niederrangiger Behörden angekommen. Selbst wenn der Wille partiell vorhanden ist: Das deutsche Planungsrecht ist der zweite Schuh, der drückt. Auch das harrt einer deutlichen Reform zur Beschleunigung. Nicht zu vergessen die Rechtswege. Zwar befürworten Bürger überwiegend den Klimaschutz. Ob das aber ausgerechnet vor der eigenen Haustür passieren soll, ist eine andere Frage. Schon jetzt entwickelt sich eine veritable Diskussion zur Wasserstoffanlandung in den Nord- und Ostseehäfen. Hilfreich sein muss die Ifat bei weiteren CO2-Emittenten: beim Abfall und Abwasser. Auch dies sind relevante Klimafaktoren, bei denen es brennt. Kunststoffrecycling ist so ein kritischer Fall. Offensichtlich gelingt es nicht, dieses überaus praktische Material mengenmäßig im Zaum zu halten. Gerade bei den kurzlebigen Kunststoffprodukten entsteht der Eindruck weiteren ungehemmten Wachstums. Ja, es gibt beachtenswerte Entwicklungen bei der Wiederverwertung. Aber auf die Masse betrachtet sind dies Fortschritte, die nicht ausreichen. Mehr Druck durch den Staat und die EU kann förderlich sein. Brächte die Ifat hier einen Schwung in die Entwicklung, wäre das begrüßenswert. Das gilt auch für eine friedliche Koexistenz der Verwertungswege. Apropos Masse: Wenn bei der Erfassung keine nennenswerten Fortschritte mehr erzielt werden können, dann kann die Sortierung des Restmülls der richtige Weg sein. Beispiele dafür sind bekannt. Ein anderer Bereich, dem die Münchener Umweltmesse Fortschritte bescheren könnte, ist das Biogas. Mehr und mehr Erzeuger setzen auf diesen Rohstoff, um Öko-Wasserstoff zu erzeugen. Und schließlich die Stromer unter den Fahrzeugen: Munter experimentiert wird auf kommunaler und privater Ebene bereits geraumer Zeit mit Elektrofahrzeugen. Wenn jetzt, wie es scheint, der Durchbruch bei den Pkw gelungen ist, ist die Zeit auch reif für elektrische Fahrzeuge im kommunalen Sektor. Wir berichten in dieser Ausgabe ausführlich. In Kürze müssen nicht nur die Weichen gestellt werden. Es sollten Maßnahmen auf die Schiene gebracht werden. Dafür ist diese Ifat wichtig. Sie führt vor Augen, was geht und was kommt in nächster Zukunft. Dies sind Chancen, die wir nutzen sollten. Zeit für Fortschritte privat Bernd Waßmann Redaktionelle Leitung

4 2/2022 Grüß Gott in München 18 Hallen, ein umfangreiches Freigelände und gespannte Aussteller: Um 9.00 Uhr stehen am 30. Mai die Hallen für jene Besucher offen, die neugierig sind auf neue Technologien in den umweltrelevanten Bereichen. Die IFAT 2022 knüpft dort an, wo sie 2018 endete, bevor Corona als Game Changer wirkte. Apropos Covid: München empfiehlt Besuchern und Ausstellern auf inzwischen gelernte Sicherheitsstandards für den eigenen Schutz und den anderer zu achten – also Masken und Mindestabstand. Bild: Messe München Editorial 3 Zeit für Fortschritte Auf dem Papier erreicht der Klimaschutz eine gute Entwicklung. Jetzt wird es Zeit für eine Umsetzung. Titel 10 O’gricht is – pack ma’s Das Münchener Messegelände wird nach vier Jahren wieder zentraler Treffpunkt der Umweltbranche. 12 Kurzberichte aus den Hallen Was zeigen Aussteller, von dem wir es heute schon wissen? Special 30 Special Antriebe - Neue Kraft in der Stadt 32 Dieser Zweitakt soll den Diesel ersetzen Strom und Wasserstoff stehen bereit, um den Traditionstreibstoff Diesel abzulösen. 36 Alternativ ist sauber Der Staat drängt die Kommunen, auf saubere Energie zu setzen... 38 Geldtankstelle für Clean Vehicles ...aber der Staat lässt sich die sauberen Antriebe auch etwas kosten. 42 Müll holen mit Smart Swap Sieht ähnlich aus wie die Ape, fährt aber mit wechsel- baren Batterien: der GMW Taskman. 43 Ladeinfrastruktur ist eine Herausforderung Christoph Fitz, Director New Vehicle Sales bei Volvo Trucks, über Aussichten und Erfahrungen mit dem E-Lkw, mit dem die Schweden bereits Erfahrungen sammeln. 45 Neu nur noch klimaneutral Die Abfallwirtschaft München probiert den Volvo E-Truck bereits auf den eigenen Wertstoffhöfen aus. 46 Mehr Lebensqualität als Service Begleitung auf dem Weg zur Klimaneutralität. 48 Die Power aus den Fetten Liebherr setzt neuerdings auf Fette bei der Treibstofffrage. 50 Zuwachs für die Wasserstoff-Flotte Aberdeen macht es vor: Müllsammler aus Wasserstoffbasis im Einsatz. Abfallwirtschaft 52 Der Souverän zwischen den Pellwormer Tonnen Anton Martin Lucht entsorgt die Nordsee-Insel seit 25 Jahren: Die Söhne stehen als Nachfolger schon bereit. 54 Im Griff der Bakterien Mit einem biotechnischen Verfahren wird PET in seine Bestandteile zerlegt und ermöglicht theoretisch unendliches Recycling, sagt der französische Entwickler Carbios. Inhalt 10

5 2/2022 58 Mit dem Blick fürs Falsche Kompostsortierung kann helfen, Fremdstoffe im Biomüll abzutrennen. 61 Das Problem: schwarz und schmutzig Die Leichtfraktion bei den Verpackungsabfällen könnte mit neuen Identifikationstechniken erleichtert werden. 64 Lücken schließen – Energie schöpfen Mit Biomasse ließe sich rund 10 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs abdecken. 68 Genau unterscheiden: PMMA, PC, PET-A… Der covid-konforme Spuckschutz erreicht die Recyclingindustrie. 70 Was die Daten verraten Mit Sensoren lassen sich auch anspruchsvolle Sortieraufgaben erfüllen. Abwasser 72 Kanal mit Vergangenheit Der Pontekanal in Görlitz war früher Einfallstor für illegale Grenzgänger. Jetzt musste der Regensammler saniert werden, was überaus pünktlich gelang. 75 Zwei arbeiten, eine macht Pause In Kanada zeigen drei Zentrifugen für Klärschlamm erstaunliche Ergebnisse im Vergleich zu Bandpressen. 77 Messen, verwalten, erkennen Datenerfassungen und Vernetzung für ein intelligentes Wassermanagement. Rubriken 03 Editorial 06 Nachrichten 90 Industrie 96 Wirtschaft 98 Impressum Inhalt Kanal mit Vergangenheit Über den Ponte-Kanal kamen noch vor 30 Jahren jene nach Görlitz hinein, die etwas zu verbergen hatten. Die geheime Infiltrationsquelle, der Pontekanal, bedurfte nun einer Sanierung. GFK-Rohre dichteten die Röhre neu ab. Foto: Amiblu Germany 72 79 Übersicht am Hundeklo Städtische Objekte, auch im Wasserbereich, lassen sich mit einem Tool auch in großer Menge überwachen. 83 Echte Schwergewichte liegen auf Eis Bei der Großprofilsanierung in Bremen wurden für 144 Meter Strecke 150 Tonnen Material benötigt. 86 Kühles Grün Stadtbegrünung hilft, Gebäude und Stadtteile natürlich zu klimatisieren, urbane Hitze zu verringern. Gleichzeitig kann das Regenwasser genutzt werden. Industrie 93 Hemd, Hose – mit Hut Seit Ostern sind Müllwerker – und bei weitem nicht nur die – einer dauerhaften Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Da ist umfassender Gesundheitsschutz angesagt. 98 Zu guter Letzt Kaffeesatzleserei: Wohin damit? Neue Kraft in der Stadt Noch dieselt es kräftig bei den Abfall- und Abwasserunternehmen – aber zaghaft gibt es erste Versuche mit alternativen Antrieben, zumal auch der Gesetzgeber diese Motoren fordert und fördert. Foto: © IMAGO / Sven Simon 30

6 2/2022 Nachrichten CO2-Fernleitungsnetz Start eines bundesweiten Netzes ab 2028 Für die deutsche Kohlenstoffkreislaufstrategie bedarf es einer deutschlandweiten CO2 Strategie und entsprechenden Instrumenten. OGE, europäischer Fernleitungsnetzbetreiber, plant den Bau eines CO2 Transportnetzes. Der Fokus liegt dabei auf CO2-Emissionen, die im Produktionsprozess nicht vermieden werden können, sowie auf der Wiederverwendung von CO2 in einem grünen, geschlossenem Kreislaufsystem zum Import von grünem Wasserstoff. Dieses Netz wird zunächst 1.000 km lang sein und ein Transportvolumen von rund 18 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ermöglichen. Um die Versorgung mit grüner Energie und die CO2-Reduzierung in den Vordergrund zu stellen, sind OGE und Tree Energy Solutions (TES), die vor kurzem einen Green Energy Hub für den Import von grünem Gas in Wilhelmshaven angekündigt haben, eine strategische Partnerschaft für eine CO2-Kreislaufwirtschaft eingegangen. Dabei wird das Pipelinenetz ausgehend vom zu errichtenden grünem Gas- importterminal von TES in Wilhelmshaven wichtige Industrie-, Stromerzeugungs- und Mobilitätsstandorte BU Startnetz und Ausbaurouten des CO2-Netzes ab 2028. Abb.: Co2-netz in ganz Deutschland einbinden. Die Inbetriebnahme des ersten Teils des Netzes ist ab 2028 vorgesehen. “Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir in erneuerbare Energien und vor allem in Wasserstoff investieren, aber auch den Industrien in Deutschland eine Lösung anbieten, die ihre CO2-Emissionen auffangen und verwerten müssen“, sagt Dr. Jörg Bergmann, Sprecher der Geschäftsführung von OGE. „Dafür brauchen wir eine CO2-Infrastruktur. Diese werden wir allen Interessenten gleichermaßen und zu standardisierten Konditionen anbieten.“ OGE und TES sind mit deutschen Stahlproduzenten, Zement- und Kalkproduzenten, Kraftwerksbetreibern und Chemieanlagenbetreibern im Gespräch, um CO2 über das zu errichtende Transportnetz zurück zum zukünftigen Green Energy Hub Wilhelmshaven zu transportieren. Das Netz steht von Beginn an sämtlichen Marktteilnehmern gleichermaßen zur Verfügung. www.co2-netz.de Kunststoffrecycler wirtschaftlich unter Druck Margen „schmelzen wie Schnee in der Sonne“ „Wir beobachten nicht ohne Sorge, wie sich die Marktsituation für die Recyclingunternehmen derzeit darstellt, die formstabiles PP und HDPE aufbereiten“, erklärte Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling. Einerseits, und das ist erfreulich, registriert der bvse einen vollständigen Absatz der Recyclate mit steigenden Preisen. Andererseits entwickeln sich die seit September 2021 um bis zu 90 % gestiegenen Preise für Ballenware für die Recyclingunternehmen zunehmend zu einem ernsten Problem. „Es gelingt den Recyclingunternehmen nicht mehr vollumfänglich, diese Kosten weiterzugeben, da manche Kunden die eigentlich notwendigen Preiserhöhungen nicht verkraften. „Das lässt die zum Teil knappen Margen wie Schnee in der Sonne schmelzen“, so Textor. Hinzu kommen, so der bvse, die teils explosionsartig gestiegenen Energiekosten. Wir sehen in diesem Bereich kurz- und mittelfristig leider keine Entspannung. Deshalb werden gerade kleine und mittelständische Unternehmen sehr genau ihre Liquidität im Auge behalten müssen, warnt der Fachverband Kunststoffrecycling. „Wir befürchten, dass diese Entwicklung, die bisher vor allem die PP und HDPE-Aufbereiter trifft, erst der Anfang ist und der Mittelstand, je länger diese Situation andauert, zunehmend unter Druck gerät“, befürchtet bvse-Fachverbandsvorsitzender Textor. www.bvse.de

7 2/2022 Der BDE stockt die Chefetage auf weltpolitik und Nachhaltigkeit beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe, ZDB e.V. sowie als Leiterin des Hauptstadtbüros des Deutschen Abbruchverbands, DA e.V auf die neue Aufgabe sehr gut vorbereitet, erläutert die Berliner Organisation. Aufgrund ihrer langjährigen Expertise im Energie- und Umweltrecht ist Dr. Dörte Fouquet zur Honorarprofessorin an der Leuphana Universität Lüneburg ernannt worden. Dort ist sie für das Lehrgebiet „Nachhaltigkeitsrecht“ von Prof. Dr. Thomas Schomerus zuständig. Deutschlands führendes Recommerce-Unternehmen rebuy baut seine Geschäftsführung aus. Ab Mitte Mai übernimmt Thomas Loock die Position des CFO. Er folgt damit auf Marcel Erian, der diese Stelle seit Oktober 2019 innehatte. Erian bleibt der Geschäftsführung erhalten und besetzt künftig die Stelle des COO. Martijn van Keulen ist seit Marz 2021 bei der Heitkamp Industrial Solutions GmbH als Director of Finance tatig und leitet das Finanzcontrolling und Rechnungswesen. Michael Sendermann wurde neuer Geschäftsführer der R. Kaschwig Schallschutz. Diese Funktion übt er zunächst gemeinsam mit Andreas Kaschwig aus, der mittelfristig aber aus dem operativen Geschäft ausscheiden wird. Für die Zukunft des innovativen Schall- und Arbeitsschutzherstellers die Expansion in neue Märkte, die interne Prozessoptimierung und die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber vorgesehen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken Dr. Frank Obenaus wird ab dem 1. Dezember 2022 neues Vorstandsmitglied für Wassermanagement und Technik bei den regionalen Wasserwirtschaftsverbänden Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV). Obenaus, aktuell Leiter des Geschäftsbereichs Betrieb bei EGLV, folgt damit Dr. Emanuel Grün (66), der nach vier Amtszeiten und dem Erreichen der Altersgrenze von 67 Jahren Ende November in den Ruhestand geht. Zur Person 1 Das Berliner Umweltministerium hat sich unter Ministerin Steffi Lemke neu organisiert. Leiterin der Abteilung T (Transformation, Digitalisierung, Circular Economy und Klimaanpassung) wurde MinDir’in Susanne Lottermoser. Die Kreislaufwirtschaft verantwortet MinDirig Dr. Christoph Epping. Für das „Recht der Kreislaufwirtschaft und des Ressoucenschutzes“ zeichnet MinR Dr. Frank Petersen. Beim BDE in Berlin gibt es künftig einen stellvertretenden Hauptgeschäftsführer im Verband sowie jeweils einen Geschäftsführer für die Bereiche Technik und Recht. So übernimmt Dr. Andreas Bruckschen ab sofort die Aufgaben des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers beim BDE. Der 57-Jährige bisherige Geschäftsführer ist seit 2009 beim Verband und verantwortete dort die Kreislaufwirtschaft. Geschäftsführerin für den Bereich Technik wird Sandra Giern. Die 45 Jahre alte Umwelt-Ingenieurin ist seit 2005 beim BDE tätig. Jens Loschwitz ist künftig Geschäftsführer Recht. Der 49-jährige Jurist ist schon seit 2013 Justiziar beim BDE. Sylvi Claußnitzer wurde neue Geschäftsführerin von RETech zum 01. Mai: Sie ist durch Ihre bisherigen Positionen als Referentin für Umwelt- und Technikpolitik beim VDMA und Abteilungsleiterin UmSylvi Claußnitzer Foto: Sylvi Claußnitzer

8 2/2022 Carbonfasern Recycling dank Nassvlies Mit einer Nassvliesanlage forscht das Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV in Augsburg nun an der Rückführung rezyklierter Carbonfasern. Carbonfaserverbundwerkstoffe sind u. a. aufgrund ihres Leichtbaupotenzials überall im Einsatz, z. B. in der Luftfahrtindustrie, in Windkraftenergieanlagen, im Automotive-Bereich und bei der Herstellung von Sportgeräten. Entlang der Prozesskette und am Ende der Nutzungsphase entstehen verschiedene Arten von Abfällen, die man eigentlich wiederverwenden kann. Die Anlagenprozesse ähneln der einer Papierherstellungsanlage. Der entscheidende Unterschied: nicht Papierfasern werden zu Papier, sondern recycelte Carbonfasern werden zu Vliesstoff-Rollwaren verarbeitet. Die Carbonfaser bekommt somit ein zweites Leben und findet sich umweltfreundlich in Form von Vliesstoffen z. B. in Türverkleidungen, Motorhauben, Dachstrukturen, als Unterbodenschutz (Automobil), Hitzeschilder (Helikopter-Heckausleger) sowie im Flugzeug-Interieur wieder. Die angewendete Technologie, die Nassvliestechnologie, ist eines der ältesten Vliesbildungsverfahren (um 140 v. Chr. bis 100 n. Chr.). Als Industriezweig mit vielseitigen Anwendungsfeldern finden sich Nassvliesstoffe längst nicht mehr nur in klassischem Papier. Vielmehr erstrecken sich die Anwendungsfelder beispielsweise von Klebstoff-Trägerfilmen über Verpackungsmaterial bis hin zu Banknoten sowie deren prozessintegrierten Wasserzeichen und Sicherheitsmerkmalen. Zukünftig kommen besonders nachhaltige Technologiefelder rund um Batteriekomponenten, Brennstoffzellenelemente, Filtrations-Schichten, bis hin zu funktionsintegrierten Werkstofflösungen z. B. mit EMI-Abschirmfunktion hinzu. Die Nassvliesanlage am Augsburger Standort kann jegliche Fasermaterialien wie Natur-, Regenerat- und Synthetikfasern – vor allem recycelte Carbonfasern – zu innovativen und neuartigen Vliesstoffen verarbeiten. Dabei ist die Anlage gezielt als Pilot-Linie im Technikums-Maßstab ausgelegt und bietet größtmögliche Flexibilität hinsichtlich Materialvarianten und Prozessparametern. Zudem wird eine ausreichend hohe Produktivität gewährleistet, um nachfolgend skalierte Verarbeitungsversuche (z. B. Demonstrator-Fertigung) zu ermöglichen. www.igcv.fraunhofer.de Nachrichten Faseraufbereitung für die Nassvliesherstellung. Foto: Strohmayr Abwasser-Verwertung Rohstoffe für Bio-Plastik Eine klimaneutrale und umweltfreundliche Lebens- und Wirtschaftsweise bedeutet unter anderem, Rohstoffe möglichst vollständig in einen Kreislauf zu führen. Dazu gehört nicht nur die Ressourceneffizienz in der Produktion, sondern auch die Nachnutzung von Abfällen und Abwasser. In dem Projekt KoalAplan („Kommunales Abwasser als Quelle für Ammoniumstickstoff, Wasserstoff und Bioplastik“) wollen Forschende unter der Leitung der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT und weitere Beteiligte nun anhand verschiedener biologischer Verfahren hochwertige Produkte aus kommunalem Abwasser gewinnen. Organischer Kohlenstoff ist der Hauptbestandteil von Abwasser. Dieser wird bisher in Methan umgewandelt. „Ein Ziel des Projekts ist es, weitere nachhaltige Produkte aus dem Abwasser zu erhalten. Bei der Reinigung des Abwassers im Hauptstrom etwa soll Ammonium zurückgewonnen werden, das als Dünger für den Landbau dient“, sagt Professor Harald Horn vom Engler-Bunte-Institut – Wasserchemie und Wassertechnologie des KIT und Projektkoordinator von KoalAplan. www.bvse.de

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10 2/2022 Titel Der Neustart kommt zum richtigen Zeitpunkt. Umweltpolitisch ist Krise angesagt. Plastikstrudel im Meer, Mikroplastik im Blut, Müll im Überfluss und eine Circular Economy, die sich noch tragfähig formieren muss. Dazu die alles überlagernden Themen Klima und Energie, bei denen sich der Fortschritt erneut als Schnecke beweist. Der Themenrucksack – und damit das Lastenheft der internationalen Gesellschaften - ist prall gepackt. Die Messe – und vor allem die Aussteller können zeigen, wie sie die Umweltbelastungen technologisch verringern können. Die Münchener verweisen derweil auf gute Buchungszahlen und große Namen: In einigen Bereichen sei die Nachfrage größer als das Platzangebot. Im Bereich „Kreislaufwirtschaft und Entsorgung“ sind Remondis, Veolia, PreZero, EEW Energy from Waste, Doppstadt Umwelttechnik, Komptech, Arjes, Sutco RecyclingTechnik, Eggersmann, Lindner-Recyclingtech, Zeppelin Baumaschinen, Sennebogen Ma-schinenfabrik, LiebAm 18. Mai 2018 war für die nächsten Jahre Schluss: Die Ifat entließ die letzten Besucher, Aussteller packten zusammen und freuten sich auf das Wochenende. Schließlich war es Freitag. Und in etwa zwei Jahren würde man sich wiedertreffen. Niemand ahnte, was da kam: Die Covid 19-Pandemie machte der Folgeveranstaltung einen Strich durch die Rechnung, Networking ging eher mehr als weniger am Bildschirm vor sich und ein freundlicher Handshake: Was ist das? Die weltgrößte umwelttechnische Messe lag für vier Jahre auf dem Trockenen. Jetzt, am 30. Mai (bis 3. Juni) können die Besucher wieder die Hallen stürmen. Messen sind wieder möglich. Messe München-Chef Stefan Rummel verweist auf Münchener Erfahrungen mit Veranstaltung unter Pandemie-Bedingungen (IAA Mobility, Productronica…) und hegte schon frühzeitig Zuversicht: „Im Frühjahr werde sich die Auflagen entsprechend der pandemischen Lage entspannen“ – wie auch die Infektionszahlen in der Rückwärtsbewegung sein sollten. Globaler Branchentreffpunkt Ifat: ab 30. Mai auf dem Münchener Messegelände Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Stände werden pünktlich aufgebaut. In der Woche vor Pfingsten trifft sich die Umweltbranche in München zur Ifat. O’gricht is,... pack ma‘s

11 2/2022 Titel herr-Hydraulikbagger, Komatsu, Zöller-Kipper, Martin, SSI Schäfer und ESE, um nur einen Auszug zu nennen, am Platz. Der wichtige Bereich „Wasser und Abwasser“ wird unter anderem repräsentiert von: Wilo, Huber, Invent Umwelt- und Ve r f ahrens t echn i k , Grundfos, KSB, Sulzer, Xylem Europe, Netzsch, Endress+Hauser, Gea Westfalia Seperator Group, Kaeser Kom-pressoren, EnviroChemie, Otto Graf, Aerzener Maschinenfabrik, Veolia Water Technologies, AVK Armaturen, Hawle Armaturen, Talis, Siemens, Hermann Sewerin, Aco Tiefbau, Kaiser und IBAK. Kommunaltechnik bringt unter anderem Faun Umwelttechnik, Bucher Municipal, Aebi Schmidt, Küpper-Weisser und Fayat Environmental Solutions, bei den Fahrzeugen sind mit dabei Iveco Magirus, Scania, Volvo Group Trucks, DAF Trucks, Daimler Truck und Mercedes Benz nach München. Allesamt etablierte Namen. Wo bleiben die Jungen Wilden, vulgo Start-ups? Für die ist eine derartige Veranstaltung substanziell, oder wie Ifat-Projektleiter Philip Eisenmann feststellt: „Es ist hochspannend zu sehen, wie groß das Interesse von Start-ups an der Messe ist. Sie brauchen dringend der Zugang zu den Märkten, um ihre innovativen Lösungen in die Welt zu tragen.“ Die Kernthemen in München Industrielle Wasserkreisläufe und kommunale Abwassertechnik sowie das Wassermanagement belegen einen großen Teil des Messegeländes. Dabei gilt die Wasserknappheit in vielen Bereich der Erde als Triebfeder. ‘Zero Liquid Discharge‘ oder auch abwasserfreie Produktion bietet sich als Chance der Ressourcenschonung an. Bei der industriellen Zielsetzung, sich von administrativen Beschränkungen freizumachen oder bei der Umsetzung unternehmenseigener Umweltziele ist ZLD eine Chance. „Deutsche Automobilhersteller gehören hier zu den Vorreitern, die sich oftmals sehr strikte Vorgaben für die Entsorgungsmengen ihrer industriellen Abwässer auferlegen“, erläutert Thomas Dotterweich, Senior Projektingenieur bei der auf die Aufbereitung von Industrieabwasser spezialisierten H2O aus. Im Gegenzug wollen sich Kommunen den Aufgaben stellen, die mit temporär zu viel oder zu wenig Niederschlagswasser entstehen. Die wasserwirtschaftliche Ausrichtung der Gebietskörperschaften auf den Klimawandel ist ein weiteres Kernthema an der Isar. Im Zuge des Climate Change werden aller Voraussicht nach auch Städte und Gemeinden in Deutschland künftig noch häufiger und stärker von Starkregen, Hochwasser, Hitzeperioden und Trockenheit betroffen sein. Schwammstädte, aufgeklärte Zeitgenossen sagen sponge cities, liegen im Trend. Als europäische Vorbilder gelten Großkommunen wie Wien und Kopenhagen. Dahinter steht die Idee, möglichst viel Regenwasser durch urbane Grünzonen, Feuchtgebiete, Wasser- und Überflutungsflächen sowie Multifunktions-Speicherräume aufzunehmen, statt es direkt in Kanäle und Vorfluter abzuleiten. Im Idealfall gelingt es dadurch, nicht nur die Folgen von Unwettern abzudämpfen, sondern Regenwasser für nachfolgende Trockenzeiten zu speichern. Damit lassen sich dann Bäume und Grünflächen am Leben erhalten, die zusammen mit begrünten Dächern und Fassaden zur Kühlung und Luftverbesserung der Stadt beitragen. Und schließlich die Kreislaufwirtschaft, die sich heute unter dem Titel ‚Circular Economy‘ einen neuen Anstrich gegeben hat. National ist sie als ‚Kreislaufwirtschaftsstrategie‘ im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Gleichzeitig hat der 2019 verabschiedete EU Green Deal erheblichen Einfluss. Große Bedeutung entwickelt hier der Kunststoff als Sorgenkind auf mehreren Ebenen. Weltweit betrug die Jahresabfallmenge 2019 insgesamt 460 Mio. t. Nur etwa 45 Mio. t wurden recycelt, weitere ca. 90 Mio. t verbrannt. Der Rest wurde auf Deponien verbracht oder landete in den Kunststoffstrudeln der Meere. Neben den vielzitierten Problemen mit Mikro- und Makroplastik haben Kunststoffe auch einen beträchtlichen Kohlenstoff-Fußabdruck: Sie tragen während ihres gesamten Lebenszyklus mit 3,4 Prozent zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Die Schließung von Materialkreisläufen könnte diesen Fußabdruck erheblich verringern. Das sind alles Themen, die vom Dachthema ‚Klimawandel‘ überlagert werden, aber direkt in die Auswirkungen hineinspielen. Es ist das zentrale Thema der globalen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten. Die Vorboten und ersten Auswirkungen des Klimawandels zeigen die Notwendigkeit der Ifat als Treffpunkt und Technologietreiber weltweit. Kein Besuch ist eigentlich keine Alternative. bw www.ifat.de Persönliche Gespräche wieder möglich: Die Ifat führt Geschäftskontakte wieder in die alte Spur zurück. Foto: Messe München

12 2/2022 Titel BHS Sonthofen Mehr Output – geringerer Verschleiß BHS Sonthofen legt den Fokus auf die Feinaufbereitung von metallhaltigen Reststoffen – beispielsweise aus der Automobi l verwertung oder Elektro- und Elektronikschrott. Einen zweiten Schwerpunkt bildet das in verschieden Referenzen erprobte Verfahren zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Als Exponate präsentiert BHS passend dazu die Rotorprallmühle mit neuem Hämmerdesign, einen Horizontaltrockner sowie einen Trenntisch. Beim Messeauftritt steht die Feinaufbereitung von verschiedenen metallhaltigen Reststoffen im Vordergrund, wie zum Beispiel aus der Automobilverwertung (ASR), E-Schrott aber auch Müllverbrennungsasche (MVA). „BHS-Sonthofen hat mit umfangreichen Tests sein Verfahren zur Feinaufbereitung weiterentwickelt und so die Output-Qualität weiter verbessert“, erklärt Daniel Weber, Leiter des Geschäftsbereichs Recycling & Umwelt. „Das Verfahren funktioniert unter Berücksichtigung von materialspezifischen Anforderungen für ASR genauso wie zur Feinaufbereitung sämtlicher weiterer metallhaltiger Materialien wie Elektro- und Elektronikschrott oder Kabelreste.“ Herzstück des Verfahrens zur Feinaufbereitung ist die Rotorprallmühle, die BHS mit neuem Hämmerdesign auf der Messe präsentiert. Die Rotorprallmühle vom Typ RPMX ist ein Hochleistungs-Zerkleinerer, der mit seinem Schlägerrotor und der speziellen Ringpanzerung Maßstäbe in der Feinaufbereitung und Metallrückgewinnung setzen soll. Die Maschine trennt Materialverbunde und entfernt Kabelummantelungen und andere an Metallen anhaftende Stoffe. Das neue Hämmerdesign der Rotorprallmühle optimiert den Aufschluss und die Verkugelung des Outputs deutlich – bei gleichzeitig geringerem Verschleiß. Durch die verbesserte Output-Qualität sind weniger, beziehungsweise kürzere Durchläufe nötig, weswegen die Durchsatzleistung höher ist. Zudem stellt BHS ein neues Wartungskonzept für die Maschine vor, das Wartungs- und Inspektionsarbeiten durch den Betreiber vereinfacht und in Kombination mit dem neuen Hämmerdesign für eine hohe Maschinenverfügbarkeit sorgt. Einen zweiten Schwerpunkt setzt das Unternehmen beim Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. BHS hat hierzu eine mechanische Komplettlösung entwickelt, deren Fokus auf einer hohen Rückgewinnungsquote der enthaltenen Ressourcen liegt. Das Verfahren wurde bereits weltweit bei Kunden erprobt. Dank des durchgängig inerten Prozesses vom Zerkleinerer bis zum Trockner lassen sich Gefahren wie Brände oder das Austreten von giftigen Gasen vermeiden. Messebesucher erwartet der Horizontaltrockner vom Typ HTC 140, der bei diesem Verfahren zum Einsatz kommt. Im Prozess setzt der Trockner ein Vakuum an und heizt die vorzerkleinerten Batterien auf, um potenziell toxische Bestandteile sicher zu verdampfen. Nach der Trocknung geht keine Gefahr mehr von den zerkleinerten Batterien aus. Aus dem neuen Technologiebereich Trenn-, Sortier- und Klassiertechnik wird am Messestand ein Trenntisch von BHS und RW Recycling World zu sehen sein. An dem Schweizer Unternehmen ist BHS-Sonthofen seit 2021 beteiligt. Die Kooperation erlaubt es, Produkte aus der Trenn-, Sortier- und Klassiertechnik in Verfahren von BHS zu integrieren, um Lösungen aus einer Hand anzubieten – so zum Beispiel bei dem Feinaufbereitungsverfahren. Mit der dadurch erweiterten Wertschöpfungstiefe und Verfahrenskompetenz hat die Unternehmensgruppe aus Sonthofen ihre Position als Technologieführer für das Recycling von metallhaltigen Verbundstoffen und industriellen Abfällen weiter gestärkt. www.bhs-sonthofen .de B4 351/450 Ein neues Hämmerdesign der Rotorprallmühle vom Typ RPMX verbessert die Output-Qualität bei Aufschluss und Verkugelung von metallhaltigen Verbundstoffen. Foto: BHS

13 2/2022 Titel Austropressen Management der Zukunft Produkte für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft mit Innovation, Leistung und Energieeffizienz zeigt Austropressen. „Effizientes Abfallmanagement der Zukunft“ ist dabei das Leitmotiv für Information, Austausch und Beratung. Zu sehen sein sollen entscheidende Entwicklungen und Erfahrungswerte: • die vollautomatische Kanalballenpresse APK-ES90 • die neu konstruierte vertikale Pressenserie APV easyline • die äußerst starke APV 500 und die Mehrkammerpresse APV200-2 www.austropressen.com B5 550 Einsatz im Penny-Markt: Austropressen. Foto: Austropressen Doppstadt Universelles Tool Die Doppstadt Gruppe präsentiert sich mit aktuellen Aufbereitungslösungen im Freigelände, nicht mehr in Halle. Angeboten wird unter anderem das mobil-modulare Aufbereitungskonzept MMAK. Die Lösung für mehr Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Rechtssicherheit kombiniert Serienmaschinen und -Komponenten zu einem Anlagenkonzept. Im Fokus der Ausstellung im Freigelände steht der universell und flexibel einsetzbare Methor. Das Multitool ließe sich an vielfältige Einsatzbedingungen anpassen und stelle somit eine smarte Lösung für mehr Vielseitigkeit dar. Zusätzlich zu der Ausstellung im Freigelände ist Doppstadt Teil der Aktionen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dort können Kunden und Partner die Maschinen live im Einsatz erleben. www.doppstadt.de FGL 709/1 Flexseal Rohre verbinden Immer eine sichere Verbindung: Unter diesem Motto vermarktet Flexseal seit mehr als 30 Jahren ein breites Sortiment an Rohrverbindungstechnik und löst mit seinen Produkten beinahe jedes Verbindungsproblem. „Auf der Ifat können wir unsere standardisierten und maßgeschneiderten Lösungen endlich wieder live präsentieren. Wir freuen uns auf die persönlichen Gespräche auf der Messe und auf den direkten Austausch mit Kunden, Partnern und Interessenten“, sagt Michael Penalver Giar, Geschäftsführer. Damit der Gesprächsstoff nicht ausgeht, bringt der Spezialist für Rohrverbindungen eine Auswahl an bewährten und neuen Produkten mit: etwa seinen Innen-/Außen-Adapter, der in neuen Nennweiten erhältlich ist, oder den Steckverbinder Pushfit, der Rohre mit unterschiedlichen Außendurchmessern über die Innenflächen verbindet, wenn keine klassische Manschettendichtung verwendet werden kann. Sollen Rohre mit verschiedenen Außendurchmessern über 2B-Manschetten verbunden werden, sind Flexseal Ausgleichsringe eine ideale Ergänzung: Sie sind in sechs Ringstärken oder auch als kundenspezifische Sonderanfertigungen erhältlich. Universell einsetzbar ist der patentierte, faltbare Flexring, der in drei Nennweiten verfügbar ist. www.flexseal B3 145/244 Spezialist für Rohrverbindungen: Flexseal Foto: Flexseal

14 2/2022 Titel Andritz Für Wasser und Abfall an der Isar Andritz reist mit einer breiten Palette an bewährten aber auch neuen Technologien, Dienstleistungen und Automatisierungslösungen für die Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft an die Isar. Vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 wird Andritz seine Produkte und Lösungen an zwei verschiedenen Standorten der Messe präsentieren: Das Underdrain system ist ein wartungsfreier Schwerkraftfilter, der einen reibungslosen Filtrationsprozess garantieren soll. Das Portfolio wird durch Wasserentnahmesiebe aus Edelstahl mit austauschbaren Sieben, die Reparatur- und Wartungskosten limitieren, ergänzt. Wirtschaftliche Pumptechnologien wie die Tauchmotorpumpe mit hohem Wirkungsgrad von bis zu 88% und Leistungen bis zu 2.200 m³/h. Das Design dieser Pumpe ermöglicht eine optimierte Beförderung von vorgereinigtem Abwasser. Effiziente Lösungen zur Eindickung und Entwässerung von Schlämmen (Schneckenpressen, Dekanterzentrifugen, Filterpressen, Trommel- und Bandeindicker), die für einen zuverlässigen und stabilen Schlammaufbereitungsprozess zu vertretbaren Kosten sorgen. Neue, KI-unterstützte Systeme zur automatischen Flockungsmitteldosierung in Echtzeit tragen dazu bei, die Betriebskosten um bis zu 40% zu senken. Bewährte Schaufel-, Band-, Trommel- und Fließbetttrocknersysteme, die dabei helfen, die Entsorgungskosten zu minimieren, indem sie eine breite Palette von getrockneten Schlammprodukten rentabel herstellen. Wirbelschichtkessel setzen Abfall als Brennstoff ein und sind geeignet, fast alle Brennstoffarten, wie RDF-Ersatzbrennstoff (refuse-derived fuel), vorbehandelten kommunalen Feststoffabfall sowie Industrieabfall, Schlamm (z.B. Papierschlamm, kommunaler Klärschlamm) und vieles mehr, thermisch zu behandeln. Bio • Recyclinglösungen für eine Vielzahl an unterschiedlichen Anwendungen, wie z.B. Elektroschrott, Produktion von EBS, Textilabfälle und vieles mehr. Andritz Recycling präsentiert auchseinneuesAndritzRecycling Technology Center sowie die neuesten Innovationen der ADuro- Shredder-Produktlinie. • Modernste Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen zur Effizienzoptimierung und Gewinnmaximierung für neue und bestehende Anlagen. • Servicelösungen, die von Ersatzteilen, Upgrades und Leihmaschinen bis hin zu Service Level Agreements, Prozessoptimierung und Schulungsprogrammen reichen, um Ausfallzeiten zu reduzieren, die Vorhersagbarkeit im Betrieb zu erhöhen und die Gesamteffizienz des Produktionsbetriebs nachhaltig zu verbessern. www.andritz.com A1 350 (Wasser Abwasser); B6 151/250 (Abfall) Hammel Schluckt nahezu alles Das Zwei-Wellen-Prinzip begleitet Hammel bei seinen Zerkleinerern seit nun mehr als 26 Jahren. Die Standardmodelle gehören zu den extremen Langsamläufern und können in der Aufbereitung von nahezu allen Materialien z.B. Altholz, Wurzelstöcke, Bahnschwellen, Haus- und Gewerbemüll, Aluminium, Metalle bis hin zu Autokarosserien, eingesetzt werden. Unter anderem entwickelt der Austeller Komplettanlagen und Sondermaschinen. Alle Zerkleinerer im Dieselbereich sind mit der neuesten Abgasstufe 5 ausgestattet. Seit dem Jahr 2021 ist bereits eine neue Schredder - Generation – der Vorbrecher Typ VB 750 DK Long Version mit CAT C9.3 – Stufe 5 Motor (380 PS) auf dem Markt. Das neu konzipierte und verlängerte Hackwerk, mit extra langen Zerkleinerungswellen, macht die Maschine zu etwas Besonderem, sagt Hammel: Sperriges, aber auch großvolumiges Aufgabegut wie z. B. Spanplatten und Sperrmüll könnten unkompliziert mittels Radlader beladen werden, sowie eingezogen und zerkleinert werden. B6 141/240 www.hammel.de Bei der Arbeit: Zerkleinerer als Langsamläufer. Foto: Hammel

15 2/2022

16 2/2022 Titel Waschanlage für geschreddertes PP Rieseln und reinigen Für die Primärproduktion von einer Tonne PP werden rund 5,2 Tonnen Rohstoffe benötigt und 1,7 Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Wohingegen bei der Nutzung von einer Tonne Polypropylen aus Sekundärrohstoffen, etwa aus Kunststoffabfällen, nur etwa 225 Kilogramm Ressourcenverbrauch und eine knappe Tonne Treibhausgase anfallen. Herbold Meckesheim hat eine neueWaschanlage zur Zerkleinerung und Reinigung von Hartkunststoffen aus Polypropylen im Programm, um Regranulate zu erzeugen. Gelobt werden sowohl der hohe Reinheitsgrad der Rezyklate als auch der große Durchsatz, dazu die Belastbarkeit und Wartungsfreundlichkeit sowie der hohe Automationsgrad. Ausgelegt für hohe Kapazitäten und für einen 24-Stunden-Dauerbetrieb lassen sich zwei Tonnen PP-Flakes in der Stunde produzieren – bei einer Restfeuchte von weniger als einem Prozent und einer Flake-Größe von kleiner/gleich zwölf Millimetern. Zunächst rieselt an einer Bigbag-Entleerstation das PP-Shredder-Gut über den Bodenauslauf des Bigbags in einen Trichter mit 0,5 Kubikmetern Volumen. Von hier wird das Material via Schnecke auf ein Förderband ausgetragen. Ein großer Pufferbunker (Typ SB2) von rund zwei Kubikmetern führt den Materialstrom gleichmäßig dem nachgeschalteten Störstoffabscheider zu. Vorgeschredderte Flaschen Der Störstoffabscheider (Typ SAS 50/430) sondert schwere Fremdstoffe wie Metalle, Steine oder Glas ab zum Schutz der nachgeschalteten Einheiten wie Schneidmühle und Friktionswäscher. Um Verluste an Polypropylen zu minimieren, ist eine Aufströmung durch eine Pumpe integriert. Die leistungsstarke Nassschneidmühle (Typ SML 60/145) übernimmt dann die Zerkleinerung der auf 30 Millimeter vorgeschredderten PP-Flaschen. Durch eine hohe Friktion erzielt die Mühle einen hohen Reinigungseffekt und weist durch die Wasserzugabe lediglich einen geringen Verschleiß an Schneidmessern, Gehäuse und Sieb auf. Der Rotor besitzt austauschbare Messerauflagen und die Verschleißplatten sind auswechselbar, wodurch die Maschine kombiniert mit der optimalen Zugänglichkeit komplett verschleißgeschützt ist. Im nächsten Schritt reinigt der Friktionswäscher (Typ FA 3000) die PP-Flakes. Dabei scheidet er Schmutzwasser genauso wie Feinanteile und Papierfasern ab und fördert das Produkt weiter zum Trenntank; der Rotor des Wäschers ist dank auswechselbarer Verschleißplatten wartungsarm. Im Trenntank (Typ SSB 4000/1800) – mit Wasser als Medium zur Dichtetrennung – werden die Flakes als Schwimmgut mithilfe einer Entwässerungsschnecke zum nachgeschalteten mechanischen Trockner transportiert und Partikel mit einer Dichte von über einem Gramm pro Kubikzentimeter wie PVC oder PET als Sinkgut von einem Kratzkettenförderer ausgetragen. Der mechanische Trockner (Typ T 1015 PA) befreit die gewaschenen PP-Flakes von Feuchtigkeit und scheidet Restverschmutzungen wie Papierfasern ab. Eingebettet in ein feuerverzinktes Gehäuse bietet die Maschine eine pneumatisch betätigte, mechanische Abreinigung mit Spülvorrichtung für die Sieboberfläche und auswechselbare Verschleißplatten an den Rotorflügeln für geringen Reinigungsaufwand. Über eine ebenfalls pneumatische Förderung folgt der Weitertransport zum Windsichter (Typ SZS 630/212), der mit einem Kanal in Zick-Zack-Bauweise zum Heraussichten von Leichtgut wie Folien, Textilien, Fasern oder Staub aufwartet. Zur Absackung steht schließlich eine Doppel-Bigbag-Station bereit. Hier werden die beiden Produkte Leichtgut und gereinigte PP-Flakes pneumatisch in Bigbags abgepackt. www.herbold.com B5 153 Störstoffabscheider, Friktionswäscher und Nassschneidmühle der PP-Waschanlage. Foto: Herbold Meckesheim

17 2/2022 Titel Prezero Fahrt zur Eittinger-Sortieranlage Unter dem Motto „#PreThink – Shaping a circular future“ öffnet PreZero seinen Stand. Das Unternehmen bündelt alle Kompetenzen der Kreislaufwirtschaft unter einem Dach. Auf der Ifat stellt PreZero erstmals als internationaler Umweltdienstleister das gesamte Leistungsspektrum seiner elf Länder vor. Vertretern aus Kommunen und Unternehmen wird am Messestand eine bedarfsgerechte Beratung angeboten. Diskussionsrunden mit hochkarätigen Gästen runden das Messe-Angebot ab. PreZero präsentiert sich mit einem dialogorientierten Konzept. Der Stand lädt die Besucher ein, die Vielfalt der Dienstleistungen und Produkte wie Kunststoff- oder Aluminium-Rezyklate hautnah zu erleben: In vier „Experience Centers“ werden die verschiedenen Schritte des Wertstoffkreislaufs präsentiert. Videos und Vor-Ort-Beratungen sorgen für bedarfsgerechte Informationen. In Vortragsrunden, die direkt am Messestand angeboten werden, diskutiert das Unternehmen mit Vertretern aus Politik, Forschung und Wirtschaft über die Zukunft der Kreislaufwirtschaft. Zudem erhalten Besucher die Möglichkeit, die kürzlich in Betrieb genommene Sortieranlage für Leichtverpackungen im benachbarten Eitting zu besichtigen und dort die neuesten Innovationen im Bereich Sortiertechnik hautnah zu erleben. www.prezero.com A6 239 Pfreundt Kräfte messe beim Wiegen Die exakte Verwiegung von Materialstromen spielt in der Entsorgungs- und Recyclingbranche eine wachsende Rolle, sei es fur den Wiederverkauf sortenrein aufbereiteter Materialien oder die Abrechnung nach Gewicht. Deshalb nutzt Pfreundt die Ifat zur Demonstration seiner Wiegelosungen fur jeden Prozessschritt – das Sammeln, Sortieren, Aufbereiten und Transportieren. Denn die Sülohner hätten prazise Wiegetechnik fur jede Maschine und jedes Fahrzeug im Portfolio, von Abroll- oder Absetzkipper, uber Front-, Teleskop- oder Radlader, bis hin zu Kran, Bagger, Stapler oder Forderband sowie die entsprechende Softwarelosung zur Weiterverarbeitung der erfassten Wiegedaten. Das Highlight besteht in der Prasentation der Systemlosungen in verschiedenen Auspragungsstufen. Diese dienen der Vereinfachung aufwendiger, zeitintensiver Arbeitsablaufe und Prozessschritte und konnen auf die jeweiligen Betriebsanforderungen maßgeschneidert werden. Uber die automatisierte Echtzeit- Ubertragung der erfassten Wiegedaten an das hauseigene Web Portal und eine entsprechende Schnittstelle wird daruber hinaus eine direkte Anbindung an das Warenwirtschaftssystem des Kunden zur Weiterverarbeitung der erfassten Daten ermoglicht. Zudem konnen sich Besucher einen Uberblick uber die vielfaltigen Erweiterungsoptionen verschaffen. Dazu gehoren unter anderem Kameras zur Erfassung der LKW-Ladung oder Kennzeichenerkennung, eine Ampelsteuerung, Großanzeigen und Schrankenanlage. Abgerundet wird die Messeprasenz von der beliebten Tauziehaktion, bei der Besucher ihre Krafte messen konnen. www.preundt.de A6 240

18 2/2022 Titel Trennso Drei Kompetenzen Das Maschinenbauunternehmen Trennso-Technik aus dem bayerischen Weißenhorn hat das schon vor über 30 Jahren erkannt: Die Umwelt schützen, Ressourcen schonen, Wertstoffe recyclen – Ökologisches Bewusstsein und ökonomische Interessen zu vereinen ist ein Kernthema der Gegenwart. Mit ihren Lösungen zum Trennen und Sortieren von unterschiedlichsten Materialien zählen sie sich zu den Marktführern in ihrem Segment. Dies betrifft insbesondere die drei Kernkompetenzfelder Recycling, Schüttgut und Lebensmittel. Weltweit bauen sie Anlagen individuell an die Bedürfnisse ihrer Kunden angepasst. Diese können Sortieren als Modulbauweise: Umfassendes Portfolio bei Trennso. Foto: Trennso sowohl aus Einzelmaschinen als auch aus Modulen bestehen, die durch ihre Technik und der daraus resultierenden Sortierqualität die potenziellen Kunden beeindrucken sollen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal sei die robuste Bauweise der Komponenten, die einen langjährigen und sicheren Betrieb beim Kunden gewährleisten würden. Das Maschinenportfolio umfasst Siebmaschinen, Trenntische und Windsichter. Die entsprechende Förder- und Dosiertechnik wie Elevatoren, Förderschnecken und Zellenradschleusen ergänzen die Technologie des eingesetzten Trockentrennverfahrens. Die Modelle des vielfältigen Produktportfolios können neben den Kernkomponenten alle komplementären Systeme beinhalten. Dazu gehören die Zerkleinerungs- und Vermahlungstechnik, die Magnet- und Wirbelstromabscheidung sowie induktive und sensorgeschützte Sortiertechniken. www.tst.de. B6 534 BDE Sonderfläche Kunststoff „Too precious to waste – Zu schade zum Wegwerfen“ – unter diesem Motto steht die Sonderfläche Kunststoff, die der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft auf der IFAT Munich 2022 zusammen mit der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK) realisieren wird. Die Weltleitmesse für Umwelt- und Recyclingtechnologie schlägt nach einer coronabedingten Zwangspause in 2020 in diesem Jahr wieder ihre Zelte in München auf. Vom 30. Mai bis zum 03. Juni erwarten die Aussteller Fachleute aus aller Welt zu. Dabei werden auf einer eigens angelegten Sonderfläche der Stoffstrom Kunststoff eine breite Informationspalette zum Material und Beispiele aus der Praxis für das Schließen des Kreislaufs bei Kunststoffen im Mittelpunkt stehen. Auf dem mehr als 200 m2 großen Ausstellungsareal in der Halle A6 werden insgesamt sechzehn Unternehmen aus dem Entsorgungs- und Recyclingbereich, aber auch Produzenten aus der Kunststoffindustrie ihre Beispiele des Kreislaufschlusses bei diesem Material vorstellen und anschaulich präsentieren. Dazu wollen sie mit Fachleuten und interessierten Besuchern ins Gespräch kommen und an einer extra eingerichteten „Werkbank“ ihre Verfahren und Produkte ansprechend in Szene setzen. www.bde.de A6 444

19 2/2022 Titel Zöller-Kipper Mit den Augen der KI Bereits im letzten Herbst übernahm Zöller-Kipper ein Detektionssystem zur Erkennung von Metallen im Abfall, das bereits in die Lifter-Systeme der Abfallsammelfahrzeuge integriert wurde. Nun treibt das Mainzer Unternehmen die Entwicklung in der Störstoff- und Wertstofferkennung durch die Nutzung digitaler Technologien weiter voran. Basierend auf den Ergebnissen eines umfangreichen Forschungsprojektes wird zusätzlich die optische Erkennung von Wertstoffen mithilfe „Künstlicher Intelligenz“ (KI) ermöglicht. Beide Systeme zur Feststellung von Stör- und Wertstoffen in der Abfallsammlung werden von der Scantec GmbH, einer neu gegründeten Tochtergesellschaft, angeboten. Die neue KI-Technologie nutzt verschiedene Kamerasysteme, welche nach jeder Entleerung eines Behälters anonymisierte Bilddaten des Abfalls in der Ladewanne erfassen. Anschließend werden die Daten mittels eigens entwickelten Deep-Learning-Algorithmen verarbeitet. Aktuell ist dieses System für Bio- und Restmüll ausgelegt. In Kombination mit dem Störstoff-Detektor wird so zukünftig die Qualität der gescannten Bilddaten erhöht. Thomas Schmitz, Geschäftsführer bei Zöller-Kipper, ist überzeugt: „Dank der regelmäßigen Erfassung der Müllzu- sammensetzung werden Fehleinwürfe schnell erkannt. Die Kommunikation dieser Fehleinwürfe an die Kommunen und Bürger kann zur erheblichen Verbesserung des Trennverhaltens beitragen.“ Vorteile sind neben der Verringerung von Problemstoffen im Abfall auch eine Reduktion der Restabfallmenge und die Steigerung der zu sammelnden Wertstoffmengen sowie die Einsparung von Kosten. www.zöller-kipper.de FG 710-5

20 2/2022 Titel RIGK Neue Regeln erläutert ‚Kreislaufwirtschaft braucht Kooperation‘ – unter diesem Motto will RIGK anlässlich des 30jährigen Bestehens dazu beitragen, interdisziplinäre Projekte zu initiieren und zu fördern, um gemeinsam Lösungen innerhalb des Netzwerks zur Stärkung des Recyclings zu finden. Gemeinsam informieren diese Unternehmen auf der IFAT über die vielfältigen Möglichkeiten, wie Hersteller Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte einschließlich Rücknahme und Verwertung übernehmen können, um so den eigenen Ansprüchen sowie den aktuellen und erwarteten gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Speziell im Hinblick auf die Novelle des Verpackungsgesetzes (VerpackG) zeigt RIGK, wie es die Teilnahme an herstellergetragenen Rücknahmesystemen erleichtert, die zusätzlichen Verpflichtungen im Umgang mit Industrie-, Transport- und Umverpackungen zu erfüllen. RIGK bringt Messebesucher auf den aktuellen Stand, erläutert die neuen Regeln und berät bei deren Umsetzung. 2022 engagiert sich RIGK bereits dreißig Jahre lang für das sichere, rechtskonforme Recycling von Verpackungen und Kunststoffen im Sinne von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Mit ihren Rücknahmesystemen leistet RIGK einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Das Spektrum Information als Aufgabe: Messestand der RIGK. Foto: RIGK reicht dabei von Verpackungen und Kunststoffen aus Industrie, Landwirtschaft und Gewerbe bis zur Rücknahme unbrauchbarer Pflanzenschutzmittel und Chemikalien im Agrarbereich. • Die Rücknahmesysteme für Kunden aus Industrie und Gewerbe – RIGK-System und RIGK-G(efahrstoff)-Systen für die Rücknahme gebrauchter und restentleerter Verpackungen nicht- bzw. schadstoffhaltiger Füllgüter sowie RIGK-Pickup-System mit Abholung der leeren Verpackungen direkt vor Ort – bündelt das Unternehmen unter dem Label RIGK Industrie. • Unter dem Label RIGK Agrar sind die Rücknahmesysteme für die Landwirtschaft zusammengefasst – das Pre-System für die sichere Rücknahme unbrauchbarer Pflanzenschutzmittel und anderer Chemikalien, Erde, Recycling für die Rücknahme gebrauchter Kunststoffe, Pamira-Beize für die Rücknahme von Saatbeizmittelverpackungen, das Pamira-System für die Rücknahme von Pflanzenschutzmittel- und Flüssigdüngemittelverpackungen. www.rigk.de A6 316 Allison Strom zwischen den Achsen Allison Transmission, Hersteller von konventionellen und elektrifizierten Antrieben fur mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge, stellt seine neuen Elektroachsen Allison eGen Power fur Mull- und Kommunalfahrzeuge vor. eGen Power ersetzt den traditionellen Antriebsstrang des Fahrzeugs und wurde so konzipiert, dass es zwischen den Rader der Lkw Platz hat. Es handelt sich um eine voll integrierbare Einbaulosung, die mit den gangigen Fahrzeugrahmen, Aufhangungen und Radanschlussen kompatibel ist und sich gut fur die meisten Allison eGen Power ist eine voll integrierbare Einbaulosung, die mit den gangigen Fahrzeugtypen kompatibel ist. Foto: Allison OEM-Fahrzeugfertigungsprozesse eignen soll. eGen Power enthalt vollintegrierte Elektromotoren, ein Mehrganggetriebe, Olkuhler und Pumpen. Es ist mit voll-batteriebetriebenen-Elektrofahrzeugen (BEV), Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEV) sowie mit Hybridanwendungen kompatibel. Die Technologie ist fur 100 % Rekuperation beim regenerativen Bremsen ausgelegt. C6 250 www.allisontransmission.com

21 2/2022 Titel rona-systems Auf Anwendungen ausgerichtet In der Abfall-, Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft stecken noch zahlreiche Effizienzpotenziale, die mit Digitalisierung genutzt werden können. So präsentiert rona:systems gleich fünf Neu- und Weiterentwicklungen, mit denen Abfall- und Recyclingunternehmen ihre Prozesse rund um Flotten- und Tourenmanagement, Vertrieb sowie mobile Anwendungen optimieren können. Hierzu gehören rona:mobile 4.0, office:map 4.0, office:hofliste 4.0, mobile:container 4.0 sowie mobile:sales 4.0. „Wir haben die Corona-Zeit intensiv genutzt, um unsere Anwendungspalette noch stärker auf den praktischen Anwendungsnutzen auszurichten. Umso mehr freuen wir uns jetzt darauf, Kunden und Interessenten die zahlreichen Ergebnisse unserer Entwicklungen auf der IFAT im direkten Kontakt vorzuführen“, so Rainer Marte, Geschäftsführer von rona:systems. rona:mobile 4.0: Die komplett digitale Flottenmanagementlösung zeigt ein verbessertes Design, ein flexibles Bedienkonzept und praktische Anwendungen, die das komplett digitale Flottenmanagement funktional erweitern. office:map 4.0: . Zahlreiche Verbesserungen vereinfachen Disponenten und Controllern nicht nur flexible Tourenplanungen und die ablenkungsfreie Kommunikation mit den Fahrern. Ein neues Dashboard sowie integrierte Berichte und Analysen erlauben auch einen stets aktuellen Blick auf valide Kennzahlen, transparente Statistiken und entscheidungsrelevante Entwicklungen des Fuhrparks. office:hofliste 4.0: Der digitale Hofschein verändert die Arbeit auf Wertstoffhören. Neben der digitalen Erfassung aller relevanten Daten (Gewicht, Zustand, etc.) durch mobile Geräte bietet das Modul ein komplett überarbeitetes Design zur intuitiven Handhabung und ein exakt auf individuelle Entsorgungsabläufe abgestimmten Workflow, der speziell für Touch-Geräte entwickelt wurde. Hofmitarbeitern stehen entsprechend der jeweiligen Aufgabe immer genau die passenden Anwendungen und richtigen Elemente zur Verfügung auf dem mobilen Endgerät zur Verfügung. mobile:container 4.0: Mit dem neuen Modul lassen sich nicht nur sämtliche Behälter und ihre Bewegungen dokumentieren, sondern auch neue Tonnen oder Mulden einfach am Tablet im System anlegen und mit einem RFID-Transponder oder QR-Code verbinden. Dank dieser mobilen Inventarisierungsfunktion können Behälterstandorte einfach geändert und bei Bedarf korrigiert werden. mobile:sales 4.0: Die neue Version des mobilen Informationssystems für Smartphone und Tablet sei dank optimierter Oberfläche intuitiv und leicht zu bedienen. Durch den abgesicherten Direkt-/Echtzeitzugriff auf die im Stammsystem rona:office hinterlegten Daten können diese Informationen unterwegs zusammengestellt und ausgewertet werden – egal, ob nach internen Vertriebsmaßgaben oder externer Kundenrelevanz. Ebenso möglich ist auch die Kontrakterstellung vor Ort samt Erfassung von Sonderkonditionen sowie die Analyse und das Management von Vertriebsaktivitäten. www.rona.at A6 108 Lödige Zwangsmischung mit Pflugschar Für eine effiziente und zuverlässige Klärschlammbehandlung sind kontinuierliche Pflugschar-Mischer eine mögliche Umsetzung. Lödige Process Technology zeigt eine entsprechende Lösung. Die Maschinen sollen Betreibern von kommunalen und industriellen Kläranlagen die Konditionierung von nassem und trockenem Klärschlamm ganz nach Anwendungsfall ermöglichen, etwa als Vorbereitung für die Monoverbrennung. Feuchte und getrocknete Klärschlämme, die im Pflugschar-Mischer in einem kontinuierlichen Prozess vermischt und konditioniert wurden, zeigten eine förderfähige Konsistenz, exakt den zum Erreichen des nötigen Brennwerts erforderlichen Feuchtegehalt und die Partikelgröße für eine optimale Konsistenz. Verkleben oder Verpasten des Schlamms werde vermieden. Auch Zusatzstoffe wie z. B. Kalk würden sich während der Verarbeitung problemlos einmischen lassen. Gegenüber anderen Behandlungsmethoden für kommunale oder industrielle Klärschlämme biete die Konditionierung im Pflugschar-Mischer Vorteile: Eine intensive Zwangsmischung bei gleichzeitig kurzen Prozesszeiten gewährleiste einen effizienten Betrieb mit idealen Ergebnissen. www.loedige.de A2 520

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