Automobilwirtschaft
Mercedes will Recycler werden

17.11.2021 Daimler will seinen Einsatz beim Fahrzeugrecycling deutlich erhöhen, so Vorstandschef Ole Källenius auf einer Branchen-Tagung des Handelsblatts.

Mercedes will sich mit einer eigenen Fabrik im Autorecycling engagieren.
© Foto: Pixabay
Mercedes will sich mit einer eigenen Fabrik im Autorecycling engagieren.

Nach eigenen Angaben recycelt der Autokonzern gegenwärtig etwa 25 Prozent der Fahrzeugteile, möglich sind aber nach seinen Angaben rund 90 Prozent.

Das wird jetzt angegangen. Dafür soll eine eigens eine Fabrik errichtet werde. Über Detail schwieg sich der Konzernchef noch aus. Näher ging er bei seiner Rede allerdings auf die Batteriezellen der E-Flotte ein. Hier soll es möglich werden, diese neu zu nutzen oder wiederzuverwerten. „Da sind große Fortschritte gemacht worden“, sprach der Autochef. Dies ist insbesondere von Bedeutung, weil das gesamte Pkw-Geschäft auf E-Antriebe ausgerichtet werden wird. Bereits im Juli wurde erheblich mehr Ehrgeiz in diese Richtung signalisiert: Schon 2025 soll jedes zweite Fahrzeug über einen Elektroantrieb, inklusive der Hybriden, verfügen. Bis Ende des Jahrzehnts möchte der Stuttgarter Konzern vollelektrisch werden, wo es die Marktbedingungen zulassen. Dazu soll auch die Batteriezellenproduktion hochgefahren werden.

Das Recycling der Antriebszellen wird bereits jetzt dringlich. Während Fachleute wie Matthias Schmidt, Chef der Recyclingfirma Erlos, erst in acht bis zehn Jahr mit nennenswerten Rücklaufzahlen rechneten, müssen die Recycler überrascht feststellen, dass bereits jetzt Batterien in beachtlicher Anzahl bei den Entsorgungsbetrieben anfallen. Dieses Jahr verwertet das Unternehmen zusammen mit einem Kollegenbetrieb rund 4.000 Tonnen Akkus von nahezu allen Anbietern. „Wir hätten nie gedacht, welche Mengen nach so kurzer Zeit schon anfallen würden“, äußerte sich Schmidt.

Mit dem wachsenden Engagement der Automobilindustrie kommt auch ein neuer Ausbildungsberuf ins Gespräch: Autorecycler.

 

 

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