BDE präsentiert Umfrageergebnisse zu Abfallmengen
Abfall in Zeiten von Corona und zu Weihnachten

15.12.2020 Die Corona-Pandemie hat insbesondere zu Weihnachten erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Abfallmengen und ihre Verteilung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des BDE unter seinen Mitgliedsunternehmen.

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Demnach haben die Entsorger sowohl während des „Lockdown heavy“ im März dieses Jahres als auch im jüngsten „Lockdown light“ mit einem Nachlauf von zwei bis drei Wochen die jeweiligen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die Abfallverteilung registriert. Das Ergebnis: Das durch die Kontaktbeschränkungen ausgelöste intensivere häusliche Leben spiegelt sich auch in einer Mengenverschiebung der Abfallströme bei Glas, Altpapier und Kunststoffabfällen wider.

Insgesamt stellten die Unternehmen schon während des ersten Lockdowns im März starke regionale Schwankungen fest. So ermittelten sie vereinzelt einen Zuwachs von 20 Prozent bei Glas und Leichtverpackungsabfällen aus Privathaushalten, während die Abfallmengen aus Industrie, Handel und Gewerbe mindestens stark rückläufig waren oder entsprechend ausblieben. Mit Ende der Maßnahmen fielen die Mehrmengen der Haushalte wieder rapide ab und stiegen selbst in der diesjährigen Urlaubssaison nicht mehr auffällig an.

In der Jahresbetrachtung sehen die Unternehmen einen Anstieg der Glasabfallmenge von durchschnittlich 5,9 Prozent. Der Mengenzuwachs bei Leichtverpackungen aus Kunststoffen, Metallen und Verbundmaterialien liegt demnach bei 5,7 Prozent.

In Sachen Mülltrennung zeichnet sich keine grundsätzliche Veränderung ab. Die Unternehmen weisen jedoch aktuell darauf hin, dass weiterhin viele Gesichtsmasken und Gummihandschuhe unsachgemäß in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sacken entsorgt werden.

Während sich beim Altpapier die Gewichtsmenge insgesamt kaum änderte und durch weniger grafische Papiere teilweise sogar zurückging, nahm das Mengenvolumen durch mehr Verpackungen aus Pappe und Karton zu. Dementsprechend lag der durchschnittliche Anstieg auch nur bei rund 1,7 Prozent.

Zum Jahresende rechnen die deutschen Entsorgungsunternehmen mit einer weiteren Zunahme der Mengen beim Verpackungsabfall. Je nach Abfallart liegt die erwartete Steigerung im Dezember im Vergleich zum Vormonat im Durchschnitt zwischen sechs und acht Prozent. Gründe dafür sind die üblichen saisonalen Entwicklungen zu Weihnachten, aber auch das veränderte Einkaufsverhalten der Verbraucher im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Demnach rechnet ein Großteil der befragten Unternehmen mit einem Anstieg der Leichtverpackungsmengen von im Schnitt 8,6 Prozent.

Mit einem Jahresvolumen von 30 Kilogramm pro Person ist der Anteil sogenannter Leichtverpackungen der größte Mengenstrom bei den untersuchten Abfallarten. Pro Jahr sammeln die Unternehmen ca. 2,5 Millionen Tonnen Leichtverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialen bei den privaten Haushalten.

Auch der Anteil von Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton wird über die Feiertage erwartungsgemäß zunehmen. Hier prognostizieren die Statistiker des Verbandes einen Zuwachs um durchschnittlich 6,9 Prozent.  Die Gesamtsammelmenge dieser Abfallart aus privaten Haushalten liegt jährlich bei rund 1,3 Millionen Tonnen. Das sind ca. 16 Kilogramm pro Kopf.

Einen Mengenzuwachs erwarten die Unternehmen auch beim Altglas. Dieser wird durchschnittlich mit einem Zuwachs von 6,4 Prozent geschätzt, jedoch mit starken regionalen Schwankungen von bis zu 20 Prozent mehr in Ballungsräumen. Insgesamt sammeln die Unternehmen pro Jahr eine Gesamtmenge an Altglas von insgesamt 1,8 Millionen Tonnen. Das sind im Jahr 22 Kilogramm Altglas pro Kopf.

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