DUH
Kritik an Bringsystemen zur Sammlung von Bioabfall

28.04.2021 Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert zur Sammlung von Bioabfall, die flächendeckende Einführung verbraucherfreundlicher Biotonnen.

© Foto: Pixabay

Seit 2015 sind Städte und Gemeinden in Deutschland verpflichtet, ihren Bürgerinnen und Bürgern ein System zur Getrenntsammlung von Bioabfällen, also von Küchen- und Gartenabfällen, bereitzustellen. Dies ist notwendig, damit das wertvolle Biogut nicht in der Restmülltonne landet und verbrannt wird, sondern getrennt gesammelt und verwertet wird. Dadurch werden Ressourcen und das Klima geschützt.

Unter anderem in der Region Trier hat man sich gegen das übliche Prinzip entschieden. Dort müssen Bürgerinnen und Bürger ihre Bioabfälle zu öffentlichen Sammelstellen tragen. Über dieses Bringsystem wurden 2020 lediglich 19,4 kg Bioabfall pro Kopf gesammelt. Die durchschnittliche Sammelmenge über die Biotonne liegt in Rheinland-Pfalz bei 81,9 kg und ist damit vier Mal höher. Die DUH lehnt Bringsysteme zur Sammlung von Bioabfall strikt ab und fordert stattdessen den Einsatz verbraucherfreundlicher Biotonnen.

Mit einer konsequenten und verbraucherfreundlichen Bioabfallsammlung könnten deutschlandweit rund 740.000 t CO₂ pro Jahr eingespart werden. Die gesammelten Abfälle können zu Biogas und Kompost verwertet werden. Bioabfall landet allerdings noch immer oft im Restmüll – 39 % des Restmülls in Deutschland sind Bioabfälle. Nach Recherchen der DUH stehen in Deutschland etwa 6,2 Mio. Bürgerinnen und Bürger in 47 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten keine Biotonnen zur Verfügung. Vier Millionen von ihnen müssen ihre Bioabfälle zu Kompostierungsanlagen, Wertstoffhöfen oder Sammelstellen bringen.

www.duh.de

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