Dürr baut Umwelttechnikgeschäft aus
Übernahme von Tochtergesellschaften der US-Konzerns Babcock & Wilcox

03.12.2018 Der schwäbische Anlagenbauer Dürr baut durch eine Firmenakquisition in den USA seine Position bei umwelttechnischen Anlagen zur industriellen Abluftreinigung aus.

Megtec bringt in den Zusammenschluss auch seine ESP-Nasstechnologie ein.
© Foto: Dürr Systems
Megtec bringt in den Zusammenschluss auch seine ESP-Nasstechnologie ein.

Durch die Akquisition der Kernmarken Megtec und Universal von Babcock & Wilcox entsteht ein Unternehmen mit rund 400 Mio. Euro Umsatz.
Die beiden Unternehmen ergänzen das Geschäft von Dürr mit Abluftreinigungstechnik. „Die globale Aufstellung des neu gebildeten Bereichs bietet eine hervorragende Basis für Wachstum in den nächsten Jahren“, so Jochen Weyrauch vom Vorstand der Dürr AG.
Der Erwerb soll im dritten Quartal 2018 abgeschlossen werden und steht unter dem Vorbehalt des Eintritts üblicher behördlicher Genehmigungen. Der Kaufpreis beträgt rund 110 Mio. Euro.
Das industrielle Umwelttechnikgeschäft von B&W besteht aus den Bereichen Megtec und Universal mit Hauptsitzen in De Pere und Stoughton im US-Bundesstaat Wisconsin.
Megtec bietet vor allem Abluftreinigungsanlagen, etwa für flüchtige organische Verbindungen (VOC), Partikel und andere Luftemissionen aus industriellen Prozessen sowie elektrostatische Nassabscheider, die in Branchen wie Bergbau und Holz zum Einsatz kommen. Universal ist spezialisiert auf Systeme zur Schalldämpfung sowie auf Luftfilter, beispielsweise für Gasturbinen. Für die beiden Bereiche, die knapp 900 Mitarbeiter beschäftigen, erwartet Dürr im Jahr 2018 einen gemeinsamen Umsatz von rund 200 Mio. Euro.
Während Dürr vor allem die Chemie-, Pharma- und Autoindustrie beliefert, ist Megtec in Branchen wie Verpackung, Druck, Energieerzeugung und Holz tätig. Von dem Geschäft mit Abluftreinigungstechnik für industrielle Prozesse verspricht sich Dürr gute Wachstumsperspektiven. In Schwellenländern wie China steigt die Nachfrage, da aus Umweltschutzgründen zunehmend anspruchsvolle Emissionsgrenzwerte eingeführt werden. Im Jahr 2017 entfielen bereits 53 Prozent des Auftragseingangs von Dürr in der Umwelttechnik auf Schwellenländer; der Anteil Chinas betrug 34 Prozent. Insbesondere in den etablierten Märkten wird das Service-Geschäft zunehmend wichtiger.
Durch den Zusammenschluss soll eine Gruppe mit rund 400 Mio. Euro Umsatz, 1.500 Mitarbeitern und drei gut eingeführten Marken entstehen. Bis 2021 will Dürr den Umsatz im Umwelttechnikgeschäft auf bis zu 500 Mio. Euro steigern. Im Jahr 2017 erzielte die Umwelttechnik-Division Dürr Clean Technology Systems mit 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 185 Mio. Euro.
Dürr verfügt über 92 Standorte in 31 Ländern. Im Jahr 2017 erzielte der Konzern einen Umsatz von 3,71 Mrd. Euro. Er beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter.

www.durr-cleantechnology.com

www.durr.com

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