EU-Verpackungsverordnung
In Deutschland fehlen rund 700.000 Tonnen geeignete Rezyklate

14.02.2023 Die Umsetzung der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Verpackungsverordnung wird zu einer Herausforderung für die gesamte Wertschöpfungskette rund um Kunststoffverpackungen.

Der 2. Deutsche Verpackungsrechtstag fand letzte Woche in Frankfurt am Main statt.
© Foto: Matthias Laux / DFV
Der 2. Deutsche Verpackungsrechtstag fand letzte Woche in Frankfurt am Main statt.

Allein in Deutschland fehlen nach Schätzungen der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK) derzeit rund 700.000 Tonnen geeignete Rezyklate pro Jahr, um die von der Kommission vorgeschlagenen Mindesteinsatzquoten der EU im Jahre 2030 zu erfüllen. Das sagte IK-Geschäftsführerin Isabell Schmidt beim 2. Deutschen Verpackungsrechtstag von packREPORT und ZLR, der Zeitschrift für das gesamte Lebensmittelrecht.

Anfang Dezember hatte die Kommission ihren Entwurf für eine europäische Verpackungsverordnung vorgestellt, die die bisherige Verpackungsrichtlinie ersetzen soll. Im Gegensatz zur Richtlinie muss eine Verordnung nicht mehr in den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden, sondern gilt unmittelbar. Die Strategie, Richtlinien durch Verordnungen zu ersetzen, ist eine generelle Strategie der EU-Kommission, die über das Abfallrecht hinausgeht und auch andere Rechtsbereiche betrifft, hatte Rechtsanwalt Thomas Klindt, Partner der Kanzlei Noerr, in seinem Vortrag beim 2. Deutschen Verpackungsrechtstag näher ausgeführt.

„Es gibt dafür keine Rezyklate derzeit“

Mit der Verpackungsverordnung will die Kommission auch Mindesteinsatzquoten für Rezyklate einführen. Problematisch sind laut IK insbesondere die Quotenvorgaben für kontakt-sensible Verpackungen. Das sind Verpackungen beispielsweise für Lebensmittel, Tierfutter oder Medizinprodukte. „Es gibt dafür keine Rezyklate derzeit“, sagte Schmidt in Frankfurt. Die EU-Kommission setze hier große Hoffnungen auf das chemische Recycling, so die IK-Geschäftsführerin.

Dramatisch ist die Lage insbesondere im Bereich Polyethylen (PE), wo nach derzeitigem Stand etwa 420.000 Tonnen fehlen. Bei Polypropylen (PP) geht die IK von einem Bedarf an Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) von rund 220.000 Tonnen pro Jahr aus. Bei einem derzeitigen Einsatz von 45.000 Tonnen pro Jahr ergibt sich eine fehlende Menge von rund 170.000 Tonnen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie bei Packreport

stats