Erneuerbare Kraftstoffe
Neste und Rolls-Royce gehen strategische Partnerschaft ein

01.11.2022 Der Ölkonzern Neste und die auf Triebwerke spezialisierte Rolls-Royce Group gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ziel der Partnerschaft ist es, die Einführung von erneuerbaren Kraftstoffen als emissionsärmere Lösung für Dieselmotoren zu beschleunigen, teilte Neste mit.

Neste und Rolls Royce kooperieren bei erneuerbaren Kraftstoffen
© Foto: Neste
Neste und Rolls Royce kooperieren bei erneuerbaren Kraftstoffen

Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen auf der Förderung der Verwendung nachhaltigerer Kraftstoffe in Anwendungen auf Basis bestehender Verbrennungsmotortechnologie, auf der Beschleunigung des Umstiegs von fossilen auf erneuerbare Kraftstoffe und auf der Intensivierung des Wissensaustauschs zu erneuerbarem Diesel und den Vorteilen, die er seinen Nutzern bietet.

Unter der Marke MTU vertreibt Rolls-Royce unter Hochgeschwindigkeitsmotoren und Antriebssysteme unter anderem für Schiffe, Energieerzeugung, schwere Land- und Schienenfahrzeuge sowie Militärfahrzeuge. Auch die Öl- und Gasindustrie sowie Energieversorger gehören zu den Kunden von MTU.

„Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprogramms ‘Net Zero at Power Systems’ haben wir uns verpflichtet, unser MTU-Produktportfolio so umzugestalten, dass wir bis 2030 durch nachhaltige Brennstoffe und neue MTU-Technologien unsere Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2019 um 35 Prozent reduzieren. Dieses kurzfristige Ziel spielt eine wichtige Rolle auf dem Weg des Rolls-Royce-Konzerns hin zu Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050“, sagte Tobias Ostermeier, President der Geschäftseinheit Stationary Power Solutions bei Rolls-Royce Power Systems. Die Zusammenarbeit mit Neste soll dabei helfen, die Ziele zu erreichen.

Einfache Senkung der THG-Emissionen durch Wechsel des Treibstoffs

Mit „Neste MY Renewable Diesel“ könnten die THG-Emissionen über den Lebenszyklus des Kraftstoffs im Vergleich zu fossilem Diesel um 75 Prozent bis 95 Prozent reduziert werden. Unternehmen können ihre Klimaemissionen im Handumdrehen erheblich verringern, indem sie einfach den Kraftstoff wechseln“, sagt Lars Peter Lindfors, Senior Vice President Innovations bei Neste.

Der Treibstoff werde zu 100 Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt. Er ist ein Drop-in-Kraftstoff, der mit allen Dieselmotoren vollständig kompatibel ist und keine Änderungen an bestehenden Fahrzeugen oder Tankstelleninfrastrukturen erfordert.

Erneuerbare Kraftstoffe seit Mai 2022 für MTU-Motoren zur Stromerzeugung zugelassen

„Seit Mai 2022 hat Rolls-Royce Solutions MTU-Motoren zur Stromerzeugung für erneuerbaren Diesel und andere Kraftstoffe zugelassen, die den Spezifikationen der Norm EN15940 entsprechen. Die Tests, die wir bei Rolls-Royce Solutions durchgeführt haben, zeigen außerdem, dass Treibhausgase um bis zu 90 Prozent, Partikelemissionen um bis zu 80 Prozent und Stickoxide im Durchschnitt um 8 Prozent reduziert werden. Alle unsere Tests zeigten eine volle Leistung ohne Änderungen an den Motoren“, führt Michael Stipa an, Vice President Stationary Strategy, Business Development and Product Management bei Rolls-Royce Power Systems.

Rolls-Royce gibt seine MTU-Hauptmotorenserie schrittweise für nachhaltigere Kraftstoffe wie erneuerbaren Diesel (auch bekannt als HVO oder HVO100) sowie für E-Diesel frei – auch für andere Anwendungen wie Bahn, Schifffahrt und Bauindustrie.

„Sowohl Neste als auch Rolls-Royce Solutions GmbH arbeiten darauf hin, ihre Klimaziele zu erreichen und die Kunden auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit zu unterstützen. Und hierfür ist die Zusammenarbeit wirklich entscheidend“, so Mats Hultman, Head of OEM Partnerships bei Neste.

Steigende Verfügbarkeit von erneuerbarem Diesel und anderen erneuerbaren Produkten

Die weltweite Produktionskapazität von Neste für erneuerbare Produkte liegt derzeit bei 3,3 Millionen Tonnen jährlich. Durch das laufende Expansionsprojekt von Neste in Singapur und das Joint Venture mit Marathon in Martinez, Kalifornien, wird die Gesamtproduktionskapazität für erneuerbare Produkte bis Ende 2023 auf 5,5 Millionen Tonnen erhöht.

Neste ist nach eigenen Angaben dann der einzige globale Anbieter von erneuerbaren Kraftstoffen und erneuerbaren Rohstoffen für die Polymer- und Chemikalienproduktion mit Produktionsstandorten auf drei Kontinenten. Nach Abschluss des Expansionsprojekts für die Raffinerie in Rotterdam werde die Produktionskapazität des Unternehmens bis Ende 2026 nochmals auf insgesamt 6,8 Millionen Tonnen steigen.

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