Ersatzbrennstoff-Aufbereitung
EBS intelligent schreddern

04.12.2018 Mit dem Atlas 5500 bietet Lindner-Recyclingtech einen Schredder, der die steigenden gesetzlichen und wirtschaftlichen Anforderungen an die Separier- und Sortierleistung von Abfallwertstoffen in EBS-Produktionsstätten erfüllt.

Das Foto zeigt den Zweiwellen-Vorzerkleinerer Atlas 5500 im Einsatz.
© Foto: Lindner
Das Foto zeigt den Zweiwellen-Vorzerkleinerer Atlas 5500 im Einsatz.

Bei den Produzenten von Ersatzbrennstoffen (EBS) wächst der Bedarf an vorzerkleinertem und zugleich ideal sortierfähigem Material in ihren Prozessen. Mit dem neuen Atlas setzt das österreichische Unternehmen neben der Energieeffizienz von Zerkleinerungssystemen auf das ideale Korn mit kontinuierlicher Dosierung für optische Sortieranlagen und das bei maximal möglicher Unempfindlichkeit gegenüber Störstoffen.
Die Entwicklung in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft lässt auf eine weitere Automatisierung von Abfallbehandlungsverfahren schließen. Im Jahr 2025 werden wahrscheinlich auch in der Ersatzbrennstoff-Aufbereitung (EBS) mehr Roboter im Einsatz sein und konventionelle optische Trenn- und Sortieranlagen (Nahinfrarotsysteme, NIR) unterstützen oder sogar zum Teil ersetzen.
Der Atlas 5500 ergänzt die stationäre Vorzerkleinerung von Lindner um ein asynchrones Zwei-Wellen-Zerkleinerungssystem.

Gleichmäßiger Materialaustrag, mehr Wertstoffe

Die Durchsatzleistung liegt bei 40 bis 50 Tonnen pro Stunde, bei Hausmüll sogar bei bis zu 70 Tonnen pro Stunde. Folglich können mehr Wertstoffe, im Speziellen Kunststoffe wie Folien aus Abfallgemischen, erfasst werden. Weiterführend ist es möglich, entsprechend ambitionierte Quotenvorgaben und Richtlinien –  im Sinne des EU-Kreislaufwirtschaftspakets zum Beispiel und angesichts weltweit knapper werdender Primärressourcen –  zu erfüllen.
Die dem Vorzerkleinerungsprozess nachgeschaltete Sortiertechnik in der EBS-Aufbereitungslinie erhält ein perfekt dosiertes und gleichmäßiges Austragskorn und damit die bestmögliche Voraussetzung für einen maximalen Wirkungsgrad der Sortieranlage. Den gleichmäßigen Materialaustrag gewährleistet das neue asynchron drehende Wellensystem des langsam laufenden Shredders mit hohem Drehmoment. So können beim Atlas beide Wellen der robusten Schnitteinheit mit massivem Gegenschneidrahmen und aggressivem Selbsteinzug, unabhängig voneinander gedreht werden. Kommt aufgrund von Störstoffen oder durch zähes und nassschweres Aufgabematerial eine der beiden Wellen zum Stillstand, zerkleinert der Atlas im Asynchronbetrieb mit der zweiten Welle ganz normal weiter. Die Zerkleinerung erfolgt demnach in beide Richtungen, was eine Spitzen-Durchsatzleistung erklärt. In der Realität befreit die zweite Welle bei einer Blockade sogar die erste Welle, wodurch so gut wie keine manuellen Eingriffe nötig sind.

Das Antriebskonzept des Atlas 5500 von Lindner ist rein elektrisch und dank des intelligenten Energiemanagementsystems DEX wird stets der optimale Betriebspunkt gewährleistet. © Foto: Lindner
Das Antriebskonzept des Atlas 5500 von Lindner ist rein elektrisch und dank des intelligenten Energiemanagementsystems DEX wird stets der optimale Betriebspunkt gewährleistet.

Intelligentes Energiemanagement: Ein besonderes Antriebskonzept

Möglich wird diese Leistung durch ein besonderes Antriebskonzept: Ausgestattet ist der Zweiwellen-Zerkleinerer mit einem E-Antrieb. Bei einer typischen elektrischen Antriebsleistung von 2 x 110 kW wird mithilfe eines intelligenten Energiemanagementsystems namens DEX (Dynamic Energy Exchange) stets der optimale Betriebspunkt geschaffen. Beim Reversieren ändert die Welle dreimal schneller die Drehrichtung, als es bei einem Shredder ohne DEX der Fall ist.

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Haus- und Gewerbemischabfälle: Die Aufnahme oben zeigt den Material-Input, die Aufnahme darunter den Output. © Foto: Lindner
Haus- und Gewerbemischabfälle: Die Aufnahme oben zeigt den Material-Input, die Aufnahme darunter den Output.

Mit dem DEX wurde dem Lindner Asynchronmotor-Riemenantrieb eine spezielle lastabhängige Energieregelung verpasst. Diese ist laut Produktmanager Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth eine innovative und zugleich genial einfache Lösung: „Bremst eine der beiden Zerkleinerungswellen ab und kommt zum Stillstand, geht die vorhandene Energie nicht einfach in Form von Wärme verloren, sondern wird aktiv in der Zerkleinerung genutzt. Der Atlas verbraucht dadurch bis zu 40 Prozent weniger Energie als vergleichbare Zweiwellen-Zerkleinerer mit konventionellem Hydraulikantrieb und identer Antriebsleistung“

www.l-rt.com

Pia Steiner, Lindner-Recyclingtech GmbH

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