Faserbasierte Verpackungen
ZSVR-Beirat besorgt über starken Anstieg

18.10.2022 Der Beirat „Erfassung, Sortierung und Verwertung“ der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) zeigt sich besorgt über den starken Anstieg von bestimmten faserbasierten Verbund- und Monoverpackungen, die sich aufgrund ihrer Ausgestaltung in der Praxis nicht oder nur schwer verwerten lassen bzw. dem Recycling verloren gehen. Der Beirat sieht bei mehreren Themenfeldern Handlungsbedarf.

Eine klare Kennzeichnung von Verpackungen soll das Trennsystem für den Verbraucher vereinfachen.
© Foto: IMAGO / Michael Gstettenbauer
Eine klare Kennzeichnung von Verpackungen soll das Trennsystem für den Verbraucher vereinfachen.

Ausgestaltung der Verpackungen

Der Teufel steckt aus Sicht des ZSVR-Beirats im Detail. Verpackungen müssen den Produktschutz gewährleisten. Für faserbasierte Verpackungen bedeute das oft eine Kombination mit verschiedenen Klebstoffen und Beschichtungen. Dies müsse sich nicht zwangsläufig negativ auf das Recycling auswirken. Viele Hersteller versuchen demnach bereits darauf zu achten, dass auch diese Kombinationen überwiegend recyclingfähig sind.

Gewachste Papiere, beidseitige Beschichtungen und andere Kombinationen seien allerdings oft nicht oder nicht gut verwertbar. Dieser Trend wird aus Sicht des ZSVR-Beirats dadurch verstärkt, dass neue Verpackungen auch für flüssige und pastöse Füllgüter genutzt werden.

Kennzeichnung der Verpackungen und Entsorgungsverhalten des Verbrauchers

Bei Verbundverpackungen dürfen die verwendeten Hauptmaterialarten nicht mehr als 95 Prozent Masseanteil ausmachen. Ob es sich bei einer Verpackung um einen Verbund oder nicht handelt, habe Auswirkungen darauf, wie die Verbraucher diese entsorgen sollten.

Infolge uneinheitlicher Kennzeichnungen auf den Verpackungen sei es für die Verbraucher jedoch oftmals schwierig bis unmöglich, die richtige Unterscheidung zu treffen, unter Umständen werde gar nicht getrennt. „Die Konsequenz: Die Verpackung landet in der falschen Tonne“, so der ZSVR-Beirat. Fehlwürfe bei der Abfalltrennung führten dazu, dass wertvolle Rohstoffe nicht recycelt werden.

Ganzheitliche Anreizsysteme zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit

Dieser Trend zeige, dass Maßnahmen im Verpackungsbereich immer ganzheitlich ergriffen werden müssen, um negative Ausweichreaktionen zu vermeiden. Hier sieht der Beirat Möglichkeiten, beispielsweise über ganzheitliche Anreizsysteme eine Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen insgesamt zu erzielen.

Der Beirat der Zentralen Stelle Verpackungsregister setzt sich demnach dafür ein, dass bei der Entwicklung von Politikinstrumenten das Gesamtsystem betrachtet wird, um die Menge der recyclinggerecht gestalteten Verpackungen insgesamt zu steigern und einen hohen Prozentsatz hochwertig recycelter Verpackungen zu erreichen.

Drei Forderungen an die Bundesregierung

Der ZSVR-Beirat leitet daraus drei Forderungen an die Bundesregierung ab. Erstens sollte ein effizientes finanzielles Anreizsystem eingeführt werden, um gut verwertbare Verpackungen zu fördern. Zweitens sollten Verpackungen besser gekennzeichnet werden, damit die Verbraucher die Verpackungen dem richtigen Erfassungssystem zuordnen können. Drittens sollte die Politik auf kontraproduktive Instrumente verzichten, die die Entwicklung fördern würden.

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