Kunststoffe
AdR fordert Produktionsumstellung

12.11.2018 Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) hat seine Stellungnahmen zur europäischen Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft und zu der damit verbundenen Richtlinie über Einwegkunststoffartikel verabschiedet.

Der Europäische Ausschuss der Regionen will u.a. gegen die zunehmende Vermüllung europäischer Strände mit Plastikmüll vorgehen.
© Foto: pexels.com
Der Europäische Ausschuss der Regionen will u.a. gegen die zunehmende Vermüllung europäischer Strände mit Plastikmüll vorgehen.

Angesichts der alarmierenden Umweltauswirkungen von Kunststoffen machen die Städte und Regionen Ökodesign und die erweiterte Herstellerverantwortung zu ihrer Priorität bei der Bekämpfung der Kunststoffvermüllung. In Europa werden weniger als 30 % der Kunststoffabfälle für Recycling gesammelt.

Weltweit landen jährlich bis zu 13 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle im Meer. 80 % der an europäischen Stränden vorgefundenen Abfälle sind Kunststoffabfälle. Auf Einwegkunststoffartikel entfällt etwa die Hälfte aller an europäischen Stränden vorgefundenen Meeresabfälle. In der EU werden jährlich ca. 49 Millionen Tonnen Kunststoff verwendet. Die Vorschläge der Städte und Regionen beruhen auf ihrer zentralen Rolle in der Abfallbewirtschaftung, von der Sammlung über den Transport bis zur Behandlung und Entsorgung. In den letzten 50 Jahren ist der Kunststoffverbrauch um das Zwanzigfache gestiegen. Weltweit werden nur 9 % der Kunststoffabfälle recycelt.

Hersteller und Importeure in der Verantwortung

Die europäischen Städte und Regionen unterstützen die Forderung, dass die Hersteller voll und ganz für die Kosten der Sammlung und Behandlung des durch ihre Erzeugnisse verursachten Mülls aufkommen müssen. Die Mitglieder schlagen vor, dass die Hersteller und Importeure von Kunststoffen auf Rohölbasis finanziell für die Senkung der durch die Endbehandlung ihrer Kunststoffabfälle erzeugten CO2-Emissionen in die Verantwortung genommen werden.

Die Mitglieder unterstützen die Einführung eines Bonus bei Zielüberschreitung, finanzielle Anreize zur Förderung der Verwendung recycelter Kunststoffe und die Anforderung, dass bis 2025 bei der Herstellung neuer Kunststoffe mindestens 50 % Rezyklate verwenden werden sollten. Sie wiesen darauf hin, dass die gegenwärtige Generation biologisch abbaubarer Kunststoffe keine Lösung für das Plastikmüll- und Plastiksuppenproblem bietet, da sie sich nicht biologisch abbauen.
https://cor.europa.eu/de


stats