Kunststoffrecycling
Gemeinsam sortieren und waschen

26.04.2022 Stadler und Krones arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung und Installation einer neuen Sortier- und Waschanlage für die Kunststoff Recycling Grünstadt GmbH (KRG), einem Zulieferer der kunststoffverarbeitenden Industrie.

Nach Material und Farbe getrennt: Kooperation zwischen Stadler und Krones.
© Foto: W. Stadler
Nach Material und Farbe getrennt: Kooperation zwischen Stadler und Krones.

Die Anlage für die Verarbeitung von Post-Consumer-Verpackungsabfällen aus den Kunststoffen HDPE und PP ist die erste ihrer Art in Deutschland: Sie soll den Kreislauf in der Kunststoffwirtschaft durch die Produktion hochwertiger Rezyklate schließen, die für dieselben Verpackungsanwendungen wie ursprünglich geeignet sind – sogar für Anwendungen, für die lebensmittelechtes Material erforderlich ist. Die Anlage ist ausgelegt für die Produktion von jährlich ungefähr 30.000 Tonnen Rezyklat, das dem Produktionskreislauf wieder zugeführt wird. Auch der Verarbeitungsprozess selbst erweist sich als umweltschonend, da Materialverlust und Wasserverbrauch reduziert werden. Durch ihn werden bei der Aufbereitung von rund 38.000 Tonnen Kunststoffabfall pro Jahr bis zu 36.100 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.

Mit seiner neuen Anlage will KRG hochwertige Rezyklate produzieren, die den Anforderungen sowohl der Markenhersteller als auch des FMCG-Sektors gerecht werden. Dies wäre mit den allgemein üblichen Recyclingverfahren bei Post-Consumer-Abfällen aus HDPE und PP nicht möglich. Bei diesen herkömmlichen Verfahren entstehen dunkle Rezyklate von geringerer Qualität, die nur für weniger anspruchsvolle Anwendungen genutzt werden können.

Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, durchläuft das in den Sortierbetrieben für Leichtverpackungen vorsortierte Material zunächst eine Sortierlinie, die von Stadler konstruiert und entwickelt wurde. Die Linie hat eine Kapazität von ungefähr 10 t/h und arbeitet in Abhängigkeit vom zugeführten Material in zwei verschiedenen Betriebsarten – eine Betriebsart für PP-Material und eine für HDPE. Das zugeführte Material wird auf Feinstoffe untersucht, die eliminiert werden. Metalle werden mithilfe eines Überkopfmagneten und eines Wirbelstromabscheiders entfernt, leichte Folien werden von einem Windsichter aussortiert.

Sieben Nahinfrarot (NIR)-Sortierer ordnen das verbliebene Material sechs nach Farbe unterschiedenen Fraktionen zu. Ein Teil dieses Materials wird sofort an zwei Krones Linien in der gleichen Halle übergeben, der Rest wird zu Ballen gepresst und bis zur weiteren Verarbeitung gelagert.

In den Linien von Krones, jeweils mit einer Kapazität von 2 t/h, wird das vorsortierte Material zu Flocken gemahlen und vorgespült, bevor es in der patentierten Heißwaschanlage aufbereitet wird. Ein abschließender Spülvorgang und eine Sortierung nach Farbe und Polymersorte vervollständigen den Prozess.

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