Methangase
Zuviel Kuh fürs Klima

20.06.2022 Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir noch in diesem Jahr einen konkreten Plan zur Minderung des Methanausstoßes in der Landwirtschaft inklusive einer Reduzierung und Flächenbindung der Tierzahlen.

Kuh, geh du: DUH fordert eine Verringerung der Milchviehaltung
© Foto: Pixabay
Kuh, geh du: DUH fordert eine Verringerung der Milchviehaltung

Ohne eine Reduzierung der Tierzahlen in der Landwirtschaft ist eine Einhaltung des Pariser Klimaziels unmöglich. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie für Changing Markets. Die Studie untersucht zudem, welche Maßnahmen erforderlich sind für die Umsetzung der sogenannten Global Methane Pledge, einer Selbstverpflichtung von mittlerweile mehr als 100 Staaten weltweit, darunter Deutschland und die EU. Laut dieser Verpflichtung sollen die Methan-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent reduziert werden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die bislang vereinbarten Maßnahmen der EU lediglich für eine Reduzierung um 13,4 Prozent ausreichen. 
Laut Studie wird eine Senkung der Methan-Emissionen um 30 Prozent bis 2030, wie im Global Methane Pledge vereinbart, ohne Maßnahmen zur Verringerung des Viehbestands schwierig. Um das 1,5-Grad-Limit einzuhalten, ist eine Minderung der Emissionen um 45 Prozent nötig. Dies ist ohne eine Reduzierung der Tierzahlen unmöglich. 
Die DUH legt in einem neuen Positionspapier dar, welche Maßnahmen für die Senkung der Emissionen vorliegen und welche politischen Möglichkeiten zur Adressierung des Gases in der EU genutzt werden können. Auch in Deutschland liegen Maßnahmen zur Minderung der Nutztierzahlen vor. Eine Studie im Auftrag der DUH verweist zudem auf das Potential ökonomischer Instrumente beim Umbau der Tierhaltung.Methan ist laut Weltklimarat für etwa 0,5 Grad Celsius globale Erwärmung verantwortlich. Über 20 Jahre betrachtet ist es 83-Mal klimaschädlicher als CO2. Es beschleunigt die Klimakrise und erhöht die Gefahr, dass kurzfristig gefährliche Klima-Kipppunkte erreicht werden, die die Klimakrise weiter beschleunigen und das Klimasystem der Erde unwiderruflich verändern. Umgekehrt könnte dies mit einer signifikanten Reduktion der Methan-Emissionen kurzfristig verhindert werden. Da Methan als ein relevanter Vorläuferstoff für gesundheitsschädliches bodennahes Ozon bekannt ist, verbessert eine Verringerung von Methan gleichzeitig auch die Luftqualität.  


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