Schrottverarbeitung
Schere am Bagger

02.08.2022 Eisen Braun betreibt im bayerischen Memmingen einen Schrott- und Metallhandel. Beim Vor- und Nachzerkleinern schwerer Stahlschrott-Elemente sorgt eine Genesis-Schrottschere am 29 t-Kettenbagger für zügigen Materialdurchsatz.

Rascher Arbeitsfortschritt auch bei großen Schrottelementen mit der Schrottschere.
© Foto: Genesis
Rascher Arbeitsfortschritt auch bei großen Schrottelementen mit der Schrottschere.

Edelstahl- und Stahlschrott, Gussteile und Buntmetalle – mit modernen Betriebsmitteln verarbeiten die Spezialisten der Eisen Braun diese wertvollen Sekundärrohstoffe. Neben drei neuen Umschlagmaschinen gehört seit Juni 2022 eine Schrottschere Genesis XT 445R an einem 29 t-Bagger zum technischen Inventar. Die Schere wurde mit einem Öl-Rücklauffilter ausgerüstet, um die Hydraulikanlage vor eventuellen Verschmutzungen zu schützen. Ihre Haupteinsatzgebiete: Nach dem Vorsortieren von angeliefertem Material wird per Bagger und Schrottschere in einer ersten Station der Schwerschrott der Sorte E3 für die Weiterverarbeitung vorzerkleinert oder große Stahlelemente für den Bahntransport zum Elektrostahlwerk auf Länge gebracht. In einer weiteren Station werden schwere Stahlträger für den Versand zum Gusswerk ebenfalls mit der XT zerkleinert. Die Schrottschere ist somit das ideale Anbaugerät für die Vorbereitung aller weiteren Verarbeitungsschritte in der Stahlrecyclingwirtschaft.

Nicht nur das Vorzerkleinern ist ein bedeutendes Einsatzgebiet der Schere. Es gibt auch weitere deutliche Vorteile bei der Nutzung dieses hydraulischen Anbaugerätes. „Wir haben bereits vorher eine Schrottschere des Typs GXP verwendet und damit den Verbrauch von Gas und Sauerstoff beim Brennschneiden auf ein Mindestmaß verringert“, schildert Wirtschaftsingenieur Simon Braun, Geschäftsführer des Familienunternehmens, die Vorgehensweise. „Mit der Investition in eine weitere Schere verringern wir die entstehenden Emissionen durch Brennschneiden am Standort und haben andererseits die Kosten für die Zerkleinerung von Stahlelementen nochmals beträchtlich reduziert. Auch vor dem Hintergrund der aktuell extrem gestiegenen Gaspreise. Unser Maschinist erhöht die Auslastung des Trägergerätes zusätzlich, indem er mit Bagger und Schere auch Material gezielt sortiert und damit den betrieblichen Materialfluss beschleunigt.“ Einen weiteren Vorteil nennt er für die Kombination aus Kettenbagger und Schere: Damit kann man auch bei Industriekunden anrücken und beispielsweise Abbrucharbeiten von Gebäude-Stahlkonstruktionen ausführen, was mit dem Brennschneider oftmals vor Ort beim Kunden zu gefährlich ist und zu lange dauert“. Immerhin verlassen täglich bis zu sieben mit zerkleinertem Schrott beladene Bahnwaggons das Werksgelände. Jetzt soll die bestehende betriebliche Infrastruktur gründlich modernisiert werden. „Was uns von anderen Betrieben unseres Industriezweiges unterscheidet“, erklärt Simon Braun, „ist die extreme räumliche Enge auf unserem lediglich einen Hektar großen Areal. Wegen des bestehenden Bahnanschlusses wollen wir das Grundstück nicht aufgeben.“ Bei der extrem knappen Lagerkapazität besteht für sein Team die einzige Möglichkeit in einem möglichst hohen Materialdurchsatz zwischen Anlieferung und Versand. „Ein Schlüsselelement“, ergänzt er, „ist dabei unsere leistungsfähige Bagger-Scheren-Kombination, mit der wir Stahlelemente umweltgerecht, mit einem Mindestmaß an Zeitaufwand zerkleinern. Die Schrottschere sichert uns einen raschen Arbeitsfortschritt bei hoher Einsatzsicherheit und geringen Verschleißkosten. Auf unserem künftigen Industrieareal werden wir zwar noch nicht ganz auf das Brennschneiden verzichten können, aber durch die Schrottschere kann dieses auch heute schon auf ein Minimum reduziert werden.“

 

stats