Stadler
Auf dem Weg zur Kunststoff-Kreislaufwirtschaft

06.04.2021 Die Recyclingbranche verändert sich: Im Jahr 2020 entfielen über 80 % der Aufträge, die das Unternehmen Stadler für Entsorgungsbetriebe durchführte, auf beträchtliche Modernisierungsmaßnahmen vorhandener Anlagen.

Eisenbahnschwellen sind eine innovative Einsatzmöglichkeit für PCR.
© Foto: Stadler
Eisenbahnschwellen sind eine innovative Einsatzmöglichkeit für PCR.

Kunststoff ist ein außergewöhnliches Produkt, das durch seine zahlreichen Vorteile im heutigen Leben unentbehrlich geworden ist. Durch seine extreme Haltbarkeit wird es jedoch am Ende seines Lebenszyklus, am sogenannten End of Life, zu einem schwerwiegenden Problem, das dringend angegangen werden muss. Die Lösung besteht in der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft, in der Kunststoff wiederverwendet bzw. recycelt, aber niemals zu Abfall wird. Bei diesem Prozess kommt der Recyclingindustrie eine zentrale Rolle zu. Sie steht vor der Herausforderung, eine maximale Menge Kunststoff aus Abfall zurückzugewinnen und dabei gleichbleibend hochwertiges Post-Consumer-Rezyklat (PCR) herzustellen, das mit Neumaterial konkurrieren kann. 

Die technischen Fortschritte der letzten zehn Jahre haben die Branche stark verändert. Heute ist es möglich, Kunststoffe äußerst effizient mit sehr hohen Prozentanteilen zu sortieren. Eine mechanische Sortieranlage von Stadler, ein Anbieter von Sortieranlagen für die Recyclingindustrie, erreicht bis zu 95 % Reinheit. Anlagen, die elektrostatisch arbeiten oder Waschprozesse integrieren, erreichen sogar nahezu 100 %.

Wachsende Nachfrage nach effizientem Kunststoffrecycling

Mit zunehmendem Umweltbewusstsein in der Gesellschaft steigt der Druck auf die Akteure, ihre Vorgehensweise zu ändern. In zunehmendem Maße verlangt die Gesetzgebung von Herstellern, dass in neuen Produkten bestimmte Prozentanteile an Kunststoffabfällen bzw. Recyclingmaterial verwendet werden. Viele große Marken haben sich dazu verpflichtet, sich mit dem Ende des Lebenszyklus ihrer Kunststoffprodukte und -verpackungen besser auseinanderzusetzen.

Die Hersteller entdecken außerdem neue Einsatzmöglichkeiten für PCR. Recycling beschränkt sich also nicht mehr auf die Umwandlung benutzter Flaschen in neue Flaschen. Aus Recyclingkunststoff können beispielsweise Paletten hergestellt werden. Wenn man bedenkt, dass 95 % aller Produkte auf Holzpaletten transportiert werden, ergibt sich durch die Umstellung auf Kunststoffpalletten dadurch ein zweifacher Vorteil für die Umwelt. Eisenbahnschwellen sind eine weitere innovative Einsatzmöglichkeit für PCR, auch hier ersetzen sie Holz. Diese Schwellen bieten zu einem wettbewerbsfähigen Preis extreme Haltbarkeit und sind unempfindlich gegen Wasser oder Insektenbefall.

Zunehmend beliebt ist die Verwendung für Klärbehälter, anstelle von Beton sowie für Tanks für Wasserrückhaltesysteme unter Parkhäusern. Verbrauchernahe Produkte wie Dosen für Farben und Lacke werden in den USA nicht mehr aus Blech sondern aus Polypropylen hergestellt, das aus Joghurtbechern und ähnlichen Produkten zurückgewonnen wurde.

Die Recyclingbranche reagiert auf diese Nachfrage. Sie rüstet ihre Anlagen auf, um die erforderliche gleichbleibend hohe Qualität zu erreichen. Auf diese Weise will sie mit PCR Zugang zur Kunststoff-Kreislaufwirtschaft erhalten und gleichzeitig ihre Aufbereitungskapazität steigern.

Bei Stadler ist dieser Wandel deutlich zu erkennen: im vergangenen Jahr entfielen mehr als 80 % der Projekte auf die Modernisierung und den Ausbau von Anlagen. Das ist ein Zuwachs von mehr als 38 % im Vergleich zu 2019.

www.w-stadler.de

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