UMK in Goslar
Umweltminister wollen zirkuläres Bauen vorantreiben

29.11.2022 Die Umweltministerinnen und -minister der Länder und des Bundes wollen das zirkuläre Bauen vorantreiben. Sie folgen damit bei der Umweltministerkonferenz in Goslar einem Antrag des Landes Baden-Württembergs.

Die Umweltminister wollen zirkuläres Bauen vorantreiben
© Foto: imago/Panthermedia
Die Umweltminister wollen zirkuläres Bauen vorantreiben

„Die Zukunft muss dem zirkulären Bauen gehören. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es geht um Klimaschutz, weniger Energieverbrauch und um den sparsamen Umgang mit wertvollen Rohstoffen, indem man diese konsequent und intelligent wiederverwendet oder hochwertig verwertet. Und am Ende geht es auch um das Senken von Kosten“, sagte die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker in Goslar.

Ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen verursacht den Angaben zufolge die Baubranche. Im Lebenszyklus eines Gebäudes entfallen 20 bis 50 Prozent der Treibhausgase allein auf das Gewinnen von Rohstoffen, auf Herstellung, Transport, Bau und Abriss. Auf der anderen Seite stellt Deutschland mit seinen knapp 22 Millionen Wohn- und Nichtwohngebäuden ein immenses Rohstofflager dar.

Planen und Bauen von Anfang an zirkulär denken

Wenn Bund und Land ihre ambitionierten Klimaziele erreichen wollen, müssen wir das Schließen des Kreislaufs im Bausektor anstreben, auf das wertvolle ‚Rohstofflager Gebäudebestand‘ zurückgreifen und so unsere Ressourcen effizient einsetzen. Planen und Bauen müssen von Anfang an zirkulär gedacht und umgesetzt werden – mit dem klaren Ziel, möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen und durch eine hochwertige Kreislaufführung Bauabfälle weitestgehend zu vermeiden“, so Walker.

Die Umweltministerkonferenz UMK sieht nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums die Notwendigkeit, die Potenziale von wiederverwendbaren Baustoffen und Recycling-Baustoffen über den Bereich der mineralischen Baustoffe hinaus umfassend zu erheben und besser zu nutzen. Hierzu bedürfe es gesetzlich verpflichtender Regelungen, lautet eine Forderung an die Bundesregierung. Bei der Ökobilanzierung von Gebäuden müsse zudem der Ansatz des zirkulären Bauens stärker berücksichtigt und die Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten gezielt gefördert werden.

UMK hält Mindestquoten im Hochbau für erforderlich

Die Umweltministerkonferenz sieht es zudem als erforderlich an, eine Regelung für den Einsatz von wiederverwendbaren Baustoffen und Recycling-Baustoffen im Hochbau zu schaffen. Neben Anforderungen an die maximal zulässigen Schadstoffgehalte müssten in die Regelung Mindestquoten für die Verwendung von Sekundärrohstoffen mit aufgenommen werden.

Ein Hemmnis stelle die Finanzierung von Bauvorhaben dar. „Bei der Kreditvergabe werden in der Regel Nachhaltigkeitsaspekte noch nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Sanierung wird daher gegenüber einem Neubau stets finanziell schlechter bewertet. Dieser Nachteil muss durch gezielte Förderung von ressourcenschonenden Baustoffen oder Anreizen zur Verlängerung der Nutzungsdauer ausgeglichen werden“, sagte Walker.

Baden-Württemberg fördert R-Beton

Ein wichtiger Baustein des zirkulären Bauens ist das Verwenden von ressourcenschonendem Beton (R-Beton). Das baden-württembergische Umweltministerium erstellt nach eigenen Angaben derzeit ein Programm zur Förderung von ressourcen- und klimaschonendem Beton im Hochbau.

Ziel des Förderprogramms ist es, die flächendeckende Verfügbarkeit von R-Beton in Baden-Württemberg zu unterstützen und den wirtschaftlichen Einsatz von R-Beton zu verbessern. Bislang ist geplant, Transportbetonunternehmen bei der Herstellung von R-Beton zu unterstützen. Drei Millionen Euro stehen für das Förderprogramm zur Verfügung, das Anfang 2023 starten soll.

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