UNEA-Resolution zu Kunststoffen…
…trifft auf breite Zustimmung

04.03.2022 Die UN-Umweltversammlung in Nairobi hat sich auf die Ausarbeitung eines rechtlich verbindlichen Abkommens gegen die Verschmutzung der Umwelt mit Plastikabfällen binnen der nächsten zwei Jahre geeinigt.

Stimmungsafhellung bei der Plastikfraktion: Die UNEA-Resolution wird begrüßt.
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Stimmungsafhellung bei der Plastikfraktion: Die UNEA-Resolution wird begrüßt.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und der Verband der Kunststofferzeuger Plastics Europe Deutschland (PED) begrüßen die Einigung und erste inhaltliche Leitplanken. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht die Entscheidung positiv.

Die Resolution der UN-Umweltversammlung sieht für die Ausarbeitung des Abkommens die Zusammenarbeit mit der Industrie und weiteren Stakeholdern vor. Ingemar Bühler, Hauptgeschäftsführer von PED, sieht die richtigen Weichen gestellt: „Die UN-Umweltversammlung hat gleich zu Beginn des Prozesses klar gemacht: Kunststoffe haben für unsere Gesellschaft einen hohen Wert. Die Resolution rückt damit Lösungen zum besseren Umgang mit Kunststoffen in den Fokus. Denn Kunststoff ist eine wertvolle Ressource, die effizient im Kreislauf geführt werden muss.“

Unterstützung findet auch der weite Blick der Resolution auf den gesamten Lebensweg von Kunststoffprodukten. Nun komme es aber auf die konkrete Ausgestaltung dieses Aspekts im Abkommen an, so Bühler: „Entschlossene Maßnahmen, die das Recycling und Produktdesign von Kunststoffen stärken, sind die richtigen Antworten auf das Plastikmüll-Problem. Als Industrie arbeiten wir in allen Bereichen daran: An einem besseren Abfallmanagement, an hochmodernen Recyclinganlagen und an nachhaltigeren Produkten, die Abfall direkt vermeiden oder die besser zu recyceln sind, etwa indem sie zum Beispiel nur aus einem Kunststoff bestehen.“ 

Deshalb begrüßen VCI und PED auch die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Ansätzen und Technologien, die in der Resolution aufgeführt werden. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI, fügt hinzu: „Ein globaler Ausbau des Recyclings und die konsequente Kreislaufführung von Kunststoffen sind notwendig. Sie gelingen nur, wenn wir bestehende Technologien optimieren und ergänzende Verfahren wie das chemische Recycling weiterentwickeln. So verhindern wir, dass Kunststoffe in die Umwelt gelangen, tragen zum Klimaschutz bei und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen“.

Die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Barbara Metz signalisiert ebenfalls Zustimmung und mahnt: „Die beschlossene UN-Resolution, ein verbindliches Abkommen gegen Plastikmüll zu verhandeln, ist ein Meilenstein. Endlich wird das Plastikmüll-Problem klar benannt und alle UN-Mitgliedsstaaten wollen es gemeinsam lösen. Doch die eigentliche Aufgabe steht noch bevor: Jetzt müssen verbindliche ambitionierte Ziele und konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Dabei muss der gesamte Lebenszyklus von Kunststoffprodukten berücksichtigt werden – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. Deutschland muss in den Verhandlungen eine Führungsrolle einnehmen und die richtigen Lösungsansätze vorantreiben. Dazu zählen Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling. Doch auch hierzulande hat Umweltministerin Steffi Lemke noch einiges zu tun. Wir fordern ein verbindliches Abfallvermeidungsziel, die konsequente Förderung von Mehrwegverpackungen sowie eine Einweg-Abgabe für Artikel, die besonders häufig in der Umwelt entsorgt werden. Und auch der Zusatz von Mikroplastik zu Produkten muss schnellstens gesetzlich untersagt werden.“

 

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