VDMA
Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Verpackung im Fokus

27.05.2021 Mitte Mai 2021 fand im Rahmen eines Web-Meeting die Frühjahrssitzung des VDMA Forum Packmittel zum Thema Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Verpackungen statt.

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Von den in Deutschland gesammelten Kunststoffverpackungsabfällen werden immer noch 67 % verbrannt und nur 16 % zu Rezyklat verarbeitet und dem Kreislauf wieder zugeführt. Damit sei man von einer echten Kreislaufwirtschaft noch weit entfernt, so Dr. Benedikt Brenken, Director R-Cycle Initiative Reifenhäuser Group, in einem Vortrag über „R-Cycle – Mit Digitalisierung Kreislaufwirtschaft realisieren“. Die Fokussierung auf recyclingfähige Verpackungen reiche allein nicht aus, den Recyclinganteil zu steigern, denn auch sie würden häufig nicht recycelt. Recycler können vielfach nicht sicher ermitteln, aus welchen Bestandteilen die Verpackung besteht. Um Recylate hoher Reinheit herzustellen, benötigt man genaue Kenntnisse darüber, aus welchen Bestandteilen die Kunststoffverpackung besteht. Hier setzt R-Cycle an.

Ziel des R-Cycle Konsortiums, das aus Technologiepartnern entlang der Wertschöpfungskette von Kunststoffverpackungen besteht, ist es, alle Bestandteile einer Kunststoffverpackung mittels Digitalisierung transparent zu machen. R-Cycle arbeitet an einem offenen Standard, der von allen genutzt werden kann. Die so über die gesamte Wertschöpfungskette gesammelten Daten werden Recyclern zugeführt, um eine genauere Sortierung von Kunststoffverpackungsabfällen zu ermöglichen und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.

Diesem Thema stellt sich auch der VDMA. Er setzt sich für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft für Kunststoffprodukte ein. Voraussetzung für eine Kreislaufwirtschaft sind ihre Rezyklierbarkeit nach Gebrauch und die Wiederverwendbarkeit in neuen Produkten. Entscheidend für das Gelingen der Kreislaufwirtschaft ist ein funktionierender Markt für den Einsatz von Kunststoff-Rezyklaten. Das betrifft sowohl die Menge, die Qualität als auch das Preisgefüge. Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen, stellte das VDMA-Diskussionspapier „Für den nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen – pro Kreislaufwirtschaft“ vor, das als Grundlage für Diskussionen mit Politik und Öffentlichkeit dienen soll.

Nachhaltige Verpackungen aus Verbrauchersicht

Eine von Simon- Kucher durchgeführte Endkundenbefragung zu nachhaltigen Verpackungen kam zu dem Ergebnis, dass diese bei den Konsumenten hoch in Kurs stehen und man auch bereit ist, mehr dafür zu bezahlen, so Kim Cheng, Geschäftsführerin Deutsches Verpackungsinstitut e. V. in Ihrem Vortrag „Nachhaltige Verpackungen aus Verbrauchersicht“. Aus Sicht der Verbraucher seien lediglich die Materialien Papier, Pappe und Glas nachhaltig. Auch gaben sie an, dass sie sich bezüglich der Nachhaltigkeit von Verpackungen von der Industrie schlecht informiert fühlten.

Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durch den DVI kam zu dem Ergebnis, dass die Verbraucher feststellen, dass die Verpackungen in den letzten Jahren nachhaltiger, ökologischer und funktionaler wurden. Die SARS-CoV-2 Pandemie hat die Verbrauchersicht auf Verpackungen nicht wesentlich geändert. Der DVI stellt in seinem diesjährigen Tag der Verpackung am 10. Juni 2021 die positiven Aspekte von Verpackungen in den Vordergrund, wie Haltbarkeit von Lebensmitteln, Informationsgeber, Freiheit und Flexibilität.

Das VDMA Forum Packmittel wurde abgerundet mit Vorträgen zu der aktuellen konjunkturellen Lage der Bereiche Druck- und Papiertechnik, Kunststoff- und Gummimaschinen sowie Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Die nächste Sitzung des VDMA Forum Packmittel ist für das vierte Quartal 2021 geplant.

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