Veolia
Biokunststoff-Beutel gehören nicht in den Bioabfall

25.11.2019 Biobasierte Sammelbeutel sind trotz irreführender Kennzeichnung nicht zur Sammlung des Bioabfalls für die Biotonne geeignet, da wesentliche Anteile dieser Kunststoffe die biologischen Abbauprozesse in industriellen Biomasse- und Kompostierungsanlagen unzersetzt durchlaufen.

Biobasierte Sammelbeutel sind trotz irreführender Kennzeichnung nicht zur Sammlung des Bioabfalls für die Biotonne geeignet.
© Foto: Veolia
Biobasierte Sammelbeutel sind trotz irreführender Kennzeichnung nicht zur Sammlung des Bioabfalls für die Biotonne geeignet.

Sogenannte Bio-Sammelbeutel tragen auf den Verkaufsverpackungen Aufschriften wie „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“. Dies ist jedoch keine Garantie dafür, dass Sie im Rahmen der gängigen Kompostierungs- und Vergärungsprozesse in den industriellen Anlagen der biologischen Abfallverwertung in ausreichender Form abgebaut werden können. "Viele Verbraucher glauben, mit dem Kauf vermeintlich kompostierbarer Bioabfall-Sammelbeutel der Umwelt etwas Gutes zu tun. Das Gegenteil ist leider der Fall: Trotz irreführender Kennzeichnung sind die biobasierten Kunststoffe nicht zur Sammlung des Bioabfalles in der Küche geeignet", betont Andreas Jensvold, Leiter Unternehmenskommunikation der Veolia Umweltservice Gruppe mit Sitz in Hamburg.

Trend zu mehr Fehlwürfen

Zahlen des Umweltdienstleisters Veolia aus der Biomasseanlage in Essenheim zeigen sogar einen Trend zu mehr Fehlwürfen im Biomüll: Die Siebrestquote (aussortierte Fremdstoffe) stieg von 11 Prozent im Jahr 2013 auf inzwischen 19 Prozent im aktuellen Jahr. Laut Sprecher Andreas Jensvold ist dies auf zwei Gründe zurückzuführen: "Wir verzeichnen einerseits deutlich mehr Störstoffe im Bioabfall und andererseits haben sich im genannten Zeitraum die Qualitätsanforderungen aufgrund der Düngemittelgesetzgebung und Güteüberwachung erhöht, sodass mit einem deutlich höheren Aufwand auch kleinste Fremdstoffe ausgesiebt werden müssen." Die Bürger entsorgen ihre Bioabfälle schlechter als noch vor einigen Jahren und missbrauchten die Bioabfalltonne leider häufig als Restmüllbehälter. "Die Fremdstoffe können zwar mit gutem Erfolg ausgesiebt werden, doch dabei gehen auch erhebliche Mengen des Produktes verloren. Nicht aussortierbar sind hingegen kleinste Kunststoffteilchen, egal ob nun erdöl- oder biobasiert", erläutert Jensvold.

Kein Abbau im Vergärungsschritt

Weil für den Abbau der biobasierten Kunststoffe in der Regel Luftsauerstoff notwendig ist, werden biobasierte Kunststoffe im Vergärungsschritt nicht abgebaut. Die anschließende Rotte zur Kompostierung der Bioabfälle kann den Abbau dieser Sammelbeutel ebenfalls nicht vollumfänglich realisieren, weil die Verweildauer im Haufwerk dafür zu kurz ist. Dies hat zur Folge, dass wesentliche Anteile dieser biobasierten Kunststoffe unzersetzt den biologischen Prozess durchlaufen. Dadurch gefährden sie die Kompostqualität, die für die Einsatzfähigkeit und Akzeptanz des Kompostes als hochwertigen Dünger für die Landwirtschaft und den Gartenbau notwendig ist und im Rahmen der Gütesicherung streng überwacht wird. "Bitte nutzen Sie Papiertüten für Ihre Küchenabfälle", rät Andreas Jensvold,"diese lassen sich hervorragend kompostieren."

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