DUH-Praxistest
Biokunststoffe verrotten nicht

23.12.2022 Was viele Bioabfallverwerter längst wissen, hat ein Praxistest der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nun noch einmal bestätigt: Biokunststoffe verrotten nicht in Kompostierungsanlagen für Bioabfälle. Das berichtet die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) in ihrem aktuellen Newsletter „Humus & Kompost“.

Biokunststoffe bauen sich in der Rotte kaum ab.
© Foto: IMAGO/KS-Images.de
Biokunststoffe bauen sich in der Rotte kaum ab.

Für den Versuch hatte die DUH typische im Handel erhältliche Produkte ausgewählt, die Aufdrucke wie „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ tragen. Darunter waren unter anderem Teepackungen, Riegelverpackungen, Kaffeekapseln, To-Go-Geschirr, Bioabfallsammelbeutel, Einwegrasierer und ein Schuh. Teilweise waren diese Produkte nach der DIN EN 13432 zertifiziert.

Diese Biokunststoffe wurden anschließend mit Bioabfällen aus der getrennten Sammlung in einer Kompostierungsanlage mit einer geschlossenen Tunnelkompostierung verarbeitet. Die durchschnittliche Rottedauer beträgt nach Angaben der BGK 21 Tage, mit einer 8-tägigen Vorrotte und einer anschließenden Intensivrotte. Der gewonnene Frischkompost wird mit dem RAL vermarktet.

Die meisten Verpackungen und Produkte hatten sich durch die Rotte kaum verändert

Im Ergebnis hatten sich die meisten Verpackungen und Produkte durch die Rotte kaum verändert. Bei den Riegelverpackungen sei sogar noch die Schrift zu erkennen gewesen. Tee- und Kaffeekapseln, Einwegbesteck, Grillteller, Einwegrasierer und der Schuh zeigten kaum oder nur wenig Spuren von Zersetzung. Bioabfallsammelbeutel oder To-Go-Becher waren in Kunststoffstücke zerfallen, berichtet die BGK.

Die DUH fordert, dass Werbeaussagen wie „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ verboten werden, da sie von Verbrauchern missverstanden werden und eine Entsorgung entsprechender Produkte über die Biotonne nicht zugelassen ist. Eine repräsentative Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Kantar hatte ergeben, dass die Hälfte der Befragten als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ gekennzeichnete Verpackungen über die Biotonne entsorgen würden. 23 Prozent der Bevölkerung glauben sogar, man könne Verpackungen aus „biologisch abbaubaren“ Kunststoffen bedenkenlos in der Natur liegen lassen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Newsletter „Humus & Kompost“ der BGK

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