bvse
Recycling- und Entsorgungsbranche kann wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten

29.04.2021 Das neue EU-Klimagesetz erhöht das EU-Emissionsreduktionsziel bis 2030 von 40 % auf mindestens 55 % gegenüber den Werten von 1990. Das wird nicht nur in Europa, sondern auch in Deutschland zu rechtlichen Veränderungen führen.

bvse-Vizepräsident Herbert Snell
© Foto: bvse
bvse-Vizepräsident Herbert Snell

Ein wichtiger Baustein zur Erreichung des Klimazieles ist die Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen. Hier kann die Recycling- und Entsorgungsbranche einen wichtigen Beitrag leisten. Deshalb tritt der bvse nach den Worten von Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock dafür ein, deutlich schneller und umfassender als bisher geplant die Deponierung von Haushaltsabfällen in der Europäischen Union zu verbieten. Durch das Ende der Deponierung in Deutschland konnten erhebliche Mengen an CO₂ eingespart werden. Um die jetzt deutlich erhöhten Ziele zu erreichen, komme man nach Ansicht des bvse um ein klares Verbot der Deponierung von unbehandelten Abfällen in Europa nicht mehr herum.

Auch die Einbeziehung von Müllverbrennungsanlagen am CO₂-Emmissionshandel ist nach Ansicht des Recyclingverbandes erforderlich. Um hinsichtlich der Ziele der Abfall-Verwertungshierarchie eine Lenkungswirkung zu entfalten, bedarf es nach Ansicht des bvse der Nutzung der Abfallstoffe entlang einer Kaskade. Letztendlich sollte es in einer modernen Rohstoffwirtschaft darum gehen, das gesamte Spektrum der Abfallbehandlung möglichst sinnvoll miteinander zu verbinden. Dazu gehört die weitgehende Getrennthaltung der Abfallstoffe bereits an der Erfassungsstelle sowie ein Vorbehandlungsgebot, um den Recyclinganteil möglichst hoch zu halten.

Höhere Verbrennungspreise

Und genau an dieser Stelle steht die Kreislaufwirtschaft mit dem Emissionshandel in direkter Verbindung. Denn mit einer Besteuerung der Verbrennung steigen zwangsläufig die Kosten für diesen Prozess. Höhere Verbrennungspreise verstärken dabei die Bemühungen, mehr Stoffe für das Recycling getrennt zu halten oder aus einem Gemisch auszusortieren. "Ist der Verbrennungspreis hoch, wird weniger Material unsortiert verbrannt. Ein umweltpolitisch gewollter Effekt", erklärt Rehbock.

Substitution von Neuware durch Recyclate

Als weiteren Baustein sieht der Recyclingverband die Substitution von Neuware durch Recyclate. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten können bis zu 50 % der bei der Herstellung von Neuware emittierten CO₂äq-Emissionen eingespart werden, führt hierzu bvse-Vizepräsident Herbert Snell aus.

Durch die Verknappung im Bereich der Neuware in diesem Jahr und dem daraus resultierenden verstärkten Einsatz von Recyclaten wird durch die Kunststoff verarbeitende Industrie demonstriert, dass die in den letzten Jahren geäußerten Vorbehalte nicht stimmig sind. Würde es all die aufgezeigten Hindernisse wirklich geben, wäre die derzeitig hohe Recyclateinsatzquote nicht erklärbar.

Es beweist auch, dass der Recyclateinsatz heutzutage nur ökonomisch getrieben ist und noch nicht im ausreichenden Maß vor dem Hintergrund von CO₂-Einsparungen und damit Klimazielen erfolgt. Snell: "Hier geht noch viel mehr!"

Das vieldiskutierte chemische Recycling, welches noch nicht im industriellen Maßstab existiert, kann nach heutigen Erkenntnissen keine vergleichbare CO₂-Einsparung wie das werkstoffliche Recycling vorweisen. Es ist also auch aus Klimaschutzgründen keine Alternative zum werkstofflichen Recycling.

www.bvse.de

 

stats