Müllverbrennung mit CCUS
Fortum beginnt mit Bau der MVA Glasgow

16.09.2022 Der finnische Energieversorger Fortum hat mit dem Bau der Müllverbrennungsanlage im schottischen Glasgow begonnen. Die erste Waste-to-Energy-Anlage Fortums in Großbritannien wird von Anfang an als CCUS-Anlage geplant – also als eine MVA mit CO2-Abscheidung und Verwertung.

Fortum plant eine MVA mit CO2-Abscheidung im schottischen Glasgow.
© Foto: IMAGO / Lehtikuva
Fortum plant eine MVA mit CO2-Abscheidung im schottischen Glasgow.

In seiner Mitteilung kündigt Fortum an, den MVA-Markt in Großbritannien Richtung Nachhaltigkeit verändern zu wollen – und hat bereits weitere Märkte in Kontinentaleuropa im Blick.

Bereits im Juli hatten Fortum und die Green Investment Group (GIG) – ein auf Umweltfragen spezialisierter Investor innerhalb von Macquarie Asset Management - beschlossen, im Rahmen eines gleichberechtigten Joint Ventures in ein neues Müllheizkraftwerk in Glasgow zu investieren. Nach damaligen Angaben soll die „South Clyde Waste-to-Energy-Anlage“ nach ihrer vollständigen Inbetriebnahme rund 350.000 Tonnen Abfall pro Jahr verbrennen können und damit eine voraussichtliche Stromerzeugungskapazität von 45 MWe brutto haben. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von etwa 90 000 Haushalten.

Fortum vermarktet CCUS als „Carbon2x“

Fortum vermarktet die CCUS-Technik unter dem Namen „Carbon2x“. Das Konzept ziele darauf ab, Emissionen aus der Abfallverbrennung aufzufangen und in hochwertige Rohstoffe auf CO2-Basis umzuwandeln. Fortum geht davon aus, dass Carbon2x dazu beitragen wird, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern, die Selbstversorgung Europas zu verbessern und die Abfallverbrennung zu dekarbonisieren.

„Unser Ziel bei Fortum ist es, einen möglichst großen Teil der Abfallströme wiederzuverwenden, zu recyceln und zu verwerten; wir wollen die Abfallverbrennung zu einem Kreislaufsystem machen“, sagte Kalle Saarimaa, Vizepräsident für Recycling und Abfall bei Fortum. „Das bedeutet, dass auch CO2-Emissionen in neue Rohstoffe umgewandelt werden sollten. Um dies in großem Maßstab zu erreichen, müssen wir die Art und Weise des Recyclings im Allgemeinen neu überdenken.“ Allein in Großbritannien gebe es 48 Müllverbrennungsanlagen. „Das bedeutet, dass pro Jahr 11 Millionen Tonnen CO2 aufgefangen und wiederverwendet werden könnten“, so Saarimaa. „Wir wollen dieses Potenzial erschließen.“

In Großbritannien würden jedes Jahr insgesamt 3,6 Millionen Tonnen Kunststoffe zur Herstellung von Produkten verwendet, so Fortum. Nur 41 Prozent dieses Kunststoffs werde recycelt. Carbon2x könne dazu beitragen, diese Kunststoffe zu recyceln, die derzeit nicht in der getrennten Sammlung erfasst werden. Gleichzeitig könnten 90 Prozent des in die Atmosphäre freigesetzten Kohlendioxids aufgefangen und für die Herstellung neuer Produkte genutzt werden. Die Klimaauswirkungen der Müllverbrennung würden durch die Anwendung von Carbon2x also netto negativ werden.

stats