Mikroplastik im Schnee…
… der Antarktis gefunden

24.06.2022 Eine neue, Studie hat zum ersten Mal das Vorhandensein von Mikroplastik - viel kleiner als ein Reiskorn - im frisch gefallenen antarktischen Schnee nachgewiesen.

Antarktisforscher entdecken Mikroplastik im Schnee.
© Foto: University Canterbury
Antarktisforscher entdecken Mikroplastik im Schnee.

Die in der Fachzeitschrift The Cryosphere veröffentlichte Studie "First evidence of microplastics in Antarctic snow" (Erster Nachweis von Mikroplastik im Schnee der Antarktis) wirft ein Licht auf diese Bedrohung der Antarktis.

Alex Aves von der University of Canterbury sammelte Ende 2019 Schneeproben vom Ross-Schelfeis in der Antarktis. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur wenige Studien, die das Vorhandensein von Mikroplastik in der Luft untersuchten, und es war nicht bekannt, wie weit verbreitet dieses Problem war.

Zurück im Labor wurde schnell klar, dass auch in jeder Probe von den entlegenen Stellen des Ross-Schelfeises Plastikpartikel zu finden waren und dass die Ergebnisse von globaler Bedeutung sein würden.

Aves analysierte die Schneeproben mit Hilfe einer chemischen Analysetechnik (Mikro-Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie), um die Art der vorhandenen Plastikpartikel zu bestimmen. Die Plastikteilchen wurden auch unter dem Mikroskop betrachtet, um ihre Farbe, Größe und Form zu bestimmen - alles wichtige Beobachtungsinformationen für künftige Arbeiten.

In der Studie wurden durchschnittlich 29 Mikroplastikpartikel pro Liter geschmolzenem Schnee gefunden, was höher ist als die Konzentrationen im Meer, die zuvor aus dem Rossmeer und dem antarktischen Meereis gemeldet wurden.

In unmittelbarer Nähe der Forschungsstationen auf Ross Island, der Scott Base und der McMurdo Station, der größten Station in der Antarktis, war die Dichte von Mikroplastik fast dreimal so hoch und wies ähnliche Konzentrationen auf wie die, die in italienischen Gletschertrümmern gefunden wurden. Es wurden 13 verschiedene Arten von Plastik gefunden, am häufigsten PET.

 

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