Purevento
Dieselfahrverbote in Kiel: Stadtluftreiniger weiterhin Teil des Luftreinhalteplans

23.07.2019 Luftfilteranlagen sind nach der erfolgreich abgeschlossenen Testphase Anfang des Jahres in Kiel weiterhin als ein Teil des Luftreinhalteplans der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt vorgesehen.

© Foto: Purevento

Der Oberbürgermeister der Stadt Kiel Dr. Ulf Kämpfer hatte dies dem schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) am 12. Juli 2019 in einer Stellungnahme zum Entwurf der Fortschreibung des Luftreinhalteplans mitgeteilt.* Hintergrund des Kieler Luftgüteproblems: Die Grenzwerte für Stickoxide am stark durch Dieselfahrzeuge belasteten Theodor-Heuss-Rings werden häufig überschritten.

 

Über die dem Land für den Luftreinhalteplan vorgeschlagenen Maßnahmen hinaus hält Kiel auch nach der Testphase weiterhin daran fest, Luftfilteranlagen als eine Möglichkeit einzusetzen, um den Luftreinhalteplan des Landes erfüllen zu können. Purevento war bereits Ende November 2018 an die Kieler Verwaltung herangetreten, um die Neuentwicklung einer neuartigen Luftfilteranlage vorzustellen. Das kompakte Gerät wird am Straßenrand aufgestellt, saugt die Außenluft an, filtert sie und gibt die gereinigte Luft an die Umgebung ab.

 

„Für uns ist das eine Bestätigung und ein deutliches Signal für den Einsatz unserer Filtertechnik als ein Lösungsbaustein für saubere Stadtluft. Es spornt uns außerdem an, unsere Technologie im Purevento Stadtlufteiniger stetig weiterzuentwickeln“, so Robert Krüger, Geschäftsführer von Purevento und Erfinder des Stadtluftreinigers. „Die Tests wurden unter behördlicher Beobachtung zusammen mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt und haben gezeigt, dass unser System nachweisbar funktioniert. Die konkreten Messungen mit dem Stadtluftreiniger am Theodor-Heuss-Ring haben positive Ergebnisse geliefert.“

 

In der Stellungnahme des Oberbürgermeisters Dr. Kämpfer an den Minister Albrecht des MELUND ist zu lesen, dass „durch den gezielten und räumlich umfassenden Einsatz von innovativer Filtertechnik […] u. E. die realistische Aussicht auf Senkung der örtlichen Immissionsbelastung in einer Größenordnung von bis zu 10 % der Gesamtbelastung am Theodor-Heuss-Ring“* besteht.

 

„Auf dieser Grundlage sehen wir zuversichtlich auf die künftigen Entscheidungen der Landeshauptstadt Kiel. Die Tests lassen darauf schließen, dass die Filterleistung auch noch deutlich höher sein kann“, ergänzt Krüger.

 

Das Modell E © Foto: Purevento
Das Modell E

Funktionsprinzip Purevento Stadtluftreiniger

Das geschlossene System saugt die belastete Luft unmittelbar vor dem Gerät ein und saugt sie durch die erste Ebene, wo sie von etwa 80–90 % der Feinstäube befreit wird. Diese bereits vorgereinigte Luft wird durch die zweite Filterebene, in der bis zu 85 % der darin enthaltenen gasförmigen Schadstoffe (u. a. Stickoxide und Ozon) entnommen werden, nach außen gedrückt. Das Ansaugsystem hat einen eigens entwickelten Spezialmotor. Sobald die Sättigungsgrenze der Filtermedien erreicht ist, werden diese vor Ort ausgetauscht und dann samt Schadstoffen umweltverträglich unter hohen Temperaturen (bei Entsorgern) rückstandslos als Hausmüll verbrannt. Je nach Belastung vor Ort rechnet Purevento mit ein bis zwei Filterwechseln pro Jahr.

 

Nie lauter als der Straßenverkehr

Für optimale Energieeffizienz sorgt das intelligente Steuerungssystem, denn die Luft wird nur dann gereinigt, wenn die Schadstoffkonzentration eine vorgegebene Höhe überschreitet. Das Gerät soll auch im Volllastbereich den Straßenlärm nicht übertreffen. Im Basisbetrieb bei 50 % Leistung und 20.000 cbm/h Reinigungsleistung hat das Gerät in etwa die Lautstärke eines Straßencafés und verbraucht circa 1 kW/h Strom, in Vollauslastung bei etwa 40.000 cbm/h sind es bis zu 4,5 kW/h. Das Gerät ist sensorgesteuert und richtet die Reinigungsleistung am Verschmutzungsgrad der Luft aus.

 

Stadtluftreiniger auch mit Solarpaneelen

Geplant sind für die Serienfertigung des Stadtluftreinigers zwei Modellvarianten. Die Standardausführung erzielt durch externe Stromzufuhr eine Luftreinigungsleistung von bis zu 40.000 cbm/h. Das ist das Volumen von 1.200 Standardcontainern. Die externe Stromversorgung ermöglicht besonders kompakte Außenmaße dieses Modells. Der benötigte Strom kann unkompliziert aus dem städtischen Stromnetz entnommen werden. Das Modell ist stationär einsetzbar, kann aber jederzeit umgesetzt werden. Hierfür wird es mit einem Lkw transportiert und aufgestellt.

 

Eine energieautarke Variante, die ohne jegliche Anschlüsse auskommt, ist ideal für Standorte, die keine Versorgungsinfrastruktur aufweisen, geeignet. Dieses Modell wird nach aktueller Planung pro Stunde 20.000 cbm Luft aus eigener Kraft reinigen, was dem Volumen von 600 Standardcontainern entspricht. Die Energieversorgung erfolgt durch auf dem Dach montierte Solarpaneele. Bei Bedarf liefert eine integrierte Brennstoffzelle zusätzliche Energie mit umweltfreundlicher DMFC-Technologie (Direktmethanol-Brennstoffzellen). Das Gerät ist mobil einsetzbar, da es ein Fahrwerk besitzt.

 

Quellen

*https://www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/umwelt_naturschutz/_dokumente_luftreinhaltung/stellungnahme_stadt_zum_entwurf_luftreinhalteplan.pdf

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