Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Herausragendes Engagement für Klimaschutz

26.10.2020 Klima-Ökonom Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (59) und die Geschwister Annika (28) und Hugo Sebastian (37) Trappmann, Geschäftsführer der Blechwarenfabrik Limburg, erhalten 2020 den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Damit wird herausragendes Engagement für den Klimaschutz doppelt ausgezeichnet“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Zudem gibt es einen Ehrenpreis für Dr. Martin Sorg (65). Als leitender Wissenschaftler beim Entomologischen Verein Krefeld hat er mit der „Krefelder Studie“ massive Insektenrückgänge wissenschaftlich untermauert.

Deutscher Umweltpreis und Ehrenpreis: Annika und Hugo Sebastian Trappmann, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer und Dr. Martin Sorg (v.l.n.r.) sind die Preisträger des Jahres 2020.
© Foto: DBU
Deutscher Umweltpreis und Ehrenpreis: Annika und Hugo Sebastian Trappmann, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer und Dr. Martin Sorg (v.l.n.r.) sind die Preisträger des Jahres 2020.

Vorreiter der Ökonomie des Klimawandels

Mit 500.000 Euro ist der Deutsche Umweltpreis der DBU der höchstdotierte Umweltpreis in Europa. Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, habe mit seinem wissenschaftlichen Lösungsansatz, einen Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu verlangen, die deutsche Klimapolitik belebt und entscheidende Impulse im Diskurs über finanzielle Anreize als Instrument für mehr Klima- und Naturschutz geliefert, so Bonde. „Die Geschwister Trappmann zeigen, wie sich ein mittelständisches Unternehmen per Hightech-Digitalisierung im klimafreundlichen Sinne umkrempeln lässt und zudem noch davon profitiert.“

Edenhofer erhält den Preis unter anderem, weil er in beratender Funktion mit seinem Vorschlag einer CO2-Bepreisung erheblich zur Einigung der Bundesregierung auf das Klimapaket beigetragen hat. Bonde: „Er ist einer der weltweit einflussreichsten Vorreiter der Ökonomie des Klimawandels.“

Durch seine „exzellenten Forschungen, wissenschaftsbasierten Politikbe¬ratungen sowie sein hohes Engagement“ biete er über den wirtschaftlichen Denkansatz Lösungen gegen den Klimawandel, die auch Fragen der Gerechtigkeit behandeln. „Seine wissenschaftlich fundierten Empfehlungen ermöglichen Regierungsvertretern, den politischen Handlungsrahmen so zu setzen, dass sich zukunftsfähige Innovationen für Klimaschutz am Markt durchsetzen“, so Bonde. Das Preisgeld für Edenhofer beträgt 250.000 Euro.

Nationales und internationales Medienecho

Den mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis erhält Entomologe Dr. Martin Sorg. Er koordiniert die Forschungen des Entomologischen Vereins, die ein großes Echo in Medien und Wissenschaft auslösten und Anlass für die Gründung von Bürgerbewegungen waren. Bonde: „Die Erkenntnisse haben Gesellschaft, Politik und Wissenschaft wachgerüttelt, ja sogar erschüttert.“ Denn die wissenschaftlich fundierten Forschungen hätten gezeigt, „dass die Gesamtmenge der Fluginsekten in den untersuchten Gebieten in den vergangenen 30 Jahren um dramatische 76 Prozent zurückgegangen ist. Das muss mehr denn je für uns alle ein Weckruf sein“, so Bonde. Die Sorge der Wissenschaft: Nahrungsketten und Ökosysteme könnten in Gefahr sein. „Der Einsatz von Dr. Sorg trug dazu bei, die Warnungen der Wissenschaft vor einem massiven Insekten- und Artenverlust ernst zu nehmen“, so Bonde. Mit dem Verein zeige Sorg, „dass jede und jeder Einzelne durch beharrliches und fundiertes Engagement einen Beitrag zu dieser wichtigen Zukunftsdebatte leisten kann“.

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