FILTECH 2021
Lösungen für Mikroplastik in Abwässern

20.10.2020 Um die hohe Wasserqualität in Deutschland beizubehalten, müssen Einträge vermieden und Belastungen entfernt werden. Denn für eine sichere Grundversorgung ist sauberes Wasser unverzichtbar. Filterlösungen, die für unbelastete Gewässer und reines Trinkwasser sorgen, erleben Besucher auf der FILTECH vom 23. bis 25. Februar 2021 in Köln.

Messe FILTECH – Plattform für Filtrations- und Separationslösungen
© Foto: FILTECH Exhibitions Germany
Messe FILTECH – Plattform für Filtrations- und Separationslösungen
Seit Jahren wird in Fachkreisen über eine vierte Reinigungsstufe für Kläranlagen diskutiert. Ausgang dafür ist die Beobachtung, dass immer mehr Spurenstoffe in Gewässern gefunden werden, die mit üblicher Wasseraufbereitung nicht gefiltert werden können: vor allem Nitrat aus der Landwirtschaft sowie Arzneimittelrückstände, was Humanpharmaka und auch Medikamente aus der Tiermedizin einschließt. Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer problematischer Stoffe: Pestizide, Haushalts- und Industriechemikalien, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Quecksilber, Mikroplastik, Nanopartikel und antibiotikaresistente Erreger.

Kläranlagenbetreiber verweisen in Diskussionen über die schwierige Thematik auf das Verursacherprinzip, dessen strikte Beachtung die Einträge reduzieren soll: Je weniger Arzneimittelrückstände ins Abwasser gelangen, je weniger Dünger seinen Weg in den Wasserkreislauf findet und je weniger Nanopartikel in die Umwelt abgegeben werden, desto geringer die Belastung der Abwasseraufbereitung. Doch was passiert mit den Rückständen, die in der Zeit bis zur Umsetzung solcher Pläne im Abwasser landen? Und lässt sich die Belastung durch Vermeidungsmaßnahmen tatsächlich so weit reduzieren, dass zusätzliche Aufbereitungsmaßnahmen überflüssig werden?

Filtersysteme zur Reduzierung von Belastungen im Wasser

Innovative Lösungen, die den Stand der Technik in der Abwasseraufbereitung darstellen, können Besucher auf der nächsten FILTECH erleben. Auch 2021 stellen zahlreiche Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Für die weltweit wichtigste Plattform für Filtrations- und Separationslösungen für feste, flüssige und gasförmige Medien haben sich bereits jetzt über 340 Aussteller registriert.

Hierzu zählen neben zahlreichen spezialisierten Anbietern auch Branchengrößen wie Andritz. Für Betreiber von Kläranlagen stellt das Unternehmen Feinrechensiebe und Dekanterzentrifugen her sowie neben Separations- und Filtrationskomponenten auch Pumpen und Steuerungssysteme. Unternehmen wie Blücher produzieren Prozess- und Abwasserbehandlungsanlagen sowie Systeme zur Entfernung von Spurenstoffen wie Arzneimittelrückstände, Pestizide und Tenside. Präzise Gewebetechnologie von Fertigungsunternehmen wie Haver & Boecker und Software wie Geodict von Math2Market ermöglichen Filter, die spezifisch auf Medium und Filtrationsbedarf hinausgelegt werden. Mit besonderem Interesse bei den Besuchern rechnet ECOFARIO. Das Münchner Start-up arbeitet an der Umsetzung einer Technologie, welche eine vierte Reinigungsstufe gewissermaßen ersetzen könnte: Mit dem High-G-Separator sollen bis zu 99,9 % der Mikropartikel im Abwasser entfernt werden – inklusive anhaftender Schmutzstoffe, Arzneimittelrückstände und Hormone. Besucher können sich am Stand über die Technologie, die Pilotanlage und zukünftige Einsatzbereiche informieren.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (Fraunhofer ILT), allerdings mit einem Filter: Der Abscheidegrad aller Schwimm-, Schwebe- und Senkstoffe ist hier klar durch den Filter definiert und strömungsunabhängig. In einem Pilotprojekt entwickelt das Fraunhofer ILT gemeinsam mit den Unternehmen Klass-Filtertechnik, LaserJob, OptiY und Lunovu einen Zyklonfilter mit Porengrößen von 10 Mikrometern, der Mikroplastik in Kläranlagen aus dem Abwasserstrom separieren soll. „Unsere Lösung ist selbstreinigend ausgeführt: Durch Unterdruck werden die Partikel ausgetragen“, erklärt Andrea Lanfermann vom Institut. Auf der FILTECH erfahren interessierte Besucher alles über den Stand des Projekts und die zugrundeliegende Technologie.

Mikroplastik in Abwasser und Gewässern adressiert auch Wasser 3.0. Das gemeinnützige Unternehmen will materialwissenschaftliche Lösungen zur Verbesserung der Wasserqualität bieten und forscht jüngst an einem Verfahren, Mikroplastik zu agglomerieren. Verklumpt sammelt sich Mikroplastik so an der Wasseroberfläche und kann abgeschöpft werden. „Die entstehenden Agglomerate können in der Glas- oder Baustoffindustrie verwendet werden“, betont Dr. Katrin Schuhen. Die Gründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens wird das Projekt auf der FILTECH im Rahmen eines Vortrags ausführlich vorstellen.

„Der Buchungsgrad spricht dafür, dass die Entscheidung zur Ausweitung der Veranstaltung auf zwei Messehallen richtig war“, sagt Suzanne Abetz von FILTECH Exhibitions Germany. Die modernen Hallen 7 und 8 der Koelnmesse unterstützen mit ihrer starken Belüftung das Sicherheits- und Hygienekonzept der Veranstaltung, das ein großzügiges Hallenlayout, Spender mit Desinfektionsmittel an allen wichtigen Punkten und einer Maskenpflicht in allen Bereichen beinhaltet, in denen Besucher nicht sitzen.

Lösungen für Wasser, Boden und Luft

Es zeichnet sich ab, dass die zukunftsfähige Behandlung von Abwässern nicht auf ein „Entweder – Oder“ hinauslaufen kann, sondern beide Ansätze in Betracht gezogen werden müssen: einerseits Vermeidung von Einträgen, andererseits die effektive Entfernung von Substanzen, die für Mensch und Umwelt schädlich sein können. Unterstützung erhalten Betreiber kommunaler und industrieller Kläranlagen bei den Herstellern von Filtertechnik für Wasser und Abwasser. Sie bieten marktgängige, effiziente Reinigungslösungen für Abwasser an, die Medikamentenrückstände, Düngemittelwirkstoffe, Chemikalien und Pestizide entfernen können. Die ganze Bandbreite ihrer Lösungen zeigen sie auf der FILTECH vom 23. bis 25. Februar 2021 in Köln.

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