Mietkleidung
Der Anzug kommt auf dem Fahrrad

10.02.2022 Als Serviceunternehmen für Berufstextilien ist Mewa auf eine umfangreiche Fahrzeugflotte angewiesen. Rund 26 Millionen Kilometer werden in Deutschland jährlich im Dienst der Kunden zurückgelegt.

Cargobikes bringen in Berlin Mietkleider.
© Foto: Mewa
Cargobikes bringen in Berlin Mietkleider.

Um die damit verbundenen CO2-Emissionen zu reduzieren, hat der Textildienstleister in Berlin jetzt ein neues Lieferkonzept für Innenstädte getestet. 

„Unser Ziel ist es, die Distribution komplett klimaneutral durchzuführen“, erklärt Kay Simon, Leiter Mobilitätskonzepte bei Textiliunternehmen. „Dazu gehört ein ‚Downsizing‘ der Lieferfahrzeuge in den Stadtzentren.“ In Berlin-Mitte werden deshalb seit Sommer 2021 für das letzte Wegstück E-Cargobikes des Anbieters Onomotion eingesetzt. Statt direkt zum Kunden bringt der Mewa-Lkw die Mietkleidung nun vom waschenden Betrieb in Groß Kienitz zu einem zentralen Zwischenlager – in einem Urban Hub des Parkraumanbieters Apcoa – direkt unter der ‚Mall of Berlin‘. Von dort übernehmen elektrisch betriebene Lastenräder und Mini-Vans den Weitertransport. Etwa ein Viertel der Ladung eines konventionellen 3,5-Tonners kann ein Cargobike vom Gewicht her aufnehmen.  

Die Kunden hätten die Umstellung auf das Lastenfahrrad gar nicht bemerkt, bemerkt Mewa. „Wir haben mit kleinen Liefermengen angefangen, um die neuen Abläufe zu testen. Mittlerweile übernehmen die Cargobikes täglich ein bis zwei komplette Sprinter-Touren. Dabei konzentrieren wir uns zunächst auf den Hol- und Bringservice der Berufs- und Businesskleidung“, erläutert der Mobilitätsmanager. Die Anlieferung per Lkw im City-Hub erfolgt am frühen Morgen, noch vor der Rushhour, die Abholung am späten Abend. Die weitere Distribution ist absolut emissionsfrei. „Wir haben mit dem Lastenrad eine höhere Stoppdichte, das heißt, es können mehr Kunden auf der Strecke beliefert werden. Dort, wo unsere Servicefahrer mit dem Lkw nur schwer einen Halteplatz
finden, oder wo es keine direkte Zufahrt gibt, ist der Einsatz von Cargobikes sogar deutlich schneller und effizienter“, so Simon. 

Für die Lastenfahrräder wurde Dienstleistungsvertrag mit Onomotion abgeschlossen. Der Mobilitätsdienstleister aus Berlin entwickelt und produziert E-Cargobikes mit austauschbarem Container-Modul und wettergeschützter Fahrerkabine. Ergänzt wird dies mit einem Dienstleistungsservice: So übernimmt ein Servicefahrer die Fahrten zu den Kunden. Die Container sind mit Licht, einer Kleiderstange für die hängende Wäsche und mit einem Zwischenboden zur Ablage von Wäschesäcken ausgestattet. Das Container-Prinzip ermöglicht einen schnellen und unkomplizierten Wechsel der Ladungen: Frische Wäsche bleibt bis zur Anlieferung beim Kunden sauber und sicher verstaut, schmutzige Wäsche kann in der Box zwischengelagert und später von einem weiteren Cargobike abgeholt werden. Auch bei Mehrfachtouren eines Cargobikes ergeben sich so keine Zeitverluste durch Umladen, da die Container schon fertig bestückt bereitstehen.
Beres Seelbach, Co-Gründer und Co-Geschäftsführer von ONOMOTION erklärt: „Unser Cargobike

Bis zu 60 Kilometer kann das Cargobike mit zwei austauschbaren Akkus zurücklegen. Geladen wird mit Ökostrom.

 

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