BDEW
Zur EU-Methanstrategie

19.10.2020 Zur Veröffentlichung der Methanstrategie der EU-Kommission erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): „Allen ist klar: Der Ausstoß des Klimagases Methan muss weiter gesenkt werden.

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Zwar stammen vier Fünftel aller vom Menschen verursachten Methanemissionen der EU aus den Sektoren Landwirtschaft und Abfallwirtschaft, während die Emissionen der Gaswirtschaft knapp sechs Prozent betragen. (Quelle: UNFCCC - United Nations Framework Convention on Climate Change). Aber auch unsere Branche steht in der Verantwortung. Die Unternehmen der Gaswirtschaft arbeiten seit vielen Jahren daran, die Emissionen zu senken. Unsere Branche in Deutschland konnte den Methanausstoß im Zeitraum 1990 bis 2017 bereits um 40 Prozent reduzieren. Die Gasverteilnetzbetreiber und die Fernleitungsnetzbetreiber arbeiten bereits konkret an Projekten, die zur weiteren Emissionsminderung beitragen.

Die veröffentlichte Methanstrategie der Europäischen Kommission enthält viele richtige Punkte. Wir unterstützen das Vorhaben der Kommission, die bestehende Datenbasis EU-weit zu verbessern. Die Entwicklung und Einführung von einheitlichen, EU-weiten Standards und Verfahren für Messung und Berichterstattung ist erforderlich, um mehr Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen.

Die Kommission erkennt zudem an, dass freiwillige und privatwirtschaftliche Initiativen wichtige Hebel sind, um schnell Fortschritte bei Messung und Berichtswesen sowie Reduzierung der Methanemissionen in allen Sektoren zu erzielen. Es ist richtig, dass die Kommission solche Initiativen als Basis für ihren angekündigten gesetzlichen Rahmen nutzen will. Zudem sind die Initiativen nicht nur national bzw. europäisch verankert, sondern entfalten auch über die EU hinaus international Wirkung.

Weltweit setzt sich die Gaswirtschaft nachhaltig für die weitere Senkung der Methanemissionen ein. Viele Unternehmen der Gaswirtschaft haben mit Maßnahmen zum Aufspüren, Identifizieren und Beheben von Lecks die Methanemissionen bereits deutlich reduziert und engagieren sich in gemeinsamen Projekten wie der Initiative „Methane Guiding Principles“ (MGP) oder des GIE Methane Emission ACTION PLAN, in dem laufende Maßnahmen in einzelnen Ländern sowie länderübergreifende Projekte zusammengestellt sind.

Es ist zudem erfreulich, dass die Europäische Kommission auch verstärkt auf Biogas setzt, um die Methanemissionen in der Landwirtschaft über eine Verwertung von Abfall und Reststoffen in Biogasanlagen zu reduzieren.“

Hintergrund: Zahlen und Fakten zu Methanemissionen Welt/EU/Deutschland

Der Anteil von Methan an den vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen beträgt weltweit ca. 11 Prozent, davon ist rund ein Viertel auf die Erdöl- und Erdgaswirtschaft (rund 3 Prozent) zurück zu führen. EU-weit lag der Anteil der durch die Gaswirtschaft verursachten Methanemissionen am gesamten Methanausstoß der EU bei knapp 6 Prozent. Diese Menge entspricht etwa 0,6 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU.
Ein wichtiger Ansatz für die Reduktion von Methanemissionen liegt in der Erkennung und Reparatur von Lecks. Die Gaswirtschaft in Deutschland hat diesbezüglich bereits viel erreicht: So sind mittlerweile alte Graugussleitungen fast vollständig ausgetauscht worden – eine von vielen Maßnahmen, durch die die Anzahl von Leckagen und Schäden an Gasleitungen in den letzten Jahrzehnten stark zurückging. Im Bereich der Transportnetze werden zudem durch den Einsatz von mobilen Verdichtern und mobilen Fackeln, welche das Ausblasen von Leitungen ersetzen, sowie durch den Verzicht auf pneumatische Ventile erhebliche Methanemissionen eingespart.

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