Bund e. V.
Lebendige Auen für die Elbe

06.10.2020 An der Unteren Mittelelbe (Sachsen-Anhalt) entsteht eine Insel, wie es sie dort zuletzt vor 120 Jahren gab. Das Auenzentrum des Bund auf Burg Lenzen lässt dafür eine verlandete Nebenrinne der Elbe ausheben und verbindet sie mit dem Hauptstrom.

Lebendige Auen für die Elbe: Die hohe Garbe aus der Luft
© Foto: Frank Meyer/RANA
Lebendige Auen für die Elbe: Die hohe Garbe aus der Luft
Ziel der Maßnahme ist es, eine größere Vielfalt an Lebensräumen zu schaffen. Die Arbeiten hierfür sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. So kann die Elbe künftig nahezu ganzjährig den ‚Kälberwerder‘ umfließen und wieder typische Auenlebensräume gestalten. Mit dieser letzten großen Maßnahme findet das Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“, das seit 2012 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird, in 2020 seinen Abschluss.

Biologische Vielfalt verbessert ökologischen Zustand der Elbe

„Naturnahe Auen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie sind nicht nur wichtig für die biologische Vielfalt und eine intakte Natur. Durch die Wiederbelebung der Auenlandschaft um den „Kälberwerder“ wird der Wasserhaushalt in der Landschaft verbessert, indem Wasser in dem Gebiet bei Hochwasser zurückgehalten und bei Trockenheit an die Umgebung abgegeben wird. Als beachtlicher Kohlenstoffspeicher tragen Auenlandschaften auch wirksam zum Klimaschutz bei. Der Schutz und Erhalt von intakten Auen ist also wichtiger denn je.“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Jungfische von strömungsliebenden Arten wie Zander, Aland oder Rapfen und Insekten, wie etwa Libellen, sollen hier neue vielfältige Lebensräume finden. Insofern kann die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung  des ökologischen Zustands der Elbe im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie leisten.

Die Wiederherstellung der Insel ‚Kälberwerder‘ ist die letzte große Maßnahme im Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“ auf dem Gebiet der Hohen Garbe (Sachsen-Anhalt) im Biosphärenreservat Mittelelbe. Das BUND-Auenzentrum hat hier auf rund 420 Hektar einen der wertvollsten Auwälder der Region wieder an die Dynamik der Elbe angeschlossen, indem es einen alten funktionslosen Deich teilweise abgetragen und ehemalige Flutrinnen reaktiviert hat. Der Fluss kann die Hohe Garbe nun wieder regelmäßig durchströmen und eine naturnahe Aue gestalten.

Enger Dialog mit Anwohnern

Das BUND-Auenzentrum auf Burg Lenzen war im Projektverlauf auch mit der Anwohnerschaft und den Flächennutzenden im engen Dialog und hat zahlreiche Informations- und Bildungsangebote über den Wert und den Nutzen naturnaher Auen geschaffen. Mit Unterstützung und großem Engagement aus der Region hat der BUND zudem rund 14.000 Bäume und Sträucher im Projektgebiet gepflanzt, Gewässer naturnah gestaltet und neue Tümpel angelegt. So sind wichtige Lebensräume für unzählige Tiere und Pflanzen entstanden.
 
www.bund.net/elbauen
stats