Initiative Wasserversorgung
Region Berlin-Brandenburg wächst stark und ist durstig

18.12.2020 Mehr Menschen brauchen mehr Wasser. Der Klimawandel verstärkt diesen Bedarf. Angesichts wachsender Herausforderungen schlossen sich 16 Wasserversorger aus der Metropolregion Berlin-Brandenburg in einer Initiative zusammen und formulieren gemeinsame Ziele.

Grundwasseranreicherung im Einzugsgebiet des Wasserwerks Stolpe
© Foto: Berliner Wasserbetrieb / Joachim Donath
Grundwasseranreicherung im Einzugsgebiet des Wasserwerks Stolpe
Die Analyse der Situation und die erwarteten Trends haben Vertreter dieser Gruppe heute in einem virtuellen Auftakttreffen dem brandenburgischen Umweltminister Axel Vogel und der Berliner Umweltsenatorin Regine Günther (beide Bündnis 90/Grüne) vorgestellt und einen länderübergreifenden Dialog für eine gemeinsame Strategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen vereinbart.

Im Jahr 2050 wird die Einwohnerzahl auf Brandenburger Gebiet in der Region zwischen Oranienburg, Nauen, Potsdam, Storkow und Strausberg um rund ein Fünftel wachsen. Mehr als die Hälfte aller Brandenburger werden dann in diesem Bereich wohnen. Auch für Berlin wird ein ähnlicher Trend prognostiziert.

Deutlich stärker wird zugleich der Wasserbedarf steigen, was neben der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung insbesondere dem Klimawandel mit trockeneren und wärmeren Sommern geschuldet ist. So erwarten die Fachleute im Umland der Hauptstadt einen zum Teil um die Hälfte wachsenden Wasserbedarf, der mit den heutigen Wassernutzungsrechten bzw. verfügbaren Dargeboten nicht komplett abgedeckt werden kann. Das ist der Kern der Analyse der 2017 gebildete Initiative Trinkwasserversorgung Metropolenregion Berlin-Brandenburg. Die Unternehmen und Verbände leiten daraus eine über das bisherige Territorialprinzip hinausgehende Zusammenarbeit auch durch Schaffung von Verbundsystemen, eine weitere Senkung der Netzverluste sowie Kampagnen zum bewussteren Umgang mit Trinkwasser ab. Diese Arbeit müsse die Politik in beiden Bundesländern vorerst mit der Sicherung des Vorranges der Trinkwasserversorgung vor allen anderen Wasser- und Gebietsnutzungen, rechtlichen Rahmenbedingungen für überregionale Versorgungslösungen, der Finanzierung von Altlastensanierung flankieren.

Hintergrund: Gewässerreich, aber wasserarm

Die Metropolregion zählt zu den niederschlagsärmsten Gebieten Deutschlands. Die historisch gebildete durchschnittliche Regenmenge von lediglich 580 Litern im Jahr ist in den vergangenen Jahren außer 2017 nie wieder erreicht worden. Die beiden prägenden Flüsse der Region, Spree und Havel, sind aufgrund ihrer Stauhaltung mit Schleusen und Wehren optisch eindrucksvoll, führen aber im Vergleich zu großen Flüssen wie Rhein oder Donau nur sehr wenig Wasser. Die stärkere Verdunstung infolge seit Jahren steigender Durchschnittstemperaturen tut ein Übriges.

Mitglieder der Initiative

Berliner Wasserbetriebe, Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP), Mittelmärkische Wasser- und Abwasser GmbH (MWA, Kleinmachnow), Wasser- und Abwasserzweckverband "Nieplitz" (WAZ-N, Beelitz), Wasser- und Abwasserzweckverband "Werder-Havelland" (WAZ-H), Osthavelländische Trinkwasserversorgung
und Abwasserbehandlung GmbH (OWA, Falkensee), Stadtwerke Oranienburg GmbH, Wasser Nord GmbH & Co. KG (Hohen Neuendorf), Eigenbetrieb Kommunalservice Panketal, Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE), Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA, Oranienburg), Wasser- und Abwasserzweckverband Ahrensfelde/Eiche (WAZV), Zweckverband Komplexsanierung mittlerer Süden (KMS, Zossen), Märkischer Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV, Königs Wusterhausen), Wasserver- und Abwasserentsorgungszweckverband Ludwigsfelde (WARL), Wasser- und Abwasserzweckverband Blankenfelde-Mahlow (WAZ)

www.bwb.de






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