Mehrwegbecher in Fußballstadien
Bayern München setzt auf Mehrwegbecher in der Allianz Arena

27.08.2018 Der FC Bayern nutzt ab sofort bei seinen Heimspielen Mehrwegbecher; eine Umfrage der DUH für die Saison 2018/2019 zeigt einen Trend zu Mehrwegbechern in der ersten Bundesliga.

FC Bayern nutzt ab sofort bei seinen Heimspielen Mehrwegbecher.
© Foto: pixabay/leeminjoon
FC Bayern nutzt ab sofort bei seinen Heimspielen Mehrwegbecher.
Eine Müllflut von mehr als 11,5 Mio. Einweg-Plastikbechern sammelte sich in der Saison 2017/18 in den Stadien der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga an. Der FC Bayern München hatte mit rund 1,4 Mio. verbrauchten Wegwerfbechern einen erheblichen Anteil daran.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt ausdrücklich, dass sich das nun ändern wird: Ab dem zurückliegenden Wochendende mit dem 1. Spieltag in der der 1. Bundesliga kommen in der Allianz Arena umweltgerechte Mehrwegbecher zum Einsatz. Vor Anpfiff des ersten Heimspiels gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Freitag überreichte Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, dem Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, eine „Mehrweg-Meister“-Urkunde auf dem Spielfeld.

Nach einer aktuellen DUH-Umfrage setzen in der ersten Fußball-Bundesliga inzwischen elf statt bisher acht Bundesligisten auf Mehrwegbecher. Andere Vereine sollten nachziehen und auch Mehrweg nutzen.
„Plastikmüll ist zu einem der größten Umweltprobleme geworden. Es ist inzwischen so groß, dass selbst die Europäische Kommission ein Verbot von Einweg-Plastikgeschirr erwägt. Der FC Bayern setzt deshalb mit seinem Umstieg auf Mehrwegbecher genau das richtige Zeichen und zeigt wie das Problem in den Griff zu bekommen ist. Durch Wiederverwendung statt ständiger Neuproduktion von Wegwerfverpackungen werden Ressourcen geschont und das Klima geschützt. In der Allianz Arena werden durch den Umstieg mehr als eine Million Einwegbecher in der Saison eingespart. Deswegen zeichnen wir den FC Bayern aus. Wir freuen uns, wenn andere Vereine dem positiven Beispiel folgen“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin.
Die DUH lobt das Konzept des Mehrwegbechersystems in der Allianz Arena: Die Pfandhöhe von zwei Euro sorgt dafür, dass die Becher zurückgegeben und wiederverwendet werden. Die Spülung der Becher soll ab Oktober in Bergkirchen bei München durchgeführt werden. Dadurch bleiben die Transportwege kurz. Im Innen- sowie im Außenbereich der Allianz Arena gibt es zahlreiche Rückgabemöglichkeiten. So können die Becher schnell und unkompliziert zurückgegeben werden. Gut ist, dass nicht ausschließlich bedruckte, sondern ebenfalls neutrale Becher verwendet werden.
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG erklärt: „Die Umstellung auf ein Mehrwegbechersystem ist auch das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Umweltministerium. Auf Grundlage umweltgerechten Bauens und unter Verwendung von Zukunftstechnologien ist die Allianz Arena seit Jahren eine Sportstätte, die im nationalen und internationalen Profifußball Standards setzt. Seit 2006 hat sich unser nachhaltig betriebenes Stadion jährlich nach den strengsten Richtlinien Europas – nach der EMAS-Verordnung – prüfen lassen. Das nächste Projekt wird sauberer Strom sein, den wir durch eine Photovoltaik-Anlage auf unserem neuen Parkhaus gewinnen werden. Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Umwelthilfe das Engagement des FC Bayern München für den Umweltschutz mit einer Auszeichnung würdigt.“
Die Grafik zeigt die Vereine der 1. Fußballbundesliga, die auf Mehrweg - oder immer noch auf Einwegbecher setzen. © Foto: DUH
Die Grafik zeigt die Vereine der 1. Fußballbundesliga, die auf Mehrweg - oder immer noch auf Einwegbecher setzen.

Die Grafik zeigt die Vereine der 2. Fußballbundesliga, die auf Mehrweg - oder immer noch auf Einwegbecher setzen. © Foto: DUH
Die Grafik zeigt die Vereine der 2. Fußballbundesliga, die auf Mehrweg - oder immer noch auf Einwegbecher setzen.

Auf Großveranstaltungen sind Mehrwegbecher der beste Weg, um Abfälle zu vermeiden sowie Energie und CO2-Emissionen einzusparen. Schon nach dem fünften Gebrauch können sie umweltfreundlicher sein als Einwegbecher. Beim Ausschank von Getränken in Stadien spielen neben der Umweltfreundlichkeit auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Inzwischen werden erfolgreich sicherheitsoptimierte Mehrwegbecher eingesetzt, die leichter als bisherige Modelle sind, über abgerundete Kanten verfügen und am Boden abgeschrägt sind, sodass sie sich im Falle eines Wurfes in Sekundenschnelle entleeren. Mehrwegbecher sind also eine sichere Sache.
boe/DUH

Weiterführende Informationen
www.duh.de


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