Bei Ford gehen viele Lichter auf…
…und die Schalter fallen weg

28.03.2022 459 Lampen beleuchten bei Ford in Köln 27.000 Quadratmeter - und sparen dabei kräftig Energie.

Ford spart - und erhöht den Beleuchtungskomfort in der Pilot-Fabrik.
© Foto: Ford
Ford spart - und erhöht den Beleuchtungskomfort in der Pilot-Fabrik.

Und diese 459 Lampen, die nun den neu gestalteten Vorserienbau ausleuchten, sind keine smarte LED-Leuchten. Sie lassen sich alle dimmen, automatisch - ganz ohne Dimmer.

An jeder Leuchte ist ein Sensor verbaut. Er misst permanent die Temperatur, die Umgebungshelligkeit und auch die Bewegung unterhalb der Lichtquelle. Das heißt: An wolkenverhangenen Tagen, wenn wenig Außenlicht durch die mehr als 100 Gaubenfenster in der Decke der Werkhalle dringt, erhöht das Beleuchtungssystem selbstständig die Lichtstärke. Wenn hingegen in einem Bereich gerade nicht gearbeitet wird, sprich der Sensor über mehrere Minuten keine Bewegung registriert, dimmt das System die Lampen herunter.

Dabei ist jede Lampe einzeln ansteuerbar. "Wir erstellen für jede Lampe ein eigenes Profil", erklärt Gisbert Klein, Ford-Projektleiter und verantwortlich für die elektrische Infrastruktur im Kölner Vorserienbau. "So können wir genau auf den tatsächlichen Bedarf an Licht in den einzelnen Bereichen reagieren." Gisbert Klein und sein Team legen also per Mausklick vorab fest, nach wie vielen Minuten ohne registrierte Bewegung die Lampen im jeweiligen Bereich herunterfahren oder wie hoch die benötigte Lichtstärke ist. "Es gibt Arbeitsplätze, wo zum Beispiel Messungen gemacht werden, da brauchen wir von vornherein mehr Licht", erläutert Gisbert Klein.

Die neuen LED-Lampen leisten jeweils bis zu 236 Watt. Allerdings nutzt das System lediglich ein Leistungsspektrum von 10 bis 70 Prozent - das reicht aus. Tagsüber reguliert das System die Lampen also in diesem Bereich. Nachts, zwischen 22 und 6 Uhr, werden die Lampen abgeschaltet. Sie fahren aber genau dort automatisch wieder hoch, wo Mitarbeitende - etwa vom Werkschutz oder von der Instandhaltung - in der Nacht unterwegs sind. "Die Kollegen müssen den Lichtschalter jetzt nicht mehr suchen", schmunzelt Gisbert Klein.

Das alles spart Strom: "Wir haben den Stromverbrauch gegenüber der bisherigen Beleuchtung im Pilot Plant um rund 50 Prozent reduziert", freut sich Betty Cherian-Oddo, Plant Managerin des Vorserienbaus. Wobei die Beleuchtung den größten Energieverbrauch im Pilot Plant ausmacht.

Doch das smarte Beleuchtungssystem hat noch weitere Vorteile. So ist der Wartungsaufwand deutlich geringer. Im alten Pilot Plant brannten noch mehr als 1.500 Leuchtstoffröhren - also deutlich mehr und auch deutlich wartungsanfälligere Lampen. Außerdem sei das Licht klarer, weißer und gleichmäßiger als die Leuchtstoffröhren im alten Gebäude. "Das fällt der Belegschaft auf", sagt Projektleiter Gisbert Klein. "Sie empfinden die neue Beleuchtung als viel angenehmer." Und auch das Bezahlmodell der neuen Beleuchtung ist smart. Die Ford-Werke leasen die gesamte Lichtanlage vom lokalen Energieversorger Rheinenergie zunächst für fünf Jahre. Anschließend geht das Beleuchtungssystem in den Besitz von Ford über.

Die smarte Beleuchtung des Pilot Plan dient als Vorbild und Blaupause für andere Gewerke am Kölner Ford Standort. Andere Bereiche hätten sich schon über das neue System erkundigt, freut sich die Plant Managerin: "Wir sind Vorreiter", sagt Betty Cherian-Oddo, " in Sachen nachhaltige Infrastruktur."

 

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