Schwachgas aus Deponien
Potentiale ermitteln

28.02.2022 Bereits seit 2009 werden auf der Deponie Am Silberberg keine Abfälle mehr abgelagert. Die Deponie wurde mit einer Basis- und Oberflächenabdichtung versehen. Trotzdem entsteht aufgrund der einst abgelagerten organikhaltigen Abfälle weiterhin Gas.

Auch die Schwachgase der Deonie Silberberg sollen verwertet werden.
© Foto: Silberber
Auch die Schwachgase der Deonie Silberberg sollen verwertet werden.

Dieses wird über Gasbrunnen und -leitungen erfasst und seit 1997 verstromt. Seitdem wurden 32,5 Millionen kWh Strom erzeugt. In besten Zeiten waren es über 4 Millionen kWh Strom pro Jahr. Im letzten Jahr wurden nur noch 361026 kWh erzeugt. Da sich die Organik immer weiter abbaut, entsteht weniger Gas mit einem geringeren Methangehalt. Da die bisher eingesetzten Gasmotoren für die geringeren Gasmengen und den geringeren Methangehalt nicht mehr geeignet sind, müssen künftig neue Wege im Umgang mit dem sogenannten Schwachgas gefunden werden. 

Hier setzt eine Potenzialstudie an, die der Abfallzweckverband Stadt und Landkreis Hof in Auftrag gegeben hat. Diese hat neben der Schwachgasnutzung auch die Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus der Deponie Silberberg zum Ziel. Für die Studie wurde im Jahr 2020 ein Förderantrag an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gestellt. Das Projekt „Klimaschutzteilkonzept für die Deponie am Silberberg – Potenzialstudie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen aus Siedlungsabfalldeponien“ konnte nach Genehmigung des Antrags 2021 begonnen werden. 

Die Potenzialstudie wurde untermauert mit einer Bestandsaufnahme, bei der die allgemeinen Daten über die Deponie, die Sickerwasserfassung und -behandlung, den Deponiegashaushalt und die Gasverwertung einflossen. Darüber hinaus wurde durch Begehungen die Deponieoberfläche auf die Dichtheit überprüft. Um festzustellen, welche Schwachstellen die bestehende Gaserfassung hat, erfolgte ein Gasabsaugversuch. Hierfür wurde eine mobile Schwachgasfackel aufgestellt und alle bestehenden Gasbrunnen auf der Deponie so lange abgesaugt, bis die Gaskonzentration auf ein Minimum abgesenkt war. Anschließend konnte sich ein Gasbrunnen über eine Woche lang erholen, bis erneut abgesaugt wurde. In Relation zur neu entstandenen Gasmenge kann eine Aussage getroffen werden, wie viel Deponiegas zukünftig zu erwarten ist. 

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