Waste-to-Energy
Steag, EVS und FVS schließen AVA Velsen an Fernwärmenetz an

16.11.2022 Die Saarbrücker Steag New Energies GmbH und die Fernwärme Verbund Saar GmbH (FVS) haben gemeinsam mit dem Entsorgungsverband Saar (EVS) die Abfallverwertungsanlage (AVA) Velsen um eine Wärmeauskopplung erweitert. Mit Beginn der aktuellen Heizperiode 2022/23 werden pro Jahr rund 170.000 Megawattstunden (MWh) Wärme über eine sechs Kilometer lange Anschlussleitung in die Fernwärmeschiene Saar eingespeist, teilten die Unternehmen mit.

v.l.n.r.: Stefan Kunz (EVS-Geschäftsführer), Dr. Ralf Schiele (Mitglied der STEAG-Geschäftsführung), Jürgen Barke (Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes) und Holger Schmitt (EVS-Geschäftsführung)
© Foto: EVS
v.l.n.r.: Stefan Kunz (EVS-Geschäftsführer), Dr. Ralf Schiele (Mitglied der STEAG-Geschäftsführung), Jürgen Barke (Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes) und Holger Schmitt (EVS-Geschäftsführung)

Das 20 Millionen Euro teure Projekt soll zur Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung im Saarland beitragen. Die Beteiligten kündigten an, die Erschließung weiterer Abwärmepotenziale zugunsten der Fernwärme prüfen zu wollen.

Unabhängige Wärmeversorgung

„Dieses Projekt leistet einen wichtigen Beitrag, die Wärmeversorgung im Saarland sowohl krisensicher als auch klimafreundlich aufzustellen“, sagte Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke. „Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen durch die Krise und neuen Anforderungen an unsere Energieversorgung im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg gilt es, unsere heimischen Wärmepotenziale umfassend zu erschließen. Damit machen wir unseren Industriestandort unabhängiger von Verwerfungen an den Energiemärkten.“

Für Ralf Schiele, der in der Geschäftsführung der STEAG GmbH die Bereiche Markt und Technik verantwortet, zeigt die aktuelle Energiekrise in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine auf drastische Weise, wie wichtig es sei, bisher ungenutzte Wärmequellen zu erschließen, um die Abhängigkeit von importiertem Erdgas so weit es geht zu reduzieren. „Dies wirkt sich am Ende nicht nur positiv auf Umwelt und Klima aus, sondern hilft auch, Energiepreise zu stabilisieren und Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, so Ralf Schiele.

Die AVA Velsen speist bislang Strom für rund 35.000 Haushalte ins öffentliche Netz ein. Jetzt wird die AVA mit der aktuell beginnenden Heizperiode darüber hinaus rechnerisch rund 16.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen.

Einnahmen sollen den Gebührenhaushalt entlasten

„Die Anlage steht somit für Entsorgungs- wie Versorgungssicherheit gleichermaßen“, sagte EVS-Geschäftsführer Stefan Kunz. „Die konsequente Nutzung der vorhandenen grünen Energieressourcen ist gut fürs Klima und für den Gebührenhaushalt, der durch die zu erwartenden Einnahmen ebenfalls entlastet wird. Das zeigt einmal mehr, dass die Entsorgungsbranche einen wichtigen Beitrag leisten kann, wenn es um die nachhaltige Umgestaltung unserer Energieversorgung geht“, so Stefan Kunz.

„Die konsequente Potenzialnutzung der AVA Velsen für die Strom- und Wärmegewinnung ist ein wichtiger Meilenstein in der Strategie des EVS hin zu verstärkter Energie-Eigenerzeugung und damit einer immer sichtbareren Unabhängigkeit von bestehenden Marktschwankungen und Verfügbarkeitsfragen“, sagte EVS-Geschäftsführer Holger Schmitt.

90 Prozent der Heizwärme der Fernwärmeschiene Saar stammt aus Abwärme und KWK

Bereits heute stammen mehr als 90 Prozent der Heizwärme und des warmen Wassers, mit der die Fernwärmeschiene Saar (FVS) ihre mehr als 13.500 Kunden entlang des 660 Kilometer langen Leitungsnetzes versorgt, aus klimafreundlicher Abwärmenutzung oder aus Energieerzeugung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

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