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Umbau des Schöpfwerkes am Jade-Wapeler Siel

13.05.2020 Mit dem Klimawandel und steigenden Meerwasserspiegeln gewinnt das Thema Küstenschutz immer mehr an Bedeutung. Daher entschied sich der II. Oldenburgische Deichband für die Baumaßnahme Jade-Wapeler Siel. Auf Grundlage aktueller Bemessungswasserstände ist eine Deicherhöhung und -verstärkung im Bereich des Jade-Wapeler Siels im Verbandsgebiet des II. Oldenburgischen Deichbandes notwendig.

Das Schöpfwerk (l. i. B.) wurde nach dem Neubau der zwei Siele Ost und West (r. i. B.) umgebaut. Abschließend erfolgt dann die Deicherhöhung.
© Foto: II. Oldenburgischer Deichband
Das Schöpfwerk (l. i. B.) wurde nach dem Neubau der zwei Siele Ost und West (r. i. B.) umgebaut. Abschließend erfolgt dann die Deicherhöhung.
Das in diesem Abschnitt vorhandene Jade-Wapler Siel kann die höheren Belastungen aus einer Deicherhöhung und -verstärkung nicht mehr aufnehmen. Aus diesem Grund mussten im Zuge der Gesamtmaßnahme vier Sielzüge neu erstellt und die Auslaufleitungen des Mündungsschöpfwerkes (MSW) verlängert werden. Der Entwässerungsverband Jade wird die neu erstellten Bauwerke nach Fertigstellung übernehmen und betreiben, wie dies bereits bei den Vorgängerbauwerken der Fall war. Geplant wurde diese umfangreiche und komplexe Maßnahme durch die Planungsgemeinschaft Küste, ein Projektzusammenschluss von IPP Ingenieurgesellschaft Possel u. Partner GmbH, Kiel, und BN-Umwelt GmbH, Kremperheide. Die bauliche Umsetzung übernahm die Arbeitsgemeinschaft Jade-Wapeler-Siel Los 2, bestehend aus der Ludwig Freytag GmbH & Co. KG, Oldenburg, für die technische Geschäftsführung, der Tiefbau GmbH Unterweser, Oldenburg, für die kaufmännische Geschäftsführung und der Herdejürgen & Harmsen Baugesellschaft mbH & Co. KG, Norderham. Für die Verlängerung der Auslaufleitungen des MSW kamen GFK-Kanalrohre DN 2400 von Amiblu zum Einsatz, die insbesondere durch ihre sehr guten hydraulischen Eigenschaften überzeugen konnten.

Sicher ist (Deich)sicher

Der aktive Küstenschutz wird in Zeiten der Prognose steigender Meeresspiegel in Zukunft immer wichtiger. So sind der II. Oldenburgische Deichband und das Land Niedersachen seit Jahren mit einem hohen finanziellen und auch technischen Aufwand dabei, die Deiche für ihre zukünftigen Schutzaufgaben in der Standfestigkeit zu ertüchtigen und bei Bedarf zu erhöhen. Da Deiche im Normalfall aufgrund ihrer Konstruktion bei einer Erhöhung eine Verbreiterung erfahren, stellen gerade Ingenieurbauwerke innerhalb des Deichkörpers eine besondere Herausforderung dar. So auch bei der Deicherhöhung im südlichen Jadebusen am Jade-Wapeler Siel. Im Vorfeld mussten das Sielbauwerk mit den zwei Sielzügen Ost und zwei Sielzügen West sowie die Auslaufleitungen des Mündungsschöpfwerkes bautechnisch an die zukünftigen Gegebenheiten angepasst werden. Beide Bauwerke müssen auf ihrer Küstenseite Hochwasser und Sturmfluten abwehren und gleichzeitig die Oberflächenentwässerung des Hinterlandes sicherstellen. „Daher mussten wir in jeder Bauphase dafür sorgen, dass die Aufrechterhaltung der Deichsicherheit und die der Wasserabführung stets gegeben war“, erläutert Dipl.-Ing. Heiko Velbinger,  Projektleiter bei Ludwig Freytag, eine der wichtigsten Randbedingungen der Gesamtmaßnahme.

So habe man zunächst die Sielzüge West und anschließend die Sielzüge Ost komplett erneuert. Die vier Sielzüge entwässern das Hinterland drucklos über ein Freigefälle in Richtung Nordsee. Doch gerade im Winterhalbjahr, wenn beispielsweise die Tidefenster für diese Entwässerung kürzer werden, oder wenn die Menge an Oberflächenwasser nicht alleine über die vier Sielzüge abgeleitet werden können, erfolgt die Entwässerung zusätzlich über das Mündungsschöpfwerk. Hauptbestandteil des MSW sind neben den technischen Pumpenanlagen im Maschinenhaus die Auslaufleitungen. Beim Jade-Wapeler Siel mussten diese aufgrund der Deichverbreiterung in Richtung Nordsee entsprechend verlängert werden. „Das MSW mit den Pumpen sollte bei dem Umbau erhalten bleiben. Erneuert werden sollten nur die Auflaufleitungen und das Außenhaupt“, so Velbinger weiter. Dabei habe man ein sehr glattwandiges Material verwenden wollen, sodass die Reibungsverluste in den nun längeren Leitungen nicht zu einem Verlust der Pumpenleistung führten. Daher habe sich die Planungsgemeinschaft Küste bei den vier neuen Strängen der Auslaufleitungen DN 2400 für den Werkstoff GFK entschieden. Die Wahl fiel auf die Flowtite Kanalrohre von Amiblu, die über sehr gute hydraulische Eigenschaften verfügen und somit genau den Anforderungen der Planer entsprachen.

Die Hydraulik gab den Ausschlag

Die im kontinuierlichen Wickelverfahren nach Flowtite Technologie hergestellten Amiblu Rohre verfügen über eine Sandwich-Struktur. Die hochfesten kontinuierlichen Glasfasern halten Umfangsbelastungen durch Innendruck stand, während geschnittene Fasern eine optimale Druckfestigkeit gegenüber axialen Kräften, Stößen und Installationslasten garantieren. Die Rohrwand besteht aus extrem verstärkten Außenschichten und einem kompakten, mit Quarzsand gefüllten Kern für optimale Biegefestigkeit.

In Kombination mit den Schutzschichten garantiert diese Struktur Beständigkeit gegenüber hohem Innendruck und eine perfekte Langzeitsteifigkeit. „Unsere Rohre sind nicht nur leicht in der Handhabung und lassen sich in kurzer Zeit gut und sicher verlegen, sondern sie verfügen auch wegen ihrer äußerst glatten Innenfläche über sehr gute hydraulische Fließeigenschaften, die auch im Betrieb langfristig erhalten bleiben“, erläutert Jürgen Schneider, Gebietsverkaufsleiter, Amiblu Germany GmbH die Vorteile der Flowtite GFK-Rohre.

Deicherhöhung in 2020

Der Umbau des Mündungsschöpfwerkes erfolgte im Sommerhalbjahr 2019 von April bis Oktober. Zu diesem Zeitpunkt waren die vier Sielzüge Ost und West bereits fertiggestellt und in Betrieb. Die Baumaßnahme wird mit der abschließenden Deicherhöhung in 2020 fortgesetzt.

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