BMUV und BfN fördern Ems-Auen
Renaturierungsprojekt „EmsLand“ im Förderprogramm Auen gestartet

04.01.2023 Das im Oktober 2022 gestartete Projekt „EmsLand“ soll an der Ems für mehr Flussdynamik sorgen und an Wasser gebundene Lebensräume naturnah entwickeln. Dafür hat sich der niedersächsische Landkreis Emsland mit starken Partnern in der Region zusammengetan. Für die Projektumsetzung stellen das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Förderprogramm Auen 4,1 Mio. € zur Verfügung.

Künftig mehr Flussdynamik für die Ems und naturnahe, an Wasser gebundene Lebensräume
© Foto: Emsland Tourismus GmbH
Künftig mehr Flussdynamik für die Ems und naturnahe, an Wasser gebundene Lebensräume

„Die Hitzesommer und Dürreperioden der letzten Jahre zeigen, wie wichtig es ist, mehr Wasser in der Landschaft zu halten. Intakte Auen sind für die Vorsorge und Anpassung an die Klimakrise unersetzlich. Zusätzlich sind sie ein Ort einzigartiger Biodiversität. Der Lebensraum naturnaher Flussufer und Auen befindet sich in stetigem Wandel, doch diese Dynamik finden wir heute nur noch an den wenigsten Flüssen in Deutschland. Umso wichtiger sind Projekte wie das ‚EmsLand‘, damit wir einen unserer artenreichsten Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten nicht verlieren“, so Bundesumweltministerin Steffi Lemke bei der Projektvorstellung.

Um die verschiedenen Interessen berücksichtigen zu können, setzt der Landkreis Emsland auf den Dialog mit den bereits gefundenen Partnern. Zusammen mit Akteuren aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz werden Renaturierungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Zusätzlich sind ab im Jahr 2023 erste Maßnahmen auf öffentlichen Flächen geplant: Unter anderem sollen Stillgewässer in den Auenbereichen geschaffen sowie Strukturen wie Totholzbäume oder kleinere Steinbänke in einzelnen Zuflüssen angelegt werden. Dies ermöglicht wieder eine eigendynamische Entwicklung ohne Uferverbau in den Zuflüssen. Um die stark eingetiefte Ems und ihre Zuflüsse wieder besser mit ihren Auen zu verbinden, sollen zudem sogenannte Sekundärauen angelegt werden. Dafür wird das umgebende Gelände ebenfalls tiefer gelegt, damit es häufiger überschwemmt wird und dort wechselfeuchte Bereiche entstehen können. Diese sind als charakteristische Lebensräume bedeutsam für Arten, die nur in Auen unter ebendiesen Bedingungen vorkommen, wie z. B. die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) oder der Kammmolch (Triturus cristatus). Das BfN begleitet und fördert das Projekt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums im Förderprogramm Auen.

„Förderprogramm Auen“


Das Projekt „EmsLand – Auenentwicklung an der Ems zwischen Salzbergen und Dörpen“ ist das vierte Vorhaben, das im Förderprogramm Auen bewilligt wurde. Mit einem Gesamtbudget von 5,4 Mio. €, die bis 2028 zur Verfügung stehen, gehört es bisher zu den größeren Projekten dieses Programms. Neben den 4,1 Mio. € des Bundesumweltministeriums aus dem Förderprogramm Auen unterstützt auch das Land Niedersachsen das Projekt mit etwa 800.000 €. Die verbleibenden 500.000 € kommen vom Landkreis Emsland selbst. Das Projektgebiet umfasst 16.500 Hektar der Emsauen auf einer Strecke von 160 km zwischen den Gemeinden Salzbergen und Dörpen.

Über das Förderprogramm Auen können Landkreise und Kommunen, Naturschutz- und Umweltverbände sowie andere Akteure beim Bundesamt für Naturschutz Fördermittel beantragen, um die Auen entlang der Bundeswasserstraßen als Zentren der biologischen Vielfalt und Achsen des Biotopverbundes naturnah zu entwickeln. Zur Wiederherstellung intakter Flusslandschaften können beispielsweise Auengewässer angelegt, nicht mehr benötigte Entwässerungseinrichtungen entfernt sowie der für die Maßnahmenumsetzung notwendige Grunderwerb und Personal gefördert werden. Das Förderprogramm ist Teil des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, einer gemeinsamen Initiative von Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium.



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