Bayerisches Staatsministerium für Umwelt
Ausgeklügeltes Management sichert Wasserversorgung

31.01.2020 Das Überleitungssystem im Fränkischen Seenland versorgt Bayerns trockenen Norden mit Wasser – eine besondere Aufgabe im Hinblick auf Klimaschutz und Niedrigwassersituationen vor allem in Nordbayern. Daneben bewahrt es das Altmühltal vor Hochwasser.

Bayerns Umweltminister Glauber bei der Besichtigung der Betriebszentrale für das Überleitungssystem im Fränkischen Seenland in Gunzenhausen.
© Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt
Bayerns Umweltminister Glauber bei der Besichtigung der Betriebszentrale für das Überleitungssystem im Fränkischen Seenland in Gunzenhausen.

Bayern hat reiche Wasservorräte, die aber nicht gleichmäßig im Land verteilt sind: Während das südliche Bayern über genügend Wasser verfügt, ist es in Nordbayern vergleichsweise trocken. Diese Entwicklung verschärft sich durch den Klimawandel. Schon 1970 hat der Bayerische Landtag den Bau des Überleitungssystems beschlossen. Die Bauzeit dauerte insgesamt von 1972 bis 1999. Altmühlsee, Brombachsee und Rothsee sind heute ein beliebtes Ferien- und Freizeitparadies. In erster Linie sind die drei Seen jedoch Teil dieses Wasserüberleitungssystems, das einerseits für den Hochwasserschutz im Altmühltal und andererseits für die Aufhöhung von Niedrigwasser in Trockenzeiten sorgt. Die Überleitung stützt auch die Grundwasservorkommen in Nordbayern und ermöglicht so landwirtschaftliche Beregnung. Mit Gesamtkosten von rund 460 Millionen Euro ist die Überleitung Bayerns größtes abgeschlossenes wasserbauliches Projekt.

Überleitungssystem fit halten

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte bei der Besichtigung der Betriebszentrale in Gunzenhausen am 23. Januar 2020: "Wasser ist der Grundstoff des Lebens. Der Klimawandel wird in Zukunft zu längeren Trockenphasen führen – gerade in Nordbayern. Das Überleitungssystem ist ein meisterhafter Wasserspender für Frankens Flüsse. Über 230 Millionen Kubikmeter Wasser wurden 2019 übergeleitet. Das ist Rekord. Die Überleitung hat bisher alle Stresstests bestanden. Wir wollen das System weiter fit halten und für die Herausforderungen des Klimawandels rüsten. Dafür investieren wir jedes Jahr 6 Millionen Euro in Betrieb und Unterhaltung des Systems." Seit Inbetriebnahme der Überleitung im Jahr 1993 flossen bereits 3,5 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Donauraum nach Nordbayern, das entspricht dem doppelten Volumen des Ammersees. Vor allem Rednitz, Regnitz und Main werden mit dem Wasser gefüllt. Insgesamt zeichnet sich seit einigen Jahren eine Steigerung der Überleitungsmengen ab.

Wassermanagement ist eine hoch komplexe Angelegenheit

Aufgrund des Klimawandels gewinnen die 25 staatlichen Talsperren und Rückhaltebecken zunehmend an Bedeutung, im Hochwasserschutz und vor allem auch für Niedrigwassersituationen. Damit sie für die steigenden Ansprüche gerüstet sind, werden die Bauwerke regelmäßig einer umfassenden Überprüfung und einem "Klimacheck" unterzogen. Glauber: "Wir brauchen ein ausgeklügeltes Management für Niedrigwasser. Wassermanagement ist eine hoch komplexe Angelegenheit. Wir suchen schon heute nach Antworten für die Herausforderungen von morgen. Dafür spielen wir Extremsituationen gedanklich durch, um die Ressourcen in Zukunft flexibel einzusetzen und zu verteilen."

Bei der Optimierung des Niedrigwassermanagements werden auch der hohe Freizeitwert und die vielfältige Nutzung der Speicherseen im Blick behalten. In Phasen von Niedrigwasser führen die Wasserwirtschaftsämter laufend Prognoseberechnungen durch, um die Speicherabgabe optimal anzupassen und so die Auswirkungen von Trockenzeiten bestmöglich zu kompensieren. Ein wichtiger Aspekt in Dürrezeiten ist zudem die Wasserqualität. Um auf Veränderungen von Sauerstoffgehalt, Temperatur und Wasserstand angemessen reagieren zu können, wurde aktuell der Alarmplan Donau entwickelt. Er wird in diesem Jahr aktiviert und ergänzt den bereits bestehenden Alarmplan Main.

 https://www.wwa-an.bayern.de/ueberleitung/fraenkische_seen/index.htm
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