Bekämpfung von Meeres- und Plastikmüll
Deutschland vereint mit Ecuador, Ghana und Vietnam

09.09.2021 Der Kampf gegen den Meeresmüll nimmt Fahrt auf: Mehr und mehr Staaten setzen sich für ein weltweit verbindliches Abkommen gegen Meeresmüll und die Verschmutzung der Umwelt mit Plastikabfällen ein.

Die Bekämpfung der Meeresverschmutzung nimmt Fahrt auf. Ein erster Resolutionsentwurf liegt vor
© Foto: rievieshan/pixabay
Die Bekämpfung der Meeresverschmutzung nimmt Fahrt auf. Ein erster Resolutionsentwurf liegt vor

Regierungsvertreter Deutschlands, Ecuadors, Ghanas und Vietnams hatten jetzt zu einer ersten internationalen Minister:innen-Konferenz gegen Meeresmüll nach Genf eingeladen, um für ein solches Abkommen zu werben. An den Diskussionen nahmen mehr als 1000 Vertreter*innen aus 140 Staaten sowie zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen teil. 

Bereits jetzt sprachen sich über 30 Staaten in einer Erklärung für erste Inhalte eines solchen Abkommens aus: Demnach sollten Kunststoffprodukte im Sinne des Lebenszyklus- und des Kreislaufwirtschaftsprinzips weltweit so produziert, genutzt und wiederverwertet werden, dass möglichst keine Abfälle entstehen.

Peru und Rwanda präsentierten zudem einen ersten Entwurf für eine UN-Resolution, die den Weg zu einem verbindlichen Abkommen gegen Meeresmüll ebnen soll. Diese soll im Februar 2022 die formale Basis für den Start von Verhandlungen zu einem globalen Abkommen auf UN-Ebene bilden

Die Konferenz in Genf sowohl vor Ort als auch virtuell statt. An den Diskussionen nahmen mehr als 1000 Vertreter:innen aus 140 Staaten sowie zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen teil. 

Nach Überzeugung der vier Ländervertretern wird ein weltweites Abkommen benötigt, um ein abgestimmtes Vorgehen gegen die Bedrohungen der Meere und Ozeane durch Meeresmüll zu erreichen. Ziel soll es sein, finanzielle Mittel für Maßnahmen gegen Meeresmüll bereitzustellen und einen gemeinsamen Handlungsrahmen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu schaffen. Im Fokus der Aktivitäten soll unter anderem der gesamte Lebenszyklus von Kunststoffen stehen sowie wissenschaftsbasierte Ansätze bei der Überwachung des Meeresmüllproblems und eine Evaluation getroffener Maßnahmen.

Die Ministerkonferenz diente dazu, den zweiten Teil der 5.UN-Umweltversammlung (UNEA) im kommenden Jahr vorzubereiten, auf der über den Resolutionsentwurf Perus und Rwandas für ein verbindliches globales Abkommen sowie stärkere Maßnahmen gegen Meeresmüll und Mikroplastik abschließend beraten werden wird.

Deutschland setzt sich engagiert dafür ein, dass dem Meeresmüll in den globalen Foren eine hohe Priorität zukommt und war im Rahmen der G7 im Jahr 2015 und im Rahmen der G20 2017 erfolgreich. In diesen Zusammenhängen wurden auch erstmals Aktionspläne zur Bekämpfung von Meeresmüll erstellt. Im Rahmen der Europäischen Union gilt auch in Deutschland seit Juli 2021 ein Verbot von überflüssigen Einwegkunststoffartikeln.

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