EZD
Forschung zur Freisetzung von Mikroplastik

19.08.2021 Klar ist: Mikroplastik belastet die Umwelt. Das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) in Selb und das Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Meßtechnik an der Universität Ulm (ILM) haben deshalb nun ein gemeinsames Projekt gestartet. Ziel ist es, einen Messsensor auf Basis von elastischen und inelastischen Streulichtmessungen zur Detektion von Mikroplastik zu entwickeln.

Das Bild zeigt verschiedene Arten von Mikroplastik.
© Foto: SKZ
Das Bild zeigt verschiedene Arten von Mikroplastik.

Der Einsatz von Kunststoffen umfasst alle Lebensbereiche. Dabei ist die Lebensdauer eines Produktes vom Verwendungszweck und Material stark abhängig. Durch den Gebrauch und der natürlichen Alterung von Kunststoffen entsteht ein ungewollter Eintrag in die Umwelt (Emission) – ein Teil davon sind winzig kleine Teilchen, sogenanntes Mikroplastik. Ziel des Projektes ist es, ein wirtschaftliches Verfahren zur kontinuierlichen Detektion und Kategorisierung von Mikroplastikpartikeln im Wasser zu entwickeln.

Reale Proben aus der Umwelt 
Für die Entwicklung und Erprobung des neuen Sensors werden am EZD, einer Einrichtung des Kunststoff-Zentrums SKZ, Testpartikel aus den häufigsten Kunststoffarten wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) mit definierten Eigenschaften wie Partikelgröße und Partikelform hergestellt. Darüber hinaus werden aber auch reale Bauteile hinsichtlich ihrer Freisetzung von Mikroplastik betrachtet und untersucht. Für die abschließende Evaluation des entwickelten Messsystems werden reale Proben aus der Umwelt untersucht. Hierfür werden an exponierten Stellen, wie an Prozesswässern, Kläranlagen oder Flüssen, Proben genommen und für die Charakterisierung aufbereitet.

Ziel ist ein Sensor für aquatische Systeme
Die Forschungsergebnisse ermöglichen eine zielgerichtete Analyse von wässrigen Systemen hinsichtlich ihrer Kontamination mit Mikroplastikpartikeln. Dadurch wird branchenübergreifend sowohl der Industrie als auch den Behörden, vom Kunststoffhersteller über den Verarbeiter bis hin zu den kommunalen Wasserwerken, ein Analysetool für die Fragestellung Mikroplastik zur Verfügung gestellt. In Zukunft sollen so mögliche Eintragspfade von Kunststoffemissionen in aquatische Systeme frühzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Darüber hinaus können mit einem derartigen Messgerät gesicherte Daten im Bereich der Trinkwasseraufbereitung und von natürlichen Gewässern gesammelt werden. „Die Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik ist ein zentrales Thema heute und in der Zukunft. Wir als das Kunststoff-Zentrum möchten mit diesem Projekt einen Beitrag zu deren Bewältigung leisten“, sagt EZD-Standortleiter Felipe Wolff-Fabris.

www.ezd.eu


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