Helmholtz-Zentrum Hereon
Neue Forschungsplattform liefert wichtige Daten zur Elbe

29.11.2022 Das Helmholtz-Zentrum Hereon hat seine neue schwimmende Forschungsplattform in Geesthacht eingeweiht. Stationiert in Tesperhude versorgt die Plattform von ihrem Container aus die Forschenden kontinuierlich mit hochaufgelösten, zeitnahen Daten zum Wasser der Elbe.

Die technisch ausgefeilte Forschungsplattform wird das Wissen über die Elbe verbessern.
© Foto: Hereon/Patrick Kalb-Rottmann
Die technisch ausgefeilte Forschungsplattform wird das Wissen über die Elbe verbessern.

An der Elbe flanieren, im Wind segelnde Möwen beobachten oder einen Kaffee am Strandweg trinken – Tesperhude ist ein Ort zum Verweilen. Nun ist dieser Geesthachter Spot auch ein Fixpunkt für die Forschenden des Helmholtz-Zentrums Hereon. Mit der Einweihung im November 2022 nimmt die Forschungsplattform ihren vollen Betrieb auf: Sie misst permanent Daten im Wasser, etwa Abfluss und Strömungen, Nährstoffe, Schwebstoffe, Mikroalgen, Treibhausgase und ausgewählte Schadstoffe.

Die Tideelbe zwischen Geesthacht und der Nordsee ist Lebens- und Wirtschaftsraum, Transportweg zum Hamburger Hafen und beliebte Tourismusregion. Allerdings ist dieses Fluss-Meer-System ständigen Veränderungen unterworfen und wird durch menschliche Aktivitäten und die Auswirkungen des Klimawandels stark beeinflusst. Wesentliche Veränderungen sind zum Beispiel die Menge und Zusammensetzung von Schwebstoffen, die die Messung der schiffbaren Tiefe beeinflussen oder die zu einem Sauerstoffmangel und infolgedessen zu Fischsterben führen können. Besonders im Mittellauf der Elbe kommt es immer wieder zu einem Wachstum von Mikroalgen. In der Tideelbe sterben sie ab und ihre Reste werden von Bakterien abgebaut, wobei viel Sauerstoff verbraucht wird. Um diese und weitere Veränderungen vorauszusehen und frühzeitig reagieren zu können, wollen die Forschenden diese Systeme besser verstehen. Überwacht und ausgewertet durch die Wissenschaftler kann so ein differenziertes Bild der Elbe und auch ihres Sediments als eine der wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands gezeichnet werden – und wie diese entweder durch die Natur oder menschengemacht geprägt wird.

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