Michael Succow zum 80. Geburtstag
Umweltschutz als Lebensaufgabe

28.05.2021 Am 21. April beging der Biologe und Agrarwissenschaftler Michael Succow seinen 80. Geburtstag. Durch seine wissenschaftlich-publizistische Arbeit und insbesondere seine Naturschutzprojekte hat er sich deutschlandweit und international einen Namen gemacht.

Prof. em. Dr. Michael Succow
© Foto: Succow Stiftung
Prof. em. Dr. Michael Succow

Nach dem Studium der Biologie an der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität war Michael Succow zunächst wissenschaftlicher Assistent am Botanischen Institut. Seine offenen Sympathien für die Reformprozesse in der benachbarten Tschechoslowakei (Prager Frühling) brachten ihm viel Kritik seitens der politischen Führung der DDR ein und verhinderten zunächst eine Laufbahn an der Universität. Michael Succow begann seinen Berufsweg im Meliorationskombinat  Bad Freienwalde. Dort arbeitete er an der Umwandlung von Mooren in landwirtschaftliche Nutzflächen mit. 1970 promovierte er über ein moorvegetationskundliches Thema. Nach langjähriger Arbeit am Bodenkundlichen Institut der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR wurde er 1987 zum Professor ernannt. Publikationen zum Thema „Landschaftsökologische Moorkunde“ erschienen beiderseits der deutsch-deutschen Grenze und avancierten schnell zu Standardwerken für Biologie und Naturschutz.

Das Nationalpark-Geschenk

Einem größeren Publikum wurde er in der Wendezeit mit seiner maßgeblichen Mitarbeit am Nationalparkprogramm der DDR bekannt. 4882 Quadratkilometer, das sind 4,5% der gesamten Fläche der DDR, wurden kurz vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung unter Naturschutz gestellt. Insgesamt wurden 14 Großschutzgebiete ausgewiesen, darunter fünf Nationalparks, sechs Biosphärenreservate und drei Naturparks. In kürzester Zeit wurde eines der größten und ehrgeizigsten Umweltschutzprojekte Deutschlands auf den Weg gebracht. Es käme wohl niemand auf die Idee,  zu behaupten, dass die DDR eine ökologisch-nachhaltige Wirtschaftspolitik betrieben habe. Dennoch gab es Gegenden, welche abseits der Öffentlichkeit lagen, wie Truppenübungsplätze, grenznahe Regionen, oder Landstriche die dünn besiedelte waren. Die Umstände der Wende begünstigten das Zustandekommen dieses Vorhabens enorm – in der alten Bundesrepublik wäre ein vergleichbar dimensioniertes Projekt mit erheblichen Widerständen wirtschaftspolitischer Interessensgruppen wohl kaum realisiert worden.

1992 übernahm Succow den Lehrstuhl für Botanik und Landschaftsökologie  an der Universität Greifswald. Das Preisgeld für den Alternativen Nobelpreis (1997) benutzte er zum Aufbau einer Moorschutz-Stiftung.

Autor: Rainer Lang
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