Nordatlantik-Anrainer
Riesiges Schutzgebiet geplant

07.10.2021 Die Umweltminister:innen der Nordostatlantik-Anrainerstaaten – der Vertragsstaaten des OSPAR-Übereinkommens – haben sich auf die Schaffung eines neuen Meeresschutzgebiets verständigt.

Auch die Strände soll sauberer werden: Umweltminister beschließen Meeresschutzgebiet.
© Foto: Mikolajczik/pixabay
Auch die Strände soll sauberer werden: Umweltminister beschließen Meeresschutzgebiet.

Das Gebiet ist so groß wie Deutschland und Großbritannien zusammen und dient in erster Linie dem Schutz von Seevögeln. Außerdem wurde eine neue Strategie für die Jahre 2021 bis 2030 beschlossen. Darin wurden Minderungsziele und Maßnahmen für Belastungen durch Meeresmüll, Schadstoffe und Nährstoffe festgehalten. So soll der an den Stränden anfallende Meeresmüll bis 2025 um 50 Prozent und bis 2030 um 75 Prozent reduziert werden. Bis 2030 sollen zudem 30 Prozent des Nordostatlantiks als Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden.

Rita Schwarzelühr-Sutter, amtierende Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, nahm für Deutschland an der Konferenz teil: „Die OSPAR-Staaten nehmen sichmit verbindlichen Umweltzielen selbst in die Pflicht und schaffen eines der weltweit größten Meeresschutzgebiete. Die Beschlüsse stärken den Naturschutz, die Widerstandskraft des Lebensraums Meer sowie die Risikovorsorge für künftige Generationen. Das ist ein wichtiges Signal für den Schutz mariner Ökosysteme mit globaler Wirkung im Vorfeld des Weltnaturschutzgipfels in Kunming sowie der Klimakonferenz in Glasgow.“

Die Konferenz der OSPAR-Staaten hat die Einrichtung des Hochsee-Meeresschutzgebiets „NACES“ (North Atlantic Current Evlanov Sea basin) im Nordostatlantik beschlossen. Das Schutzgebiet umfasst eine Fläche von fast 600.000 Quadratkilometern und gehört damit zu den größten der Welt. Mit der Ausweisung des Schutzgebiets wird für die Meeresregion das globale Ziel von mehr als zehn Prozent der Meeresfläche erfüllt (Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen). Im Atlantik ist nur das Schutzgebiet um Tristan da Cunha im Südatlantik größer als NACES (rund 690.000 Quadratkilometer). Das Schutzgebiet dient vor allem dem Schutz eines außergewöhnlich hohen Aufkommens von Seevögeln in der Region. Zu diesem Zweck verpflichten sich die Vertragsstaaten zu besonderen Schutzmaßnahmen für künftige wissenschaftliche, industrielle oder andere wirtschaftliche Aktivitäten. Im nächsten Schritt müssen die Vertragsstaaten ihre Entscheidung in das jeweilige nationale Recht umsetzen. Die heutige Entscheidung bildet zudem den strategischen Rahmen für gemeinsame Aktivitäten der OSPAR-Staaten auf europäischer und internationaler Ebene.

Darüber hinaus hat die OSPAR-Konferenz Maßnahmen beschlossen, um den Belastung der Meeresnatur durch Kunststoffpellets aus der Industrie zu minimieren. Kunststoffpellets sind der Ausgangsstoff für zahlreiche Plastikprodukte, der unkontrollierte Verlust der kleinen Plastikkugeln beim Transport ist ein verbreitetes Problem. Um den massenhaften Verlust einzudämmen, wollen die Vertragsstaaten erstmals Standards zur Vermeidung von Pelletverlusten entwickeln und Zertifizierungssysteme für die gesamte Kunststofflieferkette aufbauen. Außerdem weiten die OSPAR-Vertragsstaaten ihren gemeinsamen Meeresnaturschutz auf weitere Arten und Lebensräume, u.a. Kelpwälder, aus. Diese Seetang-Ökosysteme bieten zahlreichen Arten ein schützenswertes Zuhause. Ein weiterer Erfolg der Konferenz sind die neu vereinbarten Kooperationen mit anderen Regionen und zwischenstaatlichen Organisationen.

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