Wassergefährdung
Deutlich mehr Schadstoffe bei weniger Unfällen

11.09.2018 Im Jahr 2017 wurden zwar 13 Prozent weniger Unfälle in Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen gemeldet, doch die Menge an Schadstoffen stieg um mehr als 50 Prozent.

Bei rückläufigen Unfallzahlen wurden laut Destatis dennoch mehr wassergefährdende Schadstoffe in Deutschland freigesetzt.
© Foto: Destatis
Bei rückläufigen Unfallzahlen wurden laut Destatis dennoch mehr wassergefährdende Schadstoffe in Deutschland freigesetzt.

Im Jahr 2017 wurden 741 Unfälle in Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen gemeldet, 13 % weniger als im Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden bei diesen Unfällen 10,2 Mio. Liter Schadstoffe unkontrolliert in die Umwelt freigesetzt, 3,5 Mio. Liter mehr als 2016 (+52 %). Der Anstieg geht auf wenige Einzelunfälle zurück, bei denen große Mengen Jauche, Gülle und Silagesickersaft sowie vergleichbare in der Landwirtschaft anfallende Stoffe (JGS) freigesetzt wurden.

4,8 Mio. Liter (rund 47 %) der insgesamt freigesetzten wassergefährdenden Stoffe wurden zurückgewonnen, zum Beispiel durch Umpumpen oder Umladen in andere Behälter. 5,4 Mio. Liter konnten nicht wiedergewonnen werden. Die Hauptursache bezogen auf alle Unfälle war menschliches Fehlverhalten.

Mit rund 5,5 Mio. Litern (Vorjahr: 3,2 Mio. Liter) wurde mehr als die Hälfte der gesamten Schadstoffmenge bei 32 Unfällen in Biogasanlagen freigesetzt. Dabei handelte es sich überwiegend um JGS (knapp 4,0 Mio. Liter), die nach der seit August 2017 geltenden Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) als "allgemein wassergefährdend" eingestuft werden. Bei großen freigesetzten Mengen oder besonderen örtlichen Verhältnissen können sie zu einer Gefahr für Gewässer und Boden werden.

In JGS-Anlagen ereigneten sich 85 Unfälle. Die freigesetzte Schadstoffmenge stieg deutlich von knapp 2,0 Mio. Litern im Jahr 2016 auf rund 3,7 Mio. Liter im Jahr 2017.

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