Dieselumrüstung
Studie zeigt mögliche Kosten der Hardware-Nachrüstung

10.10.2018 Anlässlich der aktuellen Debatte über die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen in Deutschland, hat einer der größten deutschen Online-Shops für Autoteile, kfzteile24.de, eine Analyse veröffentlicht, welche die geschätzten Kosten für eine Hardware-Umrüstung der betroffenen Dieselautos in den größten deutschen Städten umfasst.

Nach Angaben der Studie von kfzteile24.de sind in den 22 untersuchten deutschen Großstädten insgesamt 6,7 Mrd. Euro an Umrüstungskosten für die Diesel-Kfz zu erwarten.
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Nach Angaben der Studie von kfzteile24.de sind in den 22 untersuchten deutschen Großstädten insgesamt 6,7 Mrd. Euro an Umrüstungskosten für die Diesel-Kfz zu erwarten.

Nachdem Deutschland von der EU Kommission wegen Überschreitung der Emissionsgrenzwerte angeklagt wurde und bereits jetzt in einigen deutschen Großstädten abschnittsweise Fahrverbote verhängt wurden, werden die Forderungen nach Hardware-Nachrüstungen immer lauter.
Gemäß eines Urteils des BVerwG werden in Frankfurt ab Februar 2019 Diesel-Kfz der Abgasnorm Euro 4 und ab September 2019 Diesel-Kfz der Abgasnorm Euro 5 großflächig aus dem Stadtgebiet verbannt. Ähnlich problematisch ist die Lage in anderen sogenannten “Intensivstädten”, wie Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf und München. Auch hier drohen ab 2019 Fahrverbote. Als eine der ersten Reaktionen auf den Dieselskandal bot die Autoindustrie Softwareupdates an. Diese Maßnahme wird aber von vielen nicht als ausreichend angesehen.
Mittlerweile fordert auch die Bundesregierung die Umrüstung der betroffenen Euro 5 Fahrzeuge mittels SCR-Kats. Und auch wenn in der Bundesregierung derzeit die Stimmen für eine Kostenübernahme durch die Hersteller überwiegen, ist die Kostenfrage ohne finales Konzept und die Zustimmung der Hersteller noch nicht abschließend geklärt. Der ADAC weist in diesem Zusammenhang auch auf den sozialen Aspekt des Problems hin, da für viele der betroffenen Fahrzeugbesitzer der finanzielle Aufwand kaum zu bewältigen wäre, wenn etwa die Automobilindustrie jede Beteiligung bei der Hardware-Umrüstung ablehnt.

"Dieselkrise" trifft vor allem den städtischen Raum

Die Hochrechnungen zeigen die Kosten einer Nachrüstung aller betroffenen Dieselfahrzeuge für die größten deutschen Städte und “Intensivstädte”, da gerade städtische Räume in besonderem Maße von den akuten Folgen der Dieselkrise betroffen sind und im schlimmsten Fall zu Fahrverboten greifen müssen.
In München müssten laut der Studie 121.321 Dieselfahrzeuge umgerüstet werden (42 % aller Fahrzeuge). Die Kosten würden sich dabei auf fast 910 Mio. Euro belaufen. In Berlin wären 124.143 Kfz betroffen – rund 931 Mio. Euro wären für die Umrüstung fällig. Insgesamt wurden 22 deutsche Großstädte untersucht.

www.kfzteile24.de
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