Berliner Wasserbetriebe
Schönerlinde wird Klärwerk der Zukunft

24.05.2019 Das Berliner Klärwerk Schönerlinde wurde 1985 in Betrieb genommen und reinigt die Abwässer von rund 750.000 Menschen aus Berlin und Brandenburg. Bis 2025 soll das Klärwerk nun mit einem Investitionspaket von rund 200 Millionen Euro für die Zukunft fit gemacht werden.

Die Berliner Wasserbetriebe investieren bis 2027 rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Klärwerke: Auch das Klärwerk Schönerlinde wird zur Großbaustelle.
© Foto: Berliner Wasserbetriebe
Die Berliner Wasserbetriebe investieren bis 2027 rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Klärwerke: Auch das Klärwerk Schönerlinde wird zur Großbaustelle.

Zwei Großprojekte bilden dabei den Kern der Maßnahmen. Zum einen geht es um die Errichtung eines Mischwasserspeichers mit 40.000 Kubikmeter Volumen, um auch bei auftretenden Starkregenereignissen stabile Reinigungsergebnisse zu erzielen. Ab 2020 wird das Werk dann mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe für Spurenstoffe ausgerüstet. Die dafür vorgesehene Ozonierungsanlage zur Spurenstoffentfernung wird die erste Anlage in einem Werk dieser Größe in Deutschland sein. Mit den Investitionen wird an Maßnahmen angeknüpft, die in der Vergangenheit bereits u. a. zur Verbesserung der Eigenstromversorgung des Klärwerks aus erneuerbaren Quellen führten. Durch die Verstromung des Klärgases im Blockheizkraftwerk und mit Mikrogasturbinen sowie die 2013 in Betrieb genommenen Windräder beträgt der Anteil an selbst erzeugter Energie rund 80 %. Dieser Anteil soll mit weiteren Maßnahmen künftig weiter gesteigert werden.

Ressourcenschutz und Umsetzung der WRRL

Das Investitionspaket umfasst außerdem eine Flockungsfiltration und eine Prozesswasserbehandlungsanlage zur weiteren Minimierung der Phosphor- und Stickstoffgehalte. Beide Nährstoffe sind in den Gewässern unerwünscht, weil sie Algen wachsen lassen. Mit ihrer weiteren Reduzierung setzen die Wasserbetriebe Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) um. Außerdem entstehen zwei zusätzliche Blockheizkraftwerke, ein neuer Ablauf sowie eine Abluftbehandlung mit Bio- und Chemo-wäscher zur Geruchs- und Belastungsreduzierung.

„Wir haben mit rund 1,5 Milliarden Euro bis 2027 ein umfangreiches Investitionsprogramm für den Ausbau unserer Klärwerke mit weitergehenden Reinigungsstufen beschlossen und arbeiten bereits seit zwei Jahren an der Umsetzung“, so Wasserbetriebe-Vorstandschef Jörg Simon. Im Klärwerk Waßmannsdorf wurde 2018 ein 50.000 Kubikmeter-Speicher fertiggestellt, der sich derzeit im Probetrieb befindet. Neue Beckenlinien und Anlagen zur Steigerung der Ablaufqualität gewinnen an Kontur. Ab 2020 folgen weitere Baustarts in den Klärwerken. „Mit der großtechnischen Spurenstoffentfernung sichern wir die Qualität unserer Trinkwasserressourcen“, bekräftigt der Vorstandsvorsitzende, der auf den engen räumlichen Zusammenhang zwischen dem Klärwerk und dem Wasserwerk Tegel verweist.

Zusätzliche Sicherungen für sensiblen Wasserkreislauf

Die Grundlagen für die in Schönerlinde zur Anwendung kommende Spurenstoffentfernung hat das Unternehmen im Forschungsprojekt ASKURIS zusammen mit der TU Berlin selbst erforscht. Im Projekt AquaNES wird aktuell ebenfalls mit Wissenschaftspartnern untersucht, wie sich die Spurenstoffentfernung nach der Ozonierung noch effizienter verbessern lässt.

„Die sich verstärkenden Witterungsextreme bestätigen die Strategie der Berliner Wasserbetriebe, den in Berlin eng geschlossenen und damit sensiblen Wasserkreislauf mit modernsten Techniken zusätzlich abzusichern“, erklärt die Berliner Wirtschaftsstaatssekretärin Barbro Dreher.

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