Gelsenwasser
Phosphorrückgewinnung mit schwedischem Support

11.03.2019 Deutschlands Wasserversorger, oder besser gesagt Abwasserentsorger, kommen nicht umhin, sich Gedanken über die Rückgewinnungsmöglichkeiten für Phosphor zu machen. Spätestens 2032 – nach der gesetzlich, geregelten Übergangsfrist – müssen Kläranlagen ab 50.000 Einwohnerwerten aus ihrem Klärschlamm den seltenen Rohstoff zurückgewinnen.

Kooperationsvereinbarung für eine Pilotstudie zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm unterzeichnet: Lars Lindén (2. v. l.), Vorstand Ragn-Sells, Dr. Dirk Waider (2. v. r.), Vorstand Gelsenwasser AG, Christoph Ontyd (l.i.B.), Leiter Abwasser bei Gelsenwasser sowie Jan Svärd (r.i.B.), Geschäftsführer EasyMining.
© Foto: Gelsenwasser
Kooperationsvereinbarung für eine Pilotstudie zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm unterzeichnet: Lars Lindén (2. v. l.), Vorstand Ragn-Sells, Dr. Dirk Waider (2. v. r.), Vorstand Gelsenwasser AG, Christoph Ontyd (l.i.B.), Leiter Abwasser bei Gelsenwasser sowie Jan Svärd (r.i.B.), Geschäftsführer EasyMining.

Damit das pünktlich klappt, hat sich Gelsenwasser Verstärkung aus Skandinavien geholt. Der Wasserversorger aus Gelsenkirchen will mit Easy Mining aus Schweden eine neue Technologie zur Rückgewinnung von Phosphor erproben. Easy Mining ist eine Tochtergesellschaft des schwedischen Umweltkonzerns Ragn-Sells und hat mit „Ash2Phos“ ein spezielles Verfahren zur Phosphorrückgewinnung entwickelt. Klärschlamm enthält grundsätzlich sieben bis zehn Prozent Phosphor, allerdings kann die Asche, die nach der Schlammverbrennung übrigbleibt nicht einfach wiederverwertet werden, denn auch Schwermetalle und Eisen, sowie Aluminium kommen in den Schlammüberresten vor und müssen erst einmal vom Phosphor getrennt werden.

Ash2Phos bald in Bitterfeld-Wolfen?

Ash2Phos setzt an dieser Stelle auf ein nasschemisches Ver-fahren und trennt Erwünschtes von Unerwünschtem. In der Zusammenarbeit mit Gelsenwasser soll eine Pilotstudie Aufschluss darüber geben, ob sich das Verfahren für die Investition in eine eigene Anlage eignet. Bei erfolgreichem Verlauf der Untersuchung soll bis 2023 in Bitterfeld-Wolfen eine Großanlage entstehen. Dort betreibt der gleichnamige Chemiepark als Gelsenwasser-Tochter ein Gemeinschaftsklärwerk und eine Klärschlammverbrennungsanlage.

www.gelsenwasser.de
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