Hamburg Wasser
Grundsteinlegung für Phosphorrecycling-Anlage

13.03.2019 Anfang März haben Hamburg Wasser und Remondis gemeinsam mit Hamburgs Erstem Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, und Hamburgs Umwelt- und Energiesenator, Jens Kerstan, den Grundstein für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage auf dem Klärwerk Hamburg gelegt.

Grundsteinlegung für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage von Hamburg Wasser.
© Foto: Hamburg Wasser
Grundsteinlegung für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage von Hamburg Wasser.

Das Projekt hat internationalen Vorzeigecharakter: In Hamburg wird der lebenswichtige Rohstoff mit dem von Remondis entwickelten TetraPhos-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen. Die Anlage auf dem Klärwerk Hamburg geht 2020 in Betrieb und wird jährlich aus 20.000 Tonnen Klärschlammasche rund 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure produzieren.

Zukunftsweisende Lösung

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher betont: „Der Bau der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage ist ein wichtiges Projekt für den Innovationsstandort Hamburg. Die Rückgewinnung verringert die Umweltbelastung und macht einen kostbaren Rohstoff wieder verfügbar. Das Klärwerk Hamburg liefert mit dieser Anlage eine zukunftsweisende Lösung und setzt internationale Maßstäbe.“ „Die Pilotanlage hatte ich 2015 als Weltpremiere hier eingeweiht und war zuversichtlich, dass der Betrieb wirtschaftlich funktionieren würde. Daher freue ich mich sehr, dass diese innovative Technik nun auch im großen Maßstab hier in Hamburg umgesetzt wird.“

„Im Abwasser finden wir eine riesige und nicht versiegende Energie- und Rohstoffquelle. Unser Ziel ist es, diese bestmöglich zu nutzen. Schon heute gewinnen wir mehr Energie aus dem Abwasser zurück als eine Kleinstadt benötigt. Mit der neuen Phosphor-Recycling-Anlage bauen wir unser Klärwerk jetzt zur urbanen Rohstoffmine aus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz“, sagt Nathalie Leroy, Geschäftsführerin von Hamburg Wasser. „Um das energetische Potential des Klärschlamms weiter zu erschließen, vergrößern wir auch unsere Klärschlammverbrennung. Das steigert die Energieproduktion und schafft Entsorgungssicherheit für unsere stetig wachsende Stadt und unsere kommunalen Kooperationspartner.“

Phosphorrückgewinnung ab 2029 Pflicht

Die weltweiten Phosphorvorkommen sind endlich, doch die Nachfrage steigt konstant. Laut dem Umweltbundesamt wird der Bedarf zwischen 2051 und 2092 das Angebot übersteigen. Würden alle deutschen Kläranlagenbetreiber dem Hamburger Beispiel folgen, könnte auf 60 Prozent der Phosphorimporte verzichtet werden. Derzeit muss Deutschland den Rohstoff vollständig importieren. Zirka 230.000 Tonnen Phosphor pro Jahr werden in Form von Dünger auf die Felder ausgebracht. Der Rohstoff ist essentiell für das Pflanzenwachstum und damit für die gesamte Nahrungsmittelproduktion. Die Rückgewinnung von Phosphor wird damit stetig relevanter. Die deutsche Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss. Hamburg Wasser wird der erste kommunale Entsorger sein, der diese Vorgabe mit Hilfe des Remondis TetraPhos-Verfahrens erfüllt. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm.

www.phosphorrecycling-hh.de
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