IFAT 2022
Lösungen zur Energiegewinnung aus Abwasser und organischen Abfällen

19.04.2022 Auf der diesjährigen Weltleitmesse für Umwelttechnologien IFAT in München präsentiert Weltec Biopower dem Fachpublikum seine effizienten Vergärungsverfahren für Industrie und Kommunen.

Umstellung auf die anaerobe Schlammstabilisierung durch Weltec Biopower: 33.000 EW-Kläranlage in Bückeburg arbeitet jetzt effizienter und rentabler.
© Foto: Weltec Biopower
Umstellung auf die anaerobe Schlammstabilisierung durch Weltec Biopower: 33.000 EW-Kläranlage in Bückeburg arbeitet jetzt effizienter und rentabler.
Vom 30. Mai bis zum 3. Juni steht das Vertriebsteam des Biogasspezialisten Weltec Bipower den Besuchern auf seinem Stand 217 in Halle A4 für alle Fragen rund um den Neu- und Ausbau anaerober Energieanlagen zur Verfügung. Dies betrifft etwa die bewährten Verfahren aus der Biogastechnologie: Deren hohes Einsparpotenzial dokumentiert die Modernisierung der städtischen 33.000 EW-Kläranlage in Bückeburg. Seit der Umstellung auf die anaerobe Schlammsta-bilisierung durch Weltec Biopower im Jahr 2021 kann die Anlage bei voller Auslastung wesentlich rentabler betrieben werden. Der Biogasspezialist hatte die Errichtung der Abwasseraufbereitung für die dortige Kläranlage als Generalunternehmer verantwortet. Neben den Erd-, Fundament- und Elektroarbeiten umfasste dies den Neubau eines statischen Schlammeindickers, eines Maschinenhauses für das Blockheizkraftwerk (BHKW), die Steuerung und Pumpstation sowie eines Faulturms aus Edelstahl mit aufgesetztem Gasspeicher. Insgesamt ist das Klärschlammvolumen durch die anaerobe Abwasserbehandlung um 35 % gesunken, was etwa eine starke Reduktion der Transport- und Entsorgungskosten bewirkt hat. Überdies lassen sich mit den gewonnenen Faulgasen bei voller Auslastung nun jährlich 465.000 kWh Strom generieren. Damit deckt der Betreiber etwa 40 % des Strombedarfs und spart zwei Drittel der Stromkosten ein. „Vor dem Hintergrund der novellierten Treibhausgasminderungsziele und der aktuell stark steigenden Energiepreise ist eine Anaerobstufe für Abwasserbetriebe eine betriebswirtschaftlich attraktive Lösung, die zudem öffentlich gefördert wird“, argumentiert Jens Albartus, Geschäftsführer von Weltec Biopower.

„Letztlich sorgt eine Kombination aus Abwasserbehandlung, Strom- und Wärmegewinnung sowie Klimaschutz für einen effizienteren Betrieb, gerade der kleinen und mittleren Kläranlagen“, ergänzt Albartus.Wie sich diese Ziele mit organischen Abfällen erreichen lassen, zeigt eine Weltec-Anlage im südenglischen Piddlehinton. Hier gelangt ein Mix aus Speiseresten, abgelaufenen Lebensmitteln aus Supermärkten und Bioabfällen in die Biogasanlage. Die Besonderheit liegt allerdings nicht nur im Substratmix, sondern auch in der technischen Auslegung. Vor dem Eintrag und der Zerkleinerung werden die Lebensmittel von den Verpackungen in einer Entpackungsmaschine separiert. Ein weiteres Effizienz-Plus resultiert aus der Nutzung der BHKW-Abwärme, die eine nahegelegene Futtermühle abnimmt. Die Mühle verwendet auch den größten Teil des Stroms; den Überschuss speist der Biogasanlagenbetreiber direkt in das Stromnetz ein und generiert damit weitere Einnahmen. Der im Prozess entstehende Gärrest entspricht den Anforderungen des britischen Industrie-Standards PAS-100. Daher kann der Rückstand von den örtlichen Landwirten als Dünger verwendet werden. Nach einer Kapazitätserweiterung im Jahr 2014 von 20.000 auf jährlich rund 30.000 t Substrat-Input hat Weltec Biopower dort neben einem zusätzlichen Fermenter und Vorlagebehälter auch Gas-Mix-Rührwerke und eine Separation installiert. Denkbar ist mit einer Anlage dieser Auslegung auch ein Wechsel hin zur Biomethanerzeugung.
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